Städtische Galerie Rosenheim
Die Städtische Galerie Rosenheim in Rosenheim in Oberbayern zeigt in wechselnden Ausstellungen Kunst der Moderne und zeitgenössische Kunst aus der eigenen Sammlung sowie Werke regionaler und internationaler Künstler mit Bezug zum bayerischen Inntal und Chiemgau.
Geschichte
Durch die Gründung eines Kunstvereins in Rosenheim angeregt, beschloss der in München lebende Lehrer und Kunstsammler Max Bram im Jahr 1904, seine umfangreiche Sammlung von Werken der Münchener Schule der Stadt Rosenheim zu stiften. Er tat dies mit der Auflage, ein entsprechendes Ausstellungsgebäude zu errichten. Erst kurz vor seinem Tod 1935 fand dafür die Grundsteinlegung statt. Das Gebäude, ein Werk German Bestelmeyers, wurde am 29. August 1937 durch Gauleiter Adolf Wagner eröffnet.[1] Die erste Ausstellung aus den Stiftungsbeständen Brams gestalteten die den Chiemseemalern zugerechneten Maler Constantin Gerhardinger, Anton Müller-Wischin und Emil Thoma. Künstler aus dem Rosenheimer Raum zählten zu dieser Zeit zu den meistausgestellten Künstlern auf den „Großen Deutschen Kunstausstellungen“ im „Haus der Deutschen Kunst“ in München.[2] Ein Bombentreffer beschädigte im Jahr 1944 das Ausstellungsgebäude schwer, die Bilder der Galerie waren aber während des Krieges glücklicherweise auf die Fraueninsel ausgelagert.
Nach Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg wurde im Jahr 1949 mit einer Sonderausstellung mit Werken von Emil Thoma, Karl Hermann Müller-Samerberg und Hans Müller-Schnuttenbach der Ausstellungsbetrieb wieder aufgenommen. Regelmäßige Sonderausstellungen etablierten sich ab 1952. So gab es Sonderausstellungen mit Werken von Karl Caspar und Maria Caspar-Filser (1952, 1957), Anton Kerschbaumer (1955), Willi Geiger (1959) und Max Beckmann (1960).
Schenkungen und Stiftungen Leo von Weldens (1899–1967), von Constantin Gerhardinger (1888–1970), Hans Müller-Schnuttenbach (1889–1973), Josef Hamberger (1925–2019), Gertruda Gruber-Göpfertova (1914–2020), Rolf Märkl (1931–2020) und Erika Maria Lankes (1940–2022) bereicherten den Bestand der Städtische Galerie.[3]
2024 kam eine Schenkung von 70 Bildern des Ehepaares Schön hinzu, damit wird einer der Sammlungsschwerpunkte der Galerie, die Münchener Schule und Chiemseemaler, durch bedeutende Werke der Inntalmaler ergänzt.[4]
Seit Beginn des 21. Jahrhunderts wurde das Gebäude modernisiert. Seit 2020 findet das Transit Art Festival für Street-Art statt.
Baubeschreibung
Die Städtische Galerie und das daneben befindliche Stadtarchiv Rosenheim sind in der Liste der Baudenkmäler in Rosenheim aufgeführt:[5]
Ausstellungsgebäude, langgestreckter kubischer Bau mit Oberlicht-Aufsatz und in Pfeilerstellung geöffneter Eingangsfront, von German Bestelmeyer, 1935–37
parallel zurückgesetzt Stadtarchiv, langgestreckter eineinhalbgeschossiger Bau mit Pfeilerportikus, von German Bestelmeyer, 1935–37
zwischen beiden Trakten Skulpturenhof, seitlich von Mauern eingefasst
Literatur
Felix Steffan: Die Peripherie als Zentrum. Der Kunstbetrieb in Rosenheim und dem Chiemgau 1904–1968. Böhlau, Köln 2025.
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Über uns: Geschichte. Abgerufen am 30. Dezember 2025.
- ↑ vgl. Ausstellung „Vermacht, verfallen, verdrängt – Kunst und Nationalsozialismus“ der Städtischen Galerie Rosenheim im Herbst 2017.
- ↑ Schenkungen und Stiftungen. Abgerufen am 30. Dezember 2025.
- ↑ „Diese Werke erzählen unglaubliche Geschichten“: Spektakuläre Schenkung an die Städtische Galerie. In: OVB. 5. Juni 2024, abgerufen am 31. Dezember 2025.
- ↑ Denkmalliste für Rosenheim (PDF) beim Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege
Koordinaten: 47° 51′ 7,9″ N, 12° 7′ 47,8″ O