Rolf Märkl
Rolf Märkl (* 20. März 1931 in Rosenheim; † 7. März 2020 ebenda) war ein deutscher Pädagoge, Bildhauer und Maler.
Leben
1945 bis 1948 machte er eine Ausbildung als Holzbildhauer, 1950 bis 1952 folgte die Lehrzeit als Steinbildhauer. 1952 bis 1957 absolvierte er ein Studium an der Münchner Akademie der bildenden Künste bei den Professoren Toni Stadler und Heinrich Kirchner.
1954 hatte er eine erste Ausstellungsbeteiligung im Haus der Kunst in München, insgesamt stellte er 22 mal in der jährlich stattfindenden „Großen Kunstausstellung im Haus der Kunst“ aus. Von 1957 bis 1971 arbeitete er als Kunsterzieher, u. a. im Landschulheim Schloss Buldern in Westfalen, wo er auch eine seine ersten großen Bronzen („St. Sebastian“) schuf. 1971 gab er seine Stelle als Kunsterzieher auf und widmete sich der Arbeit als Kurator und Künstler in Rosenheim.
Märkl schuf Skulpturen in Holz und Bronze, Grafiken und Gemälde.[1] Einzelausstellungen von Märkl fanden u. a. in der „Galerie Goldgasse“, Salzburg (1975), in Novi Sad, Vojvodina (1977), im „Kunstraum Klosterkirche“ und der Städtischen Galerie Traunstein (1996), in der Städtischen Galerie Rosenheim (1981, 1993 und 2001) und im Bundesdenkmalamt in Graz (2002) statt.
1990 war er Kurator der Neuen Münchner Künstlergenossenschaft für die „Große Kunstausstellung im Haus der Kunst“. 1997 gestaltete er die Ausstellung „Afrikanische Kunst, Sammlung Han Coray - Zürich“ im Lokschuppen Rosenheim. Am Kunstprojekt „freedom-freiheit-liberte“ im Münchner Üblacker-Häusl war Märkl mit diversen Bronzen beteiligt. 2003 war er Kurator in der Städtischen Galerie Rosenheim für die Ausstellung „Expressiver Realismus“. 2006 fand die Ausstellung „Rolf Märkl und Weggefährten“ in der Städtischen Galerie Rosenheim statt. Eine Reihe seiner plastischen Werke, wie das zentrale Friedhofskreuz oder die Figur des „St. Sebastian“ sind heute im öffentlichen Raum Rosenheims präsent.[2]
Märkl war nicht nur Künstler, er gestaltete über Jahrzehnte die lokale und regionale Kunstszene mit. Er engagierte sich auch in anderen Bereichen für seine Heimatstadt. Hervorzuheben ist beispielsweise sein Einsatz für den Erhalt historischer Gebäude, so als Mitglied des 1971 gegründeten Forums für Städtebau und Umweltfragen.[1]
Märkl starb im Jahr 2020 in Rosenheim. 2018 hatte er noch in Zusammenarbeit mit der Stadt Rosenheim die Rolf-Märkl-Stiftung gegründet. Märkl brachte einen repräsentativen Querschnitt seines Gesamtwerkes – Plastiken, Malerei, Druckgrafik und Zeichnungen – in die Stiftung ein.[3]
Die Stadt Rosenheim hat auch den Nachlass Rolf Märkls erhalten. Seine Ehefrau Anna Märkl überreichte am 28. Oktober 2024 dem Stadtarchiv die Schenkung.[4]
Märkls Werk „Kain“ befindet sich im Besitz der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen.[5]
Ehrungen
Im Jahr 1986 erhielt er den Kulturpreis der Stadt Rosenheim.[4] 2012 erhielt er den Oberbayerischen Kulturpreis des Bezirks Oberbayern. Eine begleitende Werkschau fand bis 8. Juli 2012 im Schafhof in Freising statt.[6]
Weblinks
Publikationen
- Ein konservativer Bildhauer erzählt von seiner Arbeit, Langer-Druck, Kolbermoor, 1978.
- mit Reinhard Müller-Mehlis: Rolf Märkl - Arbeiten in Holz anlässlich der Ausstellung i. d. Städtischen Galerie Rosenheim, 8. Mai bis 21. Juni 1981. Städtische Galerie Rosenheim, 1981.
- „Holzschnitte und Gedichte“, Dorer Druck, Rosenheim, 1987.
- „Rolf Märkl und Schüler“, Ausstellungskatalog, Prien, 1996.
- „Flächiges und Skulpturales“, Ausstellungskatalog, Städtische Galerie Rosenheim, 1993.
- „Späte Spuren“, Leinwandbilder, Ausstellungskatalog, Städtische Galerie Rosenheim, 2001.
Literatur
- Hans Distler: Garten eines Bildhauers. Kiefersfelden, 1991.
- Josef Einwanger: „Rolf Märkl und Weggefährten“, Herausgegeben von der Städtischen Galerie Rosenheim, 2006.
- Birgit Löffler: Der Bildhauer Rolf Märkl. Herausgegeben vom Kunstverein Rosenheim, 2011. ISBN 9783000332661
- Robert Berberich: Rolf Märkl, Bildhauer und Maler In: Oberbayerischer Kulturpreis 2012, Bezirk Oberbayern, München, 2012, S. 16–25.
- Walther Konschitzky, Anne Märkl: Illustriertes Werkverzeichnis - Rolf Märkl - Skulptur Grafik Malerei, Herausgegeben vom Kunstverein Rosenheim, 2025. ISBN 978-3-939446-38-5
Einzelnachweise
- ↑ a b Rolf Märkl. Gailer Kunstauktionshaus am Chiemsee, abgerufen am 31. Dezember 2025.
- ↑ Schenkungen und Stiftungen. In: Städtische Galerie Rosenheim. Abgerufen am 1. Januar 2026.
- ↑ Rolf-Märkl-Stiftung besiegelt. In: OVB. 1. Februar 2018, abgerufen am 31. Dezember 2025.
- ↑ a b Stadt Rosenheim erhält Nachlass von Kulturpreisträger Rolf Märkl. In: Stadt Rosenheim. 28. Oktober 2024, abgerufen am 31. Dezember 2025 (deutsch).
- ↑ Rolf Märkl. In: www.sammlung.pinakothek.de. Abgerufen am 1. Januar 2026.
- ↑ Bezirk Oberbayern: Oberbayerischer Kulturpreis 2012 in Freising verliehen. Abgerufen am 1. Januar 2026.