Saltsjöbanan

Saltsjöbanan (25, 26)
SL C10 2915 in Storängen
Streckenlänge:18,8 km
Spurweite:1435 mm (Normalspur)
Stromsystem:750 V =
Maximale Neigung: 16,7 
Minimaler Radius:300 m
Streckengeschwindigkeit:70 km/h
Zugbeeinflussung:ATC
Zweigleisigkeit:Nacka – Saltsjö-Järla
Storängen – Saltsjö-Duvnäs
Söder Mälarstrand (1. Okt. 1908–1954, SSnJ)
Västra stambanan
Västra stambanan von Stockholm C
von Skeppsbron
0,0 25 Slussen Übergang 13 14 17 18 19 – (1936–2016)
0,3 Stadsgården
Stadsgården SJ
Masthamnen
Stadsgårdstunneln (638 m)
1,2 Tegelviken (1893–1893)
Folkungagatan (167 m)
Folkungsgatan 222 (194 m)
1,7 Fåfängan (1894–1906)
Fåfängan-Tunnel
nach Stockholm Södra
Danvikskanalen (Danviksbron 91 m)
2,3 Henriksdal
Henriksdaltunneln (337 m)
Värmdöleden 222 (141 m)
2,8 Dockan (für Svenska Petroleum AB)
3,4 Sickla Übergang 30
3,6 Nacka växel (Beginn zweispuriger Abschnitt)
Industrieanschluss
3,8 Nacka
Turbinenfabrik DeLaval
5,0 Saltsjö-Järla
5,064 Järla växel (Ende zweispuriger Abschnitt)
5,6 Lillängen
6,395 Storängen växel (Beginn zweispuriger Abschnitt)
6.6 Storängen
Värmdöbanan (geplant 1907)
Vattenverksvägen
Saltsjöbadsleden (158 m)
7,9 Saltsjö-Duvnäs
8,046 Duvnäs växel (Ende zweispuriger Abschnitt)
Snörom (grusgrop), etwa 3,5 km, 1893–1899
10,2 Östervik (ab 1902)
10,9 Lännerstasund (1894–1902, durch Östervik ersetzt)
11,6 Fisksätra (Bhf. seit 15. Dezember 2024)
Hamnvägen
13,0 26 Igelboda
Saltsjöbadsleden (44 m)
13,6 Tippen
14,4 Tattby (früher Bhf.)
Tattbytunneln (125 m)
15,1 Erstaviksbadet
16,0 26 Solsidan (früher Bhf.)
Torsvägen
Neglinge torg
Pålnäsviken
14,0 Neglinge Neglingedepot
14,9 Ringvägen
Ringvägen
Ringvägen
15,6 Saltsjöbaden (1893–1947)
16,1 Dalaröbryggan
15,9 25 Saltsjöbaden (1947–)

Quellen: [1][2]

Saltsjöbanan ist eine 18,8 Kilometer lange Eisenbahnstrecke, die den Ausflugsort Saltsjöbaden mit Stockholm verbindet. Die Bahnstrecke wurde am 1. Juli 1893 als Stockholm–Saltsjöns Järnväg (SSnJ) eingeweiht.

Die Bahn entstand gleichzeitig mit dem Ausbau von Saltsjöbaden zum exklusiven Badeort. Bis 1913 verkehrten Dampflokomotiven auf der Strecke. Danach wurde die Bahn mit 1500 V Gleichspannung vollständig elektrifiziert. 1976 wurde die Fahrleitungsspannung auf 750 V halbiert. Damit wurde es möglich, Triebwagen aus dem Bestand der U-Bahn nach nur vergleichsweise geringen Anpassungen einzusetzen. Heute sind entlang der Strecke 18 Haltepunkte in Betrieb. Täglich nutzen die Züge der Saltsjöbana im Durchschnitt 17 000 Fahrgäste.[3]

Geschichte

Die Saltsjöbana besteht aus zwei Strecken. Die Stammstrecke führt von Slussen über Igelboda nach Saltsjöbaden. In Igelboda zweigt die zweite Strecke nach Solsidan ab.

Der Finanzier Knut A. Wallenberg, Vorstandsvorsitzender der Stockholms Enskilda Bank, initiierte zusammen mit dem Großhändler Theodor Nygren und anderen den Bau von Neglingeön, einer Halbinsel östlich von Nackaskogarna in Richtung Baggensfjärden. Bis 1891 gehörte die Halbinsel zum Gut Erstavik. Wallenberg erwarb das Land, um dort eine Villenstadt und einen Badeort zu errichten – im Wesentlichen dasselbe Konzept wie in Djursholm.

Järnvägs AB Stockholm–Saltsjön

Im selben Jahr 1891 wurde die Järnvägs AB Stockholm–Saltsjön (SSnJ) gegründet und mit dem Bau einer normalspurigen Eisenbahnstrecke zwischen Stockholm und Saltsjöbaden begonnen. Am 1. Juli 1893 war die Strecke bis zum provisorischen Endbahnhof in Tegelviken fertiggestellt.

Der Streckenabschnitt von Tegelviken nach Stadsgården war sechs Monate später am 23. Dezember 1893 fertiggestellt. Zu diesem Zeitpunkt waren das Fachwerkviadukt in Tegelviken und der Tunnel unter dem Erstaklippan bereits vollendet. Der Stadsgårdstunneln war damals mit 638 Metern Schwedens längster Tunnel. Der zweite Tunnel, Henriksdalstunneln, war 337 Meter lang. Von der Endstation Stadsgården gab es eine Dampfschiffverbindung zum Karl XII:s torg.

1915 betrug die zulässige Höchstgeschwindigkeit zwischen Saltsjöbaden und Tegelviken 50 km/h. Zwischen Tegelviken und der Tunnelmündung galten bergab 25 km/h und bergauf 50 km/h.[4]

In Saltsjöbaden gab es ein Gleis nach Dalaröbryggan. Dieses verlor an Bedeutung, als der Bahnhof 1947 nach Nordosten verlegt wurde. Der Güterverkehr zum Kai wurde in den 1960er Jahren vollständig eingestellt. Das Nebengleis war bis 1976 auf den in den Personenwagen befindlichen Strecken-Plänen noch verzeichnet.[4]

Die zweigleisige Strecke zwischen Storängen und Duvnäs war 1912 fertiggestellt und wurde 1913 für den regulären Güterverkehr freigegeben. Im selben Jahr begann der elektrische Betrieb auf der Strecke.[4]

1937 wurde die Strecke zwischen Nacka und Saltsjö Järla zweigleisig ausgebaut. Der zweigleisige Betrieb wurde dort jedoch nie vollständig aufgenommen; das südliche Gleis kam nur bei Zugbegegnungen zum Einsatz. Zuvor war das südliche Gleis für den Güterverkehr zu den zahlreichen Industriegleisen in Järla und Nacka von großer Bedeutung. Die Strecke wurde auf diesem Abschnitt weiter nach Süden verlegt; ob dies zeitgleich mit dem zweigleisigen Ausbau geschah, ist unklar.[4]

Seit 22. August 2016 ist der Streckenabschnitt zwischen dem westlichen Endpunkt Slussen und Henriksdal wegen des Umbaues von Slussen gesperrt. Er soll ab 2027 wieder befahren werden. Seit Januar 2023 ist die gesamte Strecke außer Betrieb und wird durch Busse bedient. Aktuell ist geplant, die Abschnitte zwischen Fisksätra und Saltsjöbaden sowie Igelboda und Solsidan im April 2024 wieder in Betrieb zu nehmen, der Abschnitt Saltsjö-Järla–Fisksätra soll in der zweiten Jahreshälfte 2024 folgen.[5] Während der Sperrung werden die bisherigen Haltepunkte Fisksätra und Tattby zu Kreuzungsbahnhöfen ausgebaut, um die Strecken häufiger bedienen zu können. Die Straßenüberführung Värmdovägen nahe dem Haltepunkt Sickla wird umgebaut sowie der Haltepunkt Sickla als Umsteigepunkt zum neuen Ast der Blå linje der U-Bahn erweitert.[6] Seit 22. April 2025 wurde der Verkehr auf der Saltsjöbanan aufgrund von ungewöhnlichem Verschleiß der Zugräder wieder eingestellt und durch Busse ersetzt.[7]

Stockholms Spårvägar, die die Strecke am 15. Dezember 2024 übernommen hatte[8], eröffnete am 9. November 2025 wieder den Schienenverkehr.[9]

Linie Strecke Länge Stationen
25 (Slussen –) Saltsjö-Järla – Saltsjöbaden 15,9 km 13
26 Igelboda – Solsidan 2,9 km 5
Gesamt 18,8 km 18
Ersatzbusse seit 15. Dezember 2024 bzw. seit 22. April 2025 bzw. 2. Juni 2025[7]
Linie Strecke Stationen
25F[10] Nacka gymnasium – Fisksätra via gamla Saltsjöbadsvägen 6
25M[11][12][13] Glasbruksgatan – Henriksdal – Fisksätra – Saltsjöbaden 9
26M[11][12][13] Glasbruksgatan – Henriksdal – Fisksätra – Solsidan 8
26C[11][12][13] Cityterminalen – Henriksdal – Tippen – Solsidan 7

Fahrzeuge

Auf der Saltsjöbana werden elektrische Doppeltriebwagen eingesetzt. Es handelt sich um angepasste Wagen des Grundtyps C der Stockholmer U-Bahn. Sie erhielten Dachstromabnehmer und seitliche Profilausgleichsbohlen zur Verkleinerung der Lücke zwischen Fahrzeug und Bahnsteig. Außerdem wurde die mittlere Türöffnung jedes Wagens verschlossen. Ursprünglich wurden 1975 und 1976 insgesamt 13 Doppeltriebwagen umgebaut, die als C10 (Triebwagen) und C11 (Steuerwagen) in das Typenbezeichnungssystem der U-Bahn einbezogen sind. In den Jahren 2000 und 2001 kamen noch zwei weitere hinzu, die aus Wagen der U-Bahn-Reihe C8 umgebaut wurden.[14][15]

Auf der Strecke nach Saltsjöbaden verkehren in der Regel Züge aus zwei Doppeltriebwagen (also Vierwagenzüge). Auf der Zweigstrecke nach Solsidan pendelt ein Doppeltriebwagen.

Zum Ersatz der alten U-Bahn-Wagen bestellte Storstockholms Lokaltrafik (SL) im November 2025 bei Škoda Transportation und Tochter Škoda Transtech 16 Doppeltriebwagen mit Option über 15 weitere. Die als X25 eingeordneten 36 Meter langen, an allen Achsen angetriebenen Doppeltriebwagen werden 94 Sitzplätze bieten und eine Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h besitzen. Die Auslieferung soll 2029 beginnen. Nach der vollständigen Ablösung der C10/C11 soll die Spannung der Oberleitung wieder von 750 Volt auf 1500 Volt erhöht werden.[16]

Betrieb

Die Strecke der Saltsjöbana ist überwiegend eingleisig. Zweigleisige Abschnitte gibt es zwischen Saltsjö-Duvnäs und Störangen sowie zwischen Saltsjö-Jarla und Nacka. Das Depot befindet sich am Bahnhof Neglinge auf dem Ast nach Saltsjöbaden. Der Endpunkt Slussen in Stockholm ist eine eingleisige Endhaltestelle. Der südliche Endpunkt Saltsjöbaden ist ein zweigleisiger Bahnhof mit zwei Außenbahnsteigen. Ausgehend von Slussen bestand über die Hafenbahnanlagen des Stadsgårdshamns eine Gleisverbindung mit dem Eisenbahnnetz. Durch die Stilllegung der Hafenbahn wurde die Saltsjöbana zu einem Inselbetrieb.

Bemerkenswert ist die Betriebsabwicklung im Abzweigbahnhof Igelboda. In diesem zweigleisigen Bahnhof mit einem Mittelbahnsteig gibt es tagsüber halbstündliche Korrespondenzhalte. Die Züge der Hauptlinie Slussen–Saltsjöbaden kreuzen hier und der Pendelzug Igelboda–Solsidan stellt den Anschluss von und zu beiden Zügen dieser Linie her. Betrieblich wird dies so realisiert, dass der Zug Saltsjöbaden–Slussen auf Gleis 1 einfährt. Nachdem der Pendelzug von Solsidan in das Gleis 2 eingefahren ist, erhält der Zug Slussen–Saltsjöbaden Einfahrt in dieses Gleis. Beide Züge stehen dann hintereinander im selben Gleis. Nach dem Fahrgastwechsel fahren die beiden Züge nacheinander nach Solsidan und Saltsjöbaden aus.

Seit dem 1. Mai 2019 ist im Netz der Saltsjöbana das punktförmig wirkende Zugbeeinflussungssystem ZUB222c der Firma Siemens Mobility GmbH in Betrieb.

Umsteigemöglichkeiten

Nachdem Ende 2016 der stadtseitige Endabschnitt Slussen–Henriksdal gesperrt werden musste, gab es nur Übergangsmöglichkeiten auf Buslinien, vor allem in Henriksdal, Sickla und Fisksätra. Seit Sommer 2017 besteht in Sickla durch die Inbetriebnahme der Streckenverlängerung von Sickla udde eine Umsteigemöglichkeit zur Tvärbana. Bis 2026 soll in der Nähe der Tunnelbana-Station und des Busterminals Slussen eine neue, zweigleisige Endhaltestelle errichtet werden.[17]

Mit der Verlängerung der Blå linjen (deutsch Blaue Linie) von Kungsträdgården bis Nacka Centrum werden voraussichtlich ab etwa 2025 in Sickla und Järla neue Umsteigemöglichkeiten zur Tunnelbana entstehen.[18]

Ein früherer Plan, die Saltsjöbana mit der Tvärbana zu verbinden und auf deren Normen umzustellen, wird momentan nicht weiter verfolgt.[19]

Unfall vom 15. Januar 2013

Am 15. Januar 2013 gegen 2.30 Uhr nachts ereignete sich ein Unfall auf der Saltsjöbana. Nach Reinigungsarbeiten im Depot Neglinge hatte sich ein Vierwagenzug mit einer Reinigungskraft an Bord in Bewegung gesetzt und raste am Ende der Strecke in Saltsjöbaden in ein Haus. Die Reinigungskraft wurde schwer verletzt, im betroffenen Haus kamen alle Bewohner mit dem Schrecken davon. Das Haus wurde schwer beschädigt, die beiden ersten Wagen mussten verschrottet werden. Der Streckenabschnitt Neglinge–Saltsjöbaden war acht Monate außer Betrieb.

  • SL-Fahrplan Winter 2020/2021. (PDF) Ehemals im Original (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 11. Dezember 2025.@1@2Vorlage:Toter Link/mitt.sl.se (Seite nicht mehr abrufbar. Suche in Webarchiven)
  • SSÄ Banbok för Saltsjöbanan. (PDF) Trafikförvaltningen, 1. Mai 2019, ehemals im Original (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 2. Oktober 2022 (schwedisch).@1@2Vorlage:Toter Link/www.rtcon.se (Seite nicht mehr abrufbar. Suche in Webarchiven)

Einzelnachweise

  1. Saltsjöbanan - bangårdsskisser från 1930-talet. In: ekeving.se. Abgerufen am 11. Dezember 2025.
  2. Stockholm Saltsjöbanan–Igelboda–Saltsjöbaden. Bandel 334. In: banvakt.se. Abgerufen am 11. Dezember 2025 (schwedisch).
  3. Fakta om SL och länet 2022. (PDF) Påstigande per avtalsområde 2014–2022. AB Storstockholms Lokaltrafik, S. 30, abgerufen am 11. Dezember 2025 (schwedisch, 2023 und 2024 gab es keine Erhebungen über Fahrgäste auf dieser Strecke).
  4. a b c d Saltsjöbanan. In: ekeving.se. 1. Oktober 2017, abgerufen am 11. Dezember 2025 (schwedisch).
  5. Saltsjö - Järla - Saltsjöbaden. (PDF) 14.12.2025–18.06.2026. Storstockholms Lokaltrafik, 14. Dezember 2025, abgerufen am 11. Dezember 2025 (schwedisch).
  6. Ombyggda stationer i Fisksätra och Tattby. In: regionstockholm.se. Region Stockholm, 2022, ehemals im Original (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 26. Oktober 2022 (schwedisch).@1@2Vorlage:Toter Link/www.regionstockholm.se (Seite nicht mehr abrufbar. Suche in Webarchiven)
  7. a b Ingen tågtrafik på Saltsjöbanan – bussar ersätter. In: sl.se. 22. April 2025, ehemals im Original (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 28. Juni 2025 (schwedisch).@1@2Vorlage:Toter Link/sl.se (Seite nicht mehr abrufbar. Suche in Webarchiven)
  8. Stockholms Spårvägar har tagit över fler lokalbanor i Stockholm. In: stockholmssparvagar.se. Abgerufen am 11. Dezember 2025 (schwedisch).
  9. Saltsjöbanan öppnar för trafik – Stockholms Spårvägar återupptar trafiken. In: bergkvara.se. 7. November 2025, abgerufen am 11. Dezember 2025 (schwedisch).
  10. 25F Winter
  11. a b c 25M+26M+26C Winter
  12. a b c 25M+26M+26C Sommar
  13. a b c 25M+26M+26C Herbst
  14. Details zum Typ C10 auf den Seiten von Svenska Spårvägssällskapet (schwedisch)
  15. Details zum Typ C11 auf den Seiten von Svenska Spårvägssällskapet (schwedisch)
  16. X25 EMUs for Saltsjöbanan. In: Railvolution. 11. November 2025, abgerufen am 13. November 2025 (englisch).
  17. Lennart Spetz: Tio år tills tågen når Slussen igen. nvp.se, 13. Juni 2016, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 20. Dezember 2016; abgerufen am 14. Dezember 2016 (schwedisch).  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.nvp.se
  18. Tunnelbana från Kungsträdgården till Nacka och söderort. (PDF) Stockholms läns landsting, abgerufen am 26. Oktober 2022 (schwedisch).
  19. Danielle Langert: Tvärbanan knyts ihop med Saltsjöbanan. svt nyheter, 26. Juni 2013, abgerufen am 14. Dezember 2016 (schwedisch).