Rogożany
| Rogożany Rosen | ||
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| Basisdaten | ||
| Staat: | Polen
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| Woiwodschaft: | Opole | |
| Powiat: | Głubczyce | |
| Gmina: | Kietrz | |
| Geographische Lage: | 50° 6′ N, 17° 54′ O
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| Höhe: | 250–290 m n.p.m. | |
| Einwohner: | 180 (1. Okt. 2020[1]) | |
| Postleitzahl: | 48-130 | |
| Telefonvorwahl: | (+48) 77 | |
| Kfz-Kennzeichen: | OGL | |
| Wirtschaft und Verkehr | ||
| Nächster int. Flughafen: | Katowice | |
Rogożany (deutsch Rosen, tschechisch Rohožany) ist ein Ort in Oberschlesien in der Stadt- und Landgemeinde Kietrz im Powiat Głubczycki der Woiwodschaft Opole in Polen.
Geographie
Das Angerdorf Rogożany liegt rund 10 Kilometer westlich von Kietrz (Katscher), 14 Kilometer südsüdöstlich von Głubczyce (Leobschütz) und 80 Kilometer südlich von Opole (Oppeln) in der Nizina Śląska (Schlesische Tiefebene) an der Goldenen Aue, die bei Nowa Cerekwia (Deutsch Neukirch) in die Troja mündet.
Nachbarorte von Rogożany sind im Osten Nowa Cerekwia (Deutsch Neukirch) und Altstett, im Südwesten Chróścielów (Krastillau), im Westen Dzbańce (Krug), im Nordwesten Wojnowice (Wanowitz) und Zauchwitz im Norden.
Geschichte
„Rosensan“ bzw. „Rossan“ wurde erstmals im Jahre 1377 erwähnt, als das Herzogtum Leobschütz durch Teilung des Herzogtums Oppeln gebildet wurde. 1430 ist es in der Schreibweise Rogosan belegt.[2] Der Ortsname leitet sich vom altslawischen Begriff „rogoz“ (Schilf) ab und deutet darauf hin, dass der Ort Rosen in einem sumpfigen mit Schilf bewachsenen Gelände lag.[3][4] Die altslawische Herkunft Rosens wird auch in der Dorfform geschildert – Rosen wird als „wahre Rundlingsanlage“ eingestuft und als Rundlingsdorf bezeichnet.[5] Die Rose im Gemeindesiegel des Ortes bis 1945 weist auf die deutsche Form des Ortsnamens Rosen hin, der sich im Laufe der Zeit aus der alten Ortsbezeichnung Rogosan herausgebildet hatte.
Nach dem Ersten Schlesischen Krieg 1742 fiel Rosen mit dem größten Teil Schlesiens an Preußen. 1795 wurde im Ort eine katholische Schule eingerichtet.
Nach der Neuorganisation der Provinz Schlesien gehörte die Landgemeinde Rosen ab 1816 zum Landkreis Leobschütz, mit dem sie bis 1945 verbunden blieb. 1845 bestanden im Dorf eine katholische Schule, eine Brennerei und 83 Häuser. Die Einwohnerzahl lag bei 475, davon 37 evangelisch und vier jüdisch.[6] 1861 zählte Rosen 554 Einwohner, 16 Bauern-, 18 Gärtner- und 43 Häuslerstellen. Eingepfarrt waren die Bewohner nach Deutsch Neukirch.[7] 1874 wurde der Amtsbezirk Deutsch Neukirch gegründet, der die Landgemeinden Bieskau, Deutsch Neukirch, Kösling und Rosen umfasste.[8]
Bei der Volksabstimmung in Oberschlesien am 20. März 1921 stimmten in Rosen 372 Personen für einen Verbleib bei Deutschland und 0 für Polen. Rosen verblieb wie der gesamte Stimmkreis Leobschütz beim Deutschen Reich.[9] 1926 wurde das Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs errichtet. 1933 zählte der Ort 392 Einwohner, 1939 waren es 385 Einwohner. Am 19. März 1945 flüchtete die Bevölkerung in Richtung Sudetenland, da durch Rosen die Front verlieg. Innerhalb weniger Tage wechselte der Ort dreimal zwischen der Wehrmacht und der Roten Armee den Besatzer. Ende März nahm die Rote Armee Rosen endgültig ein. Durch die Kampfhandlungen im Ort wurde 40 % der dörflichen Bebauung zerstört.
1945 kam der bisher deutsche Ort unter polnische Verwaltung, wurde in Rogożany umbenannt und der Woiwodschaft Schlesien angeschlossen. Im Mai 1945 kehrte ein Großteil der zuvor geflüchteten Bevölkerung zurück. Am 9. Juli 1946 wurde die deutsche Bevölkerung des Ortes über den Bahnhof von Leobschütz vertrieben. Ein Großteil kam nach Emsdetten in Westfalen. 1950 wurde Rogożany der Woiwodschaft Opole zugeteilt. Seit 1999 gehört es zum Powiat Głubczycki.
Sehenswürdigkeiten
- Römisch-katholische Mariä-Himmelfahrt-Kapelle (Kaplica p.w. Wniebowzięcia Najświętszej Maryi Panny)
- Steinernes Wegekreuz
Vereine
- Freiwillige Feuerwehr OSP Rogożany
Literatur
- Georg Beier: Die Dörfer des Kreises Leobschütz 1914–1946. Oberschlesischer Heimatverlag Dülmen, 1990. ISBN 3-87595-277-4
- Margot Rotter, Elisabeth Grasshoff-Klein, Jörg Räker: Chronik der Gemeinde Rosen im Kreis Leobschütz O/S, 2010
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Schulzenämter Gmina Kietrz - Einwohnerzahlen (poln.)
- ↑ Robert Hofrichter: Geschichtliches der einzelnen Ortschaften des Kreises Leobschütz. Verlag Ute Kierdorf, Remscheid, 1982.
- ↑ Stanisław Drzażdżyński: Die Slavischen Ortsnamen des Kreises Leobschütz. Leobschütz, 1896. S. 16
- ↑ Digitalisat
- ↑ Codex diplomaticus Silesiae, 4. Band: Urkunden schlesischer Dörfer, zur Geschichte der ländlichen Verhältnisse und der Flureintheilung Seite 104
- ↑ Johann Georg Knie: Alphabetisch-statistisch-topographische Uebersicht der Dörfer, Flecken, Städte und andern Orte der Königl. Preuss. Provinz Schlesien. Breslau 1845, S. 555.
- ↑ Felix Triest: Topographisches Handbuch von Oberschlesien, Breslau 1865, S. 858
- ↑ Amtsbezirk Deutsch Neukirch
- ↑ home.arcor.de ( vom 24. Januar 2017 im Internet Archive)