Sarotlaspitzen
| Sarotlaspitzen | ||
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| Sarotlaspitzen vom Plasseggenpass aus gesehen | ||
| Höhe | 2564,7 m ü. A. | |
| Lage | Österreich | |
| Dominanz | 1,67 km → Weißplatte | |
| Schartenhöhe | 188 m ↓ St. Antönier Joch | |
| Koordinaten | 47° 0′ 3″ N, 9° 53′ 19″ O | |
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| Typ | mehrere Felsgipfel | |
| Gestein | Amphibolit und Hornblendeschiefer (Silvrettakristallin) | |
Die Sarotlaspitzen sind ein Berg mit schroffen Felsgipfeln, der höchste ist laut Lidarmessung 2564,7 m ü. A. hoch und liegt genau an der Grenze Österreich/Schweiz.[1] Die Gipfel zeichnen sich durch steile Felswände, scharfe Grate und ausgeprägten Hochgebirgscharakter aus.
Lage
Politische Lage
Die Sarotlaspitzen liegen überwiegend im österreichischen Bundesland Vorarlberg und gehören dort zum Bezirk Bludenz. Sie bilden auch die Grenze zwischen den Gemeinden Tschagguns im Westen und St. Gallenkirch im Osten. Einzelne Gipfel und Grate verlaufen unmittelbar entlang der Staatsgrenze zur Schweiz im Südwesten beziehungsweise in deren Grenzbereich. Die Schweizer Seite gehört zum Kanton Graubünden, Verwaltungsbezirk Prättigau/Davos, Gemeinde Luzein.[2][3]
Lage bezüglich Gebirge
Gebirgsgeographisch zählen die Sarotlaspitzen zum Rätikon, zur Untergruppe Gweil-Sarotla-Kamm. Die benachbarten Gipfel und Sättel sind ausgehend vom Hauptgipfel nach Nordosten und Norden: Nebengipfel der Sarotlaspitzen (2558 m, 2474 m, 2545 m), Innerer Platinakopf (2505 m, Äußerer Platinakopf (2416 m) und Gweiljoch (2209 m).[2]
Nach Nordwesten und Westen verläuft der Hauptkamm des Rätikons, der zugleich die Staatsgrenze bildet, hier sind folgende Gipfel und Sättel: Plasseggenpass (2353 m), Scheienfluh (2626 m), Weißplatte (2627 m) und Grubenpass (2241 m).[2][3]
Nach Süden, ebenfalls am Hauptkamm und an der Staatsgrenze sind der Sarotlapass (2389 m) und die Röbispitzen mit 2448 m, 2411 m und 2465 m Höhe.[2][1]
Lage bezüglich Regionen und Tälern
Nördlich und nordöstlich der Sarotlaspitzen liegt die Region Montafon, südlich und südwestlich liegt die Region Prättigau.[2]
Der Hauptgipfel der Sarotlaspitzen ist Wasserscheide von drei Gewässern und Schnittpunkt deren Täler. Nach Norden fließt der Tilisunabach, später Gamperdelsbach durch das Gamperdelstal in Richtung der Ortschaft Tschagguns am Talboden des Montafons. Im Osten fließt der Sarotlabach ins Gargellental mit dem Suggadinbach, der nordwärts fließt und bei Galgenul in die Ill mündet. Die Schweizer Seite wird entwässert über den Tällibach, Schanielabach (St. Antöniertal) und Landquart (Hauptfluss des Prättigaus).[2][4]
Die nächstgelegenen Dörfer sind St. Antönien 5 km Luftlinie südwestlich, Luzein 13 km südwestlich, Gargellen 4 km südöstlich, Galgenul 6 km nordöstlich und Tschagguns 8 km nördlich.[3]
| Weißplatte | Gamperdelstal | Galgenul |
| Partnun | Gargellental | |
| St. Antönien | Sarotlajoch
Röbispitzen |
Gargellen |
Geologie
Die Sarotlaspitzen bestehen überwiegend aus Amphibolit und Hornblendeschiefer.[5][6][7] Der Hauptgipfel besteht aus Granatglimmerschiefer. Die Nordflanke wird aus Muskovitgranitgneis gebildet.[7] Die Gesteine entstanden in einem flachen Schelfmeer und wurden im Zuge der Alpenorogenese gefaltet, überschoben und angehoben.
Die widerstandsfähige Gesteinsstruktur prägt das charakteristische Erscheinungsbild mit steilen Wänden, scharfen Graten und ausgeprägten Felsabbrüchen. In den höheren Lagen sind typische Karstformen wie Karrenfelder, Rinnen und Spalten verbreitet.
Alpinismus
Die Sarotlaspitzen nehmen eine besondere Stellung im alpinen Klettersport des westlichen Rätikons ein. Die meist steilen und anspruchsvollen Routen erfordern Trittsicherheit, Schwindelfreiheit, alpine Erfahrung, sichere Orientierung und gutes Können im Felsklettern.
Im Vergleich zu bekannteren Gipfeln der Region sind die Sarotlaspitzen weniger stark frequentiert. Zustiege erfolgen sowohl vom Montafon aus (Tilisunahütte oder Gargellen) als auch vom Prättigau aus (St. Antönien).
Die Erstbesteigungen der einzelnen Gipfel erfolgten überwiegend in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts im Zuge der alpinistischen Erschließung des Rätikons.
Naturschutz
Die Sarotlaspitzen liegen in einem ökologisch sensiblen Hochgebirgsraum mit alpinen Rasen, Felsschuttgesellschaften und spezialisierten Hochgebirgsarten.
Die Schweizer Seite steht unter Landschaftsschutz, das Gebiet gehört zum Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung (BLN 1914 Plasseggen – Schijenflue).[8]
In Österreich gehört die Ostseite zum Großraumbiotop Gweil - Sarotla.[9] Der Hauptgrund für den Schutz ist, dass gefährdete bis stark gefährdete Gebirgsvögel wie Auerhuhn (Tetrao urogallus), Birkhuhn (Tetrao tetrix), Steinhuhn (Alectoris graeca), Spechte, Uhu (Bubo bubo) und andere Eulen hier noch vorkommen. Auch die heute noch existierenden alpinen Säugetiere kommt hier vor, insbesondere Steinböcke und Gämsen.[10][5] Die Ostseite liegt in der Weißzone Platina Sarotla[5], die Westseite in der Weißzone Tilisuna.[6][11]
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ a b Sarotlaspitzen - Peakbagger.com. Abgerufen am 13. Januar 2026.
- ↑ a b c d e f Maps of Switzerland - Swiss Confederation - map.geo.admin.ch. Abgerufen am 13. Januar 2026.
- ↑ a b c Wandern. Abgerufen am 13. Januar 2026.
- ↑ Gewässer. Abgerufen am 13. Januar 2026.
- ↑ a b c Platina-Sarotla. In: Inventar Weißzone. Land Vorarlberg, Abteilung Raumplanung, abgerufen am 13. Januar 2026.
- ↑ a b Tilisuna. In: Inventar Weißzone. Land Vorarlberg, Abteilung Raumplanung, abgerufen am 13. Januar 2026.
- ↑ a b Geologische Karte 2007. Abgerufen am 13. Januar 2026.
- ↑ BLN 1914 Plasseggen – Schijenflue. Abgerufen am 11. Januar 2026.
- ↑ Biotopinventar. Abgerufen am 13. Januar 2026.
- ↑ Biotope Vorarlberg. Abgerufen am 13. Januar 2026.
- ↑ Inventar Weißzone. Abgerufen am 13. Januar 2026.