Kutum (Stadt)
| كتم Kutum | ||
|---|---|---|
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| Koordinaten | 14° 12′ N, 24° 39′ O | |
| Basisdaten | ||
| Staat | Sudan | |
| Bundesstaat | Schamal Darfur | |
| Distrikt | Kutum | |
| Einwohner | 34.694 (2008) | |
Kutum (arabisch كتم) ist eine Stadt im Distrikt Kutum im Bundesstaat Schamal Darfur (Nord-Darfur) im Sudan. Stand 2008 hatte sie rund 34.700 Einwohner.[1]
Lage
Die Stadt liegt an einem Wadi, weshalb sie auch als Wadi Kutum bekannt ist,[2] und etwa 160 Kilometer nordwestlich von al-Fāschir, der Hauptstadt des Bundesstaats.[3][4] Etwa vier Kilometer entfernt befindet sich das Kassab IDP Camp, das Stand 2024 über 22.000 Binnenvertriebene beherbergte, darunter viele Zaghawa und Überlebende des Darfur-Konflikts.[5] Einige Kilometer südwestlich von Kutum liegt zudem die Stadt Fata Borno und das Fata Borno IDP Camp.[6]
Bevölkerung
| Zensus-Jahr | Einwohnerzahl |
|---|---|
| 1973 | 4.762 |
| 1983 | 6.108 |
| 2008 | 34.694 |
Konflikte
Im Juni 2023 rückten in Folge des im April 2023 ausgebrochenen Krieges die Rapid Support Forces (RSF) und alliierte arabische Milizen in die Stadt ein und übernahmen dort am 3. Juni die Kontrolle. Da sich die Sudanesischen Streitkräfte vor dem Angriff zurückzogen hatten, stießen die RSF kaum auf Widerstand. Nach Augenzeugenberichten kam es zu gezielten Tötungen an der nicht-arabischen Bevölkerung in der Stadt und im nahegelegenen Kassab IDP Camp. Für die Tötung einiger unbewaffneter Zivilisten wurde von Lighthouse Reports in Zusammenarbeit mit Sky News, Le Monde und der Washington Post zwei Videos aus dem Kassab IDP Camp verifiziert: Ein Video, das von Milizionären am Tag des Angriffs aufgenommen wurde, zeigt fünf Männer, die als fünf Brüder im Alter von 14 bis 35 Jahren einer lokalen Familie identifiziert wurden, blutend am Boden liegend, die Hände auf dem Rücken gefesselt, während neben ihnen heben bewaffnete Männer ihre Gewehre in die Luft heben. Ein weiteres Video zeigt noch mehr Opfer. In ihm ruft ein Bewaffneter „Sieg den Arabern!“ und ein weiterer Bewaffneter neben ihm trägt eine RSF-Uniform.[7][5]
Wirtschaft
Bei Kutum befindet sich eine Blei-Zink-Lagerstätte.[8]
Verkehr
Eine Stand 2009 nicht asphaltierte Landstraße führt von al-Fāschir kommend Richtung Nordwesten an Kutum vorbei. Sie verläuft weiter über Umm Baru und Kernoi bis zur Stadt at-Tina an der Grenze zum Tschad.[6]
Siehe auch
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ a b Sudan. In: citypopulation.de. Abgerufen am 16. November 2025.
- ↑ Durable Solutions Analysis and Action Planning. (PDF; 9,21 MB) In: jips.org. UNHCR, JIPS, März 2022, S. 7, abgerufen am 16. November 2025 (englisch).
- ↑ ‘Forced searches and deliberate grazing’ haunt farmers in Sudan’s Kutum. Radio Dabanga, 13. Dezember 2024, abgerufen am 16. November 2025 (englisch).
- ↑ Kutum. In: GeoNames. Abgerufen am 16. November 2025 (englisch).
- ↑ a b The Kutum massacre. In: lighthousereports.com. Lighthouse Reports, Sky News, Le Monde, Washington Post, 9. September 2024, abgerufen am 16. November 2025 (englisch).
- ↑ a b Brian Nugent, Sonia Zambakides: Darfur: Profile of Nyala town and adjacent IDP camps. (PDF; 1,34 MB) In: unhabitat.org. UN-HABITAT, 2009, S. 47, abgerufen am 16. November 2025 (englisch).
- ↑ North Darfur’s Kutum has fallen into RSF hands. Radio Dabanga, 6. Juni 2023, abgerufen am 16. November 2025 (englisch).
- ↑ Kutum lead-zinc deposit, North Darfur, Sudan. In: mindat.org. Abgerufen am 16. November 2025 (englisch).