Schlacht von Buxar
| Schlacht von Buxar | |||||||||||||||||
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| Teil von: Siebenjähriger Krieg / Bengalischer Krieg | |||||||||||||||||
Portraitgemälde Hector Munro mit der Schlacht im Hintergrund. David Martin. | |||||||||||||||||
| Datum | 22. bis 23. Oktober 1764 | ||||||||||||||||
| Ort | Buxar, Bihar | ||||||||||||||||
| Ausgang | Sieg für die Britische Ostindien-Kompanie | ||||||||||||||||
| Friedensschluss | Vertrag von Allahabad | ||||||||||||||||
| Folgen | Die Britische Ostindien-Kompanie erwirbt Rechte zur Steuererhebung in Bengalen | ||||||||||||||||
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Die Schlacht von Buxar fand am 22. und 23. Oktober 1764 zwischen den Truppen der Britischen Ostindien-Kompanie unter Major Hector Munro und den vereinigten Armeen von Balwant Singh, Maharadscha des Staates Varanasi; Mir Qasim, Nawab von Bengalen; Shuja-ud-daula, Nawab von Avadh; und Shah Alam II., Kaiser des Mogulreichs, statt.[4] Sie war Teil des Bengalischen Krieges (englisch: Anglo-Bengal War).
Die Schlacht wurde bei Buxar, einer stark befestigten Stadt im damaligen Bihar, am Ufer des Ganges, etwa 130 Kilometer westlich von Patna, ausgetragen und war ein bedeutender Sieg für die Britische Ostindien-Kompanie.
Der Krieg wurde 1765 mit dem Vertrag von Allahabad beendet.[5] Die besiegten indischen Herrscher waren gezwungen, den Vertrag zu unterzeichnen, der der Ostindien-Kompanie die Diwani-Rechte einräumte. Diese erlaubten es ihr, im Namen des Mogulkaisers Steuern in den Gebieten von Bengalen, Bihar und Odisha einzutreiben.
Die Schlacht
Die an der Schlacht beteiligten Briten zählten 17.072 Mann[6], bestehend aus 1.859 britischen Linientruppen, 5.297 indischen Sepoys und 9.189 indischen Reitern. Die Stärke der Allianzarmee wurde auf über 40.000 Mann geschätzt, dennoch wurden sie von den Briten besiegt. Ein Mangel an grundlegender Koordination zwischen den drei ungleichen Verbündeten gilt als Ursache für ihre entscheidende Niederlage.
Mirza Najaf Khan befehligte den rechten Flügel der Mogularmee und rückte als Erster im Morgengrauen gegen Major Hector Munro vor. Die britischen Linien formierten sich innerhalb von zwanzig Minuten und schlugen den Vormarsch der Moguln zurück. Laut den Briten waren auch Durrani- und Rohilla-Kavallerie anwesend und kämpften in verschiedenen Scharmützeln während der Schlacht. Gegen Mittag war die Schlacht jedoch beendet, und Shuja-ud-Daula sprengte große Tumbreln und drei massive Pulvermagazine.
Munro teilte seine Armee in verschiedene Kolonnen auf und verfolgte insbesondere den Großwesir der Moguln, Shuja-ud-Daula, den Nawab von Awadh. Dieser reagierte, indem er nach der Flussüberquerung seine Bootsbrücke sprengte und so den Mogulkaiser Shah Alam II. und Teile seines Regiments im Stich ließ. Mir Qasim floh ebenfalls mit seinen Edelsteinen im Wert von 3 Millionen Rupien und starb später 1777 in Armut. Mirza Najaf Khan reorganisierte die Truppen um Shah Alam II., der sich zurückzog und anschließend Verhandlungen mit den siegreichen Briten aufnahm.[7]
Der Historiker John William Fortescue gab die britischen Verluste mit 847 an: 39 Gefallene und 64 Verwundete der europäischen Regimenter sowie 250 Gefallene, 435 Verwundete und 85 Vermisste der Sepoys der Ostindien-Kompanie.[2] Er berichtete außerdem von 2.000 Toten und vielen weiteren Verwundeten auf Seiten der drei indischen Verbündeten.[2] Eine andere Quelle nennt 69 europäische und 664 Sepoy-Gefallene auf britischer Seite und 6.000 Gefallene auf Seiten der Moguln.[3] Die Sieger erbeuteten 133 Artilleriegeschütze und über eine Million Rupien Bargeld. Unmittelbar nach der Schlacht beschloss Munro, die Marathen zu unterstützen, die als „kriegerisches Volk“ galten und für ihre unerbittliche Rivalität und ihren unerschütterlichen Hass gegenüber dem Mogulreich, dem Durrani-Reich, den Rohilla-Fürstentümern, verschiedenen Nawabs des Subkontinents (insbesondere dem Nawab von Bengalen und dem Nawab von Awadh), dem Nizam von Hyderabad und dem kurzlebigen Sultanat von Mysore bekannt waren.
Laut Brigadier-General H. Biddulph bestand die europäische Infanterie aus einem Europäischen Bataillon der Bengal Army, zwei schwachen Kompanien eines Europäischen Bataillons der Bombay Army sowie kleinen Abteilungen der Royal Marines und das 84., 89. und 96. Infanterieregiment. Die einzigen gefallenen Offiziere waren Lieutenant Francis Spilsbury vom 96. Infanterieregiment und Ensign Richard Thompson vom Bengalischen Europäischen Bataillon.[8][9]
Folgen
Die Schlacht von Buxar hatte weitreichende Konsequenzen, die die politische Landschaft des kolonialen Indiens grundlegend veränderten. In der Folge verschoben sich die Machtverhältnisse erheblich, und die britische Vorherrschaft in Bengalen wurde begründet. Nach ihrem Sieg über die vereinten Streitkräfte des Nawab von Bengalen, des Nawab von Awadh und des Mogulkaisers – der drei wichtigsten Herrscher – stieg die Britische Ostindien-Kompanie zur führenden Macht in Bengalen auf. Die Schlacht markierte den Anfang vom Ende der politischen Herrschaft des Mogulreichs, da die Ostindien-Kompanie ihren Einfluss über weite Gebiete weiter ausbaute.[7] Dieser Machtzuwachs brachte jedoch verschiedene Herausforderungen mit sich, insbesondere durch die Zamindars von Bihar.
Mir Qasim verarmte und geriet in Vergessenheit. Shah Alam II. ergab sich den Briten[10], und Shuja-ud-Daula floh, von den Siegern verfolgt, nach Westen. Das gesamte Ganges-Tal lag nun in der Gewalt der Kompanie; Shuja-ud-Daula ergab sich schließlich.[11] 1765 erhielt die Britische Ostindien-Kompanie mit dem Vertrag von Allahabad das Recht, in Bengalen-Bihar Steuern zu erheben. 1773 schaffte sie schließlich die lokale Herrschaft ab und übernahm die vollständige Kontrolle über die Provinz Bengalen-Bihar.[12] Die Schlacht legte die Schwächen und Uneinigkeiten unter den indischen Herrschern offen. Der Mangel an Einigkeit und Koordination zwischen den Nawabs und dem Mogulkaiser erleichterte den Briten den Sieg. Dies verschärfte die Zersplitterung der politischen Macht in Indien zusätzlich und ebnete den Weg für die britische Herrschaft auf dem Subkontinent.
Galerie
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Kaiser des Mogulreichs Shah Alam II. als Gefangener der Britischen Ostindien-Kompanie, 1781
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Nawab von Bengalen, Mir Qasim
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Einzelnachweise
- ↑ a b c Sailendra Nath Sen: History Of The Freedom Movement In India (1857–1947). New Age International, Neu-Delhi 2009, S. 2.
- ↑ a b c d John William: Fortescue’s History of the British Army. Band 2, Naval & Military Press, 2004.
- ↑ a b Jeremy Black: The Cambridge Illustrated Atlas of Warfare. Renaissance to Revolution, 1492–1792. Hrsg. von Liz Wyse. Band 2, Cambridge University Press, Cambridge 1996, S. 160.
- ↑ Parshotam Mehra: A Dictionary of Modern History (1707–1947). Oxford University Press, Delhi 1987.
- ↑ Faridah Zaman: Colonizing the Sacred. Allahabad and the Company State, 1797–1857. In: The Journal of Asian Studies. Band 74 (2015), Nr. 2, S. 347–367.
- ↑ Edward Cust: Annals of the Wars of the Eighteenth Century: 1760–1783. Band 3, Mitchell’s Military Library, London 1858, S. 113.
- ↑ a b Sonal Singh: Micro-history Lost in a Global Narrative? Revisiting the Grant of the "Diwani" to the English East India Company. In: Social Scientist, Bd. 45 (2017), Nr. 3/4, S. 41–51.
- ↑ H. Biddulph: 571. The Battle of Buxar, 1764. In: Journal of the Society for Army Historical Research. Band 29 (1941), Nr. 79, S. 174.
- ↑ P. R. Cadell: 560. The Battle of Buxar, 1764. In: Journal of the Society for Army Historical Research. Band 20 (1941), Nr. 78, S. 113.
- ↑ Paramita Maharatna: The Zamindars of Bihar. Their Resistance to Colonial Rule between 1765–1781. In: Proceedings of the Indian History Congress. Band 73 (2012), S. 1435.
- ↑ G.J. Bryant: Asymmetric Warfare. The British Experience in Eighteenth-Century India. In: The Journal of Military History. Band 68 (2004), Nr. 2, S. 431–469.
- ↑ John Keay: The Honourable Company. HarperCollins, London 2010, S. 374.