Schamal Darfur

Schamal Darfur
Basisdaten
Hauptstadt: al-Faschir
Fläche: 317.214,94 km²
Einwohner: 2.305.000 (Berechnung 2018)
Bevölkerungsdichte: 7,3 Einwohner pro km²
ISO 3166-2: SD-DN

Schamal Darfur (arabisch شمال دارفور, deutsch Nord-Darfur) ist ein Bundesstaat Sudans in der Region Darfur.

Er hat eine Fläche von 317.214,9 km²[1] und eine Bevölkerung von etwa 2.305.000 Einwohnern (Berechnung 2018). Die Hauptstadt ist al-Faschir mit Stand 2008 über 200.000 Einwohnern.[2]

Geographie

Schamal Darfur besteht im Wesentlichen aus Trockensavanne. Der Nordosten ist fast menschenleer, so dass in den letzten Jahrzehnten durch den steigenden Bevölkerungsdruck und nach einigen regenreicheren Jahren das Anbaugebiet für Hirse nach Norden ausgedehnt wurde. In den darauffolgenden Dürrejahren kam es dann zu Hungersnöten, da infolge der Entfernung der bodennahen natürlichen Vegetation und der Umwandlung in Ackerland durch Deflation ein Teil des fruchtbaren Bodens weggeweht wurde; das Ergebnis ist eine Ausdehnung der Wüsten- und Halbwüstengebiete.

Durch Schamal Darfur verläuft in Südwest-Nordost-Richtung das Wadi Howar, auch Gelber Nil genannt. Bei al-Malha etwa 200 Kilometer nordöstlich der Stadt al-Fāschir befindet sich das Meidob-Vulkanfeld, das sich vor etwa 6,8 Millionen Jahren gebildet hat.[3]

Klima

Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für al-Fāschir
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Mittl. Tagesmax. (°C) 29,8 31,9 35,6 37,8 38,9 38,4 35,4 33,9 35,7 36,0 32,7 30,0 34,7
Mittl. Tagesmin. (°C) 9,5 11,4 15,5 18,3 21,3 23,0 22,5 21,8 21,2 18,9 13,6 10,3 17,3
Niederschlag (mm) 0 0 0 2 7 15 59 87 36 7 0 0 Σ 213
Sonnenstunden (h/d) 10,1 10,2 9,7 9,9 10,0 8,4 7,6 7,0 8,4 9,6 10,5 10,2 9,3
Luftfeuchtigkeit (%) 24 21 18 18 22 33 52 61 46 30 27 26 31,6
Quelle: wetterkontor.de (Daten 1961 – 1990)

Städte

Zu den Städten in Schamal Darfur zählen:

Verwaltungsgliederung

Der Bundesstaat teilt sich in 17 Distrikte:[1]

Deutsch Englisch Arabisch Fläche [km²]
15.1 al-Faschir Al Fasher الفاشر 8.502,3
15.2 al-Koma Al Koma الكومة 776,2
15.3 al-Lait Al Lait اللعيت 2.796,1
15.4 al-Malha Al Malha المالحة 194.627,9
15.5 as-Serif As Serief السريف 6.201,3
15.6 at-Tawischa At Tawisha الطويشة 10.867,5
15.7 at-Tina At Tina الطينة 5.624,4
15.8 Dar as-Salam Dar As Salam دار السلام 2.969,5
15.9 Kabkabiya Kebkabiya كبكابية 4.445,8
15.10 Kelemando Kelemando كلمندو 7.224,8
15.11 Kernoi Kernoi كرنوي 8.614,2
15.12 Kutum Kutum كتم 14.000,6
15.13 Melit Melit مليط 16.116,5
15.14 Saraf ʿUmra Saraf Omra سرف عمرة 1482,7
15.15 Tawila Tawila طويلة 3.483,0
15.16 Umm Baru Um Baru أم برو 16.391,8
15.17 Umm Kadada Um Kadadah أم كدادة 13.090,4

Geschichte

Von 1919 bis 1974 gehörte das Gebiet des heutigen Bundesstaates Schamal Darfur zur Provinz Darfur. 1974 wurde die Provinz Schamal Darfur abgespalten und umfasste das Gebiet des heutigen Schamal Darfur und den nördlichen Teil von Gharb Darfur. Von 1991 bis 1994 gehörte das Gebiet von Schamal Darfur wieder zum neu geschaffenen Bundesstaat Darfur, der in den Grenzen der Provinz Darfur von 1919 bis 1974 glich. Am 14. Februar 1994 wurden dann erneut Schamal Darfur von Darfur abgespalten, diesmal als Bundesstaat und ohne den nördlichen Teil von Gharb Darfur.[4]

Wirtschaft

Schamal Darfurs Wirtschaft basiert in erster Linie auf Subsistenz-Landwirtschaft (Regenfeldbau) mit Getreide, Obst und Tabakanbau und Viehwirtschaft.

Verkehr

Bei al-Fāschir befindet sich der gleichnamige Flughafen al-Faschir. Eine Fernstraße führt von der Stadt aus Richtung Süden nach Nyala in Dschanub Darfur (Süd-Darfur) und Richtung Osten über an-Nahud in Gharb Kurdufan (West-Kurdufan), al-Ubayyid und Umm Rawāba in Schamal Kurdufan (Nord-Kurdufan) bis Kusti am Weißen Nil. Zudem verläuft von al-Fāschir eine Landstraße Richtung Westen über Tawila und Kabkabiya nach al-Dschunaina in Gharb Darfur (West-Darfur).[5][6][7] Eine weitere Stand 2009 nicht asphaltierte Landstraße führt von al-Fāschir Richtung Nordwesten über Kutum, Umm Baru und Kernoi bis zur Stadt at-Tina an der Grenze zum Tschad.[8]

Siehe auch

Commons: Schamal Darfur – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Quellen

  1. a b Sudan - Subnational Administrative Boundaries. In: data.humdata.org. OCHA, abgerufen am 5. Oktober 2025 (englisch).
  2. Sudan: Bundesstaaten, Städte & Agglomerationen - Einwohnerzahlen in Karten und Tabellen. In: citypopulation.de. Abgerufen am 6. November 2025.
  3. G. Franz, D. Pudlo, G Urlacher, U. Haussmann, A. Broven, K. Wemmer: The Darfur Dome, western Sudan: the product of a subcontinental mantle plume. In: Geologische Rundschau. Band 83, Nr. 3, 1994, S. 614–623, doi:10.1007/BF01083232.
  4. www.statoids.com: Historische Übersicht der sudanesischen Bundesstaaten
  5. 2.3 Sudan Road Network. In: lca.logcluster.org. Logistics Cluster, abgerufen am 3. Oktober 2025 (englisch).
  6. Magdi Zumrawi: Assessing the Pavement Quality of National Roads in Sudan. In: University of Khartoum Engineering Journal. Band 11, Nr. 1, 2021, doi:10.53332/kuej.v11i1.151 (englisch).
  7. Dominic Johnson: Der neue Krieg bringt neues Elend. In: taz.de. 17. April 2023, abgerufen am 6. November 2025.
  8. Brian Nugent, Sonia Zambakides: Darfur: Profile of Nyala town and adjacent IDP camps. (PDF; 1,34 MB) In: unhabitat.org. UN-HABITAT, 2009, S. 47, abgerufen am 15. November 2025 (englisch).

Koordinaten: 16° 20′ N, 25° 15′ O