Kozłówki
| Kozłówki Kösling | ||
|---|---|---|
| ? Hilfe zu Wappen |
||
| Basisdaten | ||
| Staat: | Polen
| |
| Woiwodschaft: | Opole | |
| Powiat: | Głubczyce | |
| Gmina: | Kietrz | |
| Geographische Lage: | 50° 5′ N, 17° 58′ O
| |
| Höhe: | 220 m n.p.m. | |
| Einwohner: | 160 (1. Okt. 2020[1]) | |
| Postleitzahl: | 48-130 | |
| Telefonvorwahl: | (+48) 77 | |
| Kfz-Kennzeichen: | OGL | |
| Wirtschaft und Verkehr | ||
| Straße: | DW 416 Krapkowice–Racibórz | |
| Nächster int. Flughafen: | Katowice | |
Kozłówki (deutsch Kösling, tschechisch Kozlůvky) ist ein Ort in Oberschlesien. Er gehört zur Stadt- und Landgemeinde Kietrz im Powiat Głubczycki der Woiwodschaft Opole in Polen.
Geographie
Das Straßendorf Kozłówki liegt drei Kilometer westlich von Kietrz, 18 Kilometer südöstlich von Głubczyce (Leobschütz) und 78 Kilometer südlich von Opole (Oppeln) liegt in der Nizina Śląska (Schlesische Tiefebene). Durch den Ort verläuft die Droga wojewódzka 416.
Nachbarorte von Kozłówki sind im Osten Kietrz (Katscher), im Westen Nowa Cerekwia (Deutsch Neukirch) und im Norden Księże Pole (Knispel).
Geschichte
Coselow wurde 1274 erstmals urkundlich erwähnt. Der Ortsname leitet sich vom slavischen Personennamen Kozel ab und bedeutet, die Besitzung des Kozel.[2]
Nach dem Ersten Schlesischen Krieg 1742 fiel Kösling mit dem größten Teil Schlesiens an Preußen.
Nach der Neugliederung der Provinz Schlesien gehörte die Landgemeinde Kösling ab 1816 zum Landkreis Leobschütz, mit dem sie bis 1945 verbunden blieb. 1845 bestanden im Dorf eine katholische Schule, eine Brauerei, eine Brennerei, eine Wassermühle („Kaichelmühle“) und 66 Häuser. Die Einwohnerzahl lag bei 256, davon fünf evangelisch und zwei jüdisch.[3] 1861 zählte Kösling eine Erbrichterei, 16 Bauern-, 11 Gärtner- und 32 Häuslerstellen sowie eine Wassermühle und ein Gipswerk.[4] 1874 wurde der Amtsbezirk Deutsch Neukirch gegründet, der die Landgemeinden Bieskau, Deutsch Neukirch, Kösling und Rosen umfasste.[5]
1902 erhielt Kösling eine Wasserleitung. Im Ersten Weltkrieg fielen acht Soldaten aus Kösling. Bei der Volksabstimmung in Oberschlesien am 20. März 1921 stimmten in Kösling 335 Personen für einen Verbleib bei Deutschland und eine für Polen. Kösling verblieb wie der gesamte Stimmkreis Leobschütz beim Deutschen Reich.[6] 1922 wurde das Dorf elektrifiziert. 1933 wurden 435 Einwohner gezählt, und 1939 waren es 427 Einwohner. Bis 1945 gehörte der Ort zum Landkreis Leobschütz.[7] Am 23. März 1945 flüchtete die Bevölkerung in Richtung Sudetenland. Im Zweiten Weltkrieg fielen 24 Soldaten aus Kösling.
1945 kam der bisher deutsche Ort unter polnische Verwaltung, wurde in Kozłówki umbenannt und der Woiwodschaft Schlesien angeschlossen. Im Mai 1945 kehrte ein Großteil der zuvor geflüchteten Bevölkerung zurück. Im Herbst 1946 wurde die deutsche Bevölkerung des Ortes vertrieben. 1950 wurde Kozłówki der Woiwodschaft Opole zugeteilt. Seit 1999 gehört es zum Powiat Głubczycki.
Gemeindevorsteher (bis 1945)
- 1914–1920 Reinhard Mosler
- 1920–1923 Ignatz Heidrich
- 1923–1925 August Frank
- 1925–1928 Konrad Hanke
- 1928–1930 Alois Nietsch
- 1930–1932 Lehrer Maase
- 1932–1934 Georg Mosler
- 1934–1936 Joseph Moch
- 1936–1945 Georg Mosler
Sehenswürdigkeiten
- Die römisch-katholische Annakapelle (Kościół św. Bartłomieja) wurde 1842 errichtet. Die Kapelle steht seit 1972 unter Denkmalschutz.[8]
- Denkmalgeschütztes Bauernhaus Nr. 8
- Steinernes Wegekreuz
Literatur
- Georg Beier: Die Dörfer des Kreises Leobschütz 1914–1946. Oberschlesischer Heimatverlag Dülmen, 1990. ISBN 3-87595-277-4
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Schulzenämter Gmina Kietrz - Einwohnerzahlen (poln.)
- ↑ Stanisław Drzażdżyński: Die Slavischen Ortsnamen des Kreises Leobschütz. Leobschütz, 1896. S. 12 Digitale Version des Werkes
- ↑ Johann Georg Knie: Alphabetisch-statistisch-topographische Uebersicht der Dörfer, Flecken, Städte und andern Orte der Königl. Preuss. Provinz Schlesien. Breslau 1845, S. 298.
- ↑ Felix Triest: Topographisches Handbuch von Oberschlesien, Breslau 1865, S. 856
- ↑ Amtsbezirk Deutsch Neukirch
- ↑ Landsmannschaft der Oberschlesier in B-W ( vom 24. Januar 2017 im Internet Archive)
- ↑ Michael Rademacher: Verwaltungsgeschichte Kreis Leobschütz. Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006. In: eirenicon.com. Abgerufen am 10. Mai 2023.
- ↑ Denkmäler Woiwodschaft Opole S. 28 (polnisch)