Selma GR

GR ist das Kürzel für den Kanton Graubünden in der Schweiz. Es wird verwendet, um Verwechslungen mit anderen Einträgen des Namens Selmaf zu vermeiden.
Selma
Staat: Schweiz Schweiz
Kanton: Kanton Graubünden Graubünden (GR)
Region: Moesa
Politische Gemeinde: Calancai2
Postleitzahl: 6545
frühere BFS-Nr.: 3811
Koordinaten: 729241 / 130854
Höhe: 977 m ü. M.
Fläche: 2,89 km²
Einwohner: 29 (31. Dezember 2014)
Einwohnerdichte: 10 Einw. pro km²
Website: www.comunedicalanca.ch
Selma
Karte
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Selma ist ein Dorf in der Gemeinde Calanca im italienischsprachigen Teil des Schweizer Kantons Graubünden. Bis zum 31. Dezember 2014 bildete Selma eine eigenständige Gemeinde.

Geographie

Das Dorf liegt im Calancatal, einem Seitental des Misox, auf einer Höhe von 977 m ü. M. am linken Ufer der Calancasca und am Westfuss des Piz de Groven (2694 m ü. M.).

Geschichte

Eine erste Erwähnung findet das Dorf im Jahre 1582 unter dem damaligen Namen Selma. Bis 1796 gehörte Selma zur Squadra Calanca, 1796 bis 1851 zur Inneren Calanca und bildete ab 1851 eine eigene Gemeinde.

Die Pfarrkirche SS. Giacomo e Pietro wurde in ihrer heutigen Form 1662 bis 1667 auf einem Vorgängerbau von 1582 mit gleichem Patrozinium errichtet. Die älteste Kapelle, S. Rocco al Ponte, stammt aus dem 16. Jahrhundert ie 1900 restaurierte Kapelle S. Antonio da Padova 1716 und die Kapelle Nostra Signora di Einsiedeln al Monte 1773 erbaut wurden.[1]

1656 kaufte Selma einen Teil der Alp Trescolmen für 3000 Lire. In den vergangenen Jahrhunderten wanderten viele Bewohner als Glaser nach Frankreich sowie als Harzer und Pechverkäufer nach Österreich und Deutschland aus. Zu Beginn des 21. Jahrhunderts wird noch etwas Ackerbau betrieben. Mit seiner touristischen Infrastruktur sowie der 1961 eröffneten Luftseilbahn, die nebst einem Saumpfad die einzige Verbindung zu Landarenca ist, zieht Selma in der Sommer- und Wintersaison v. a. jugendliche Gäste an.[1]

Bis zum 31. Dezember 2014 bildete Selma eine eigene politische Gemeinde. Am 1. Januar 2015 fusionierte sie mit den Gemeinden Arvigo, Braggio und Cauco zur neuen Gemeinde Calanca.

Wappen

Blasonierung: «In Grün ein heraldisch schräglinks gestellter, goldener Schlüssel mit nach links gewendetem Schlüsselbart, beseitet von zwei goldenen Muscheln»

Die Motive des in den Farben der Trivulzio gehaltenen Wappens stehen für das Doppelpatrozinium der Pfarrkirche. Der Schlüssel steht für den Heiligen Petrus, während die Muscheln den Heiligen Jakobus den Älteren symbolisieren.

Bevölkerung

Bevölkerungsentwicklung
Jahr 1683 1733 1830 1850 1900 1950 1970 1990 2000[1] 2014
Einwohner 300 200 93 73 71 60 34 31 44 29

Sehenswürdigkeiten

  • Katholische Pfarrkirche Santi Giacomo e Pietro (neuerbaut 1662–1667 von Giovanni Maria Regesono im Barockstil), Restauriert 1965, aussen 1985–1987.[2][3][4]
  • Oratorium San Rocco al Ponte (16. Jahrhundert)[2]

Wirtschaft

In Selma gibt es einen Dorfladen namens A fa la spesa dalvecc, eine Herberge für Ferienlager und ein Restaurant. Eine Seilbahn fährt im automatischen 24-Stunden-Betrieb nach Landarenca, das zu Fuss auf einem Saumpfad in 40 Minuten erreichbar ist.

Literatur

Commons: Selma GR – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. a b c Cesare Santi: Selma. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
    Dieser Abschnitt basiert weitgehend auf dem Eintrag im Historischen Lexikon der Schweiz (HLS), der gemäss den Nutzungshinweisen des HLS unter der Lizenz Creative Commons – Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International (CC BY-SA 4.0) steht.
  2. a b Simona Martinoli u. a.: Guida d’arte della Svizzera italiana. Hrsg. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Edizioni Casagrande, Bellinzona 2007, S. 518–519, ISBN 978-88-7713-482-0
  3. Jürg Davatz u. a.: Kunstführer durch die Schweiz. Band 2: Glarus, Graubünden, Nidwalden, Obwalden, Schwyz, Tessin, Uri. Textred.: Steffan Biffiger. Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte. Bern 2005, ISBN 3-906131-96-3).
  4. Kantonsbibliothek Graubünden. Katholische Pfarrkirche Santi Giacomo e Pietro (Foto) (Memento vom 13. Februar 2022 im Internet Archive)