Chróścielów
| Chróścielów Krastillau | ||
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| Basisdaten | ||
| Staat: | Polen
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| Woiwodschaft: | Opole | |
| Powiat: | Głubczyce | |
| Gmina: | Kietrz | |
| Geographische Lage: | 50° 4′ N, 17° 54′ O
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| Höhe: | 300 m n.p.m. | |
| Einwohner: | 341 (1. Okt. 2020[1]) | |
| Postleitzahl: | 48-130 | |
| Telefonvorwahl: | (+48) 77 | |
| Kfz-Kennzeichen: | OGL | |
| Wirtschaft und Verkehr | ||
| Nächster int. Flughafen: | Katowice | |
Chróścielów (deutsch Krastillau, tschechisch Chrastělovo) ist eine Ort in der Stadt- und Landgemeinde Kietrz im Powiat Głubczycki der Woiwodschaft Opole in Polen.
Ortsteile von Chróścielów sind Gniewkowice (Annahof) und die Kolonie Zachód.
Geographie
Das Angerdorf Chróścielów liegt 13 Kilometer westlich von Kietrz, 23 Kilometer südöstlich von Głubczyce (Leobschütz) und 85 Kilometer südlich von Opole (Oppeln). Der in der Nizina Śląska (Schlesische Tiefebene) an der stillgelegten Bahnstrecke Baborów–Opava.
Nachbarorte von Chróścielów sind im Norden Rogożany (Rosen), im Nordosten Nowa Cerekwia (Deutsch Neukirch), im Südosten Lubotyń (Liptin) und im Südwesten Nasiedle (Nassiedel).
Geschichte
„Crostolow“ wurde im Jahre 1377 erstmals urkundlich erwähnt, als das Herzogtum Troppau in die Teilherzogtümer Jägerndorf, Freudenthal und Leobschütz geteilt wurde. Für das Jahr 1434 ist es in der Schreibweise Chrastelowsky belegt. Der Ortsname leitet sich vom Personennamen Chrastel ab.[2]
Nach dem Ersten Schlesischen Krieg 1742 fiel Krastillau mit dem größten Teil Schlesiens an Preußen.
Nach der Neugliederung der Provinz Schlesien gehörte die Landgemeinde Krastillau ab 1816 zum Landkreis Leobschütz, mit dem sie bis 1945 verbunden blieb. 1845 bestanden im Dorf ein Vorwerk (Neuhof), eine Windmühle (Rothe Mühle) und 99 Häuser. Die Anzahl der Einwohner lag bei 564, allesamt katholisch.[3] 1860 wurde im Ort eine Schule eingerichtet. 1861 zählte Krastillau 636 Einwohner sowie einen Kretscham, 27 Gärtner- und 23 Häuslerstellen.[4] 1874 wurde der Amtsbezirk Nassiedel gebildet, dem die Landgemeinden Krastillau und Nassiedel und die gleichnamigen Gutsbezirke eingegliedert wurden.[5]
Bei der Volksabstimmung in Oberschlesien am 20. März 1921 stimmten in Krastillau 275 Personen für einen Verbleib bei Deutschland und zwei für Polen. Krastillau verblieb wie der gesamte Stimmkreis Leobschütz beim Deutschen Reich.[6] 1933 wurden 697 Einwohner gezählt, 1939 waren es 693 Einwohner. Am 22. März 1945 flüchtete die die einheimische deutsche Bevölkerung in Richtung Sudetenland. Durch Kampfhandlungen wurden 20 % der dörflichen Bebauung zerstört.
1945 kam der bisher deutsche Ort unter polnische Verwaltung, wurde in Chróścielów umbenannt und der Woiwodschaft Schlesien angeschlossen. Am 1. Juni 1945 kehrte ein Großteil der zuvor geflüchteten Bewohner zurück. Im Sommer 1946 wurde die einheimische deutsche Bevölkerung vertrieben. 1950 wurde Chróścielów der Woiwodschaft Opole zugeteilt. Seit 1999 gehört es zum Powiat Głubczycki.
Sehenswürdigkeiten
- Barocke Wegekapelle mit Zwiebelturm und Laterne
- Steinernes Wegekreuz
- Hölzerne Wegekreuze
Vereine
- Freiwillige Feuerwehr OSP Chróścielów
Literatur
- Georg Beier: Die Dörfer des Kreises Leobschütz 1914–1946. Oberschlesischer Heimatverlag Dülmen, 1990. ISBN 3-87595-277-4
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Schulzenämter Gmina Kietrz - Einwohnerzahlen (polnisch)
- ↑ Stanisław Drzażdżyński: Die Slavischen Ortsnamen des Kreises Leobschütz. Leobschütz, 1896. S. 12 Digitalisat
- ↑ Johann Georg Knie: Alphabetisch-statistisch-topographische Uebersicht der Dörfer, Flecken, Städte und andern Orte der Königl. Preuss. Provinz Schlesien. Breslau 1845, S. 318.
- ↑ Felix Triest: Topographisches Handbuch von Oberschlesien, Breslau 1865, S. 860
- ↑ Amtsbezirk Nassiedel
- ↑ Landsmannschaft der Oberschlesier in B-W ( vom 24. Januar 2017 im Internet Archive)