Vertrag von Allahabad

Der Vertrag von Allahabad wurde am 16. August 1765[1] zwischen dem Mogulkaiser Shah Alam II., Sohn des verstorbenen Kaisers Alamgir II., und Robert Clive, 1. Baron Clive, von der Britischen Ostindien-Kompanie nach der Schlacht von Buxar am 22. Oktober 1764 unterzeichnet. Der Vertrag wurde von I’tisam-ud-Din, einem bengalisch-muslimischen Schreiber und Diplomaten des Mogulreichs, handschriftlich in englischer und persischer Sprache niedergeschrieben.[2]

Im August 1765 übergab der Mogulkaiser Shah Alam den Vertrag von Allahabad an Lord Clive, wodurch die Steuererhebungsrechte in Bengalen an die Ostindien-Kompanie übertragen wurden. Der Vertrag markierte den Beginn der politischen und verfassungsrechtlichen Beteiligung der Briten in Indien.[3] Gemäß den Vertragsbedingungen gewährte Alam der Ostindien-Kompanie die sog. Diwani-Rechte, also das Recht, im Namen des Kaisers Steuern in den östlichen Provinzen Bengalen, Bihar und Odisha einzutreiben. Diese Rechte erlaubten es der Kompanie, Einnahmen direkt von der Bevölkerung Bengalens, Bihars und Orissas zu erheben. Im Gegenzug zahlte die Kompanie einen jährlichen Tribut von 2,6 Millionen Rupien und sicherte Shah Alam II. die Distrikte Kora und Allahabad zu. Der Tribut diente dem Unterhalt des Kaiserhofs in Allahabad. Das Abkommen sah außerdem vor, dass Shah Alam die Provinz Varanasi zurückerhielt, sofern er weiterhin einen bestimmten Betrag an die Kompanie entrichtete. Avadh wurde in die Kontrolle des Wesirs und Nawabs Shuja-ud-Daula zurückgegeben, Allahabad und Kora jedoch wieder abgenommen. Der Nawab von Awadh, Shuja-ud-Daula, musste zudem 500.000 Rupien als Kriegsentschädigung an die Ostindien-Kompanie zahlen.

Darüber hinaus schlossen die beiden ein Bündnis, in dem die Kompanie dem Nawab Unterstützung gegen Angriffe von außen zusicherte, sofern er die Kosten für die ihm zu Hilfe entsandten Truppen übernahm.

Dieses Bündnis machte den Nawab von der Kompanie abhängig. Dies markierte einen Wendepunkt in der indischen Geschichte.

Literatur

  • William Bolts: Considerations on India Affairs; Particularly Respecting the Present State of Bengal Dependencies (1772). Anhang Nr. XVII: Copy of the new agreement or treaty entered into between the Nabob Najim al Dowlah, the Nabob Sujah al Dowlah, THE EMPEROR SHAH ALLUM, and Lord Clive and the Secret Committee of Calcutta; upon the latter’s revoking of all former treaties and new modelling the affairs of the Company, by affirming the Dewannee. 16. August 1765.

Einzelnachweise

  1. B. L. Grover, Alka Mehta: A New Look at Modern Indian History. 30. Auflage, S. Chand, Neu-Delhi 2014, ISBN 978-8121905329, S. 364.
  2. David Thomas, John A. Chesworth (Hrsg.): Christian–Muslim Relations. A Bibliographical History. Band 12: Asia, Africa and the Americas (1700–1800). Brill, Leiden 2018, S. 544–548.
  3. S. B. Bhattacherje: Encyclopaedia of Indian Events and Dates. Sterling Publishers, Neu-Delhi 2009, ISBN 978-81-207-4074-7, S. A-96.