Projekt 22120

Projekt 22120
Ufa des Projekts 22120
Schiffsdaten
Schiffsart Patrouillenboot, Eisbrecher
Bauwerft Almas-Schiffswerft
Bauzeitraum 2007 bis 2025
Stapellauf des Typschiffes 24. Dezember 2009
Gebaute Einheiten 11
Dienstzeit seit 2010
Schiffsmaße und Besatzung
Länge 71,00 m (Lüa)
Breite 10,40 m
Tiefgang (max.) 3,50 m
Verdrängung 1070 t
 
Besatzung 25
Maschinenanlage
Maschine 2 × ABC-16M-VZDC-1000-180-Dieselmotor
Maschinen­leistung 8000/kW
Höchst­geschwindigkeit 24 kn (44 km/h)
Propeller 2
Bewaffnung

Das Projekt 22120 Purga (russisch «Пурга», deutsch: Schneesturm), auch als Purga-Klasse bezeichnet, ist eine Serie von elf eisbrechenden Patrouillenbooten der russischen Küstenwache.

Geschichte

Das Patrouillenschiff des Projekts 22120 mit der Baunummer 050 wurde 2007 in der Almas-Schiffswerft auf Kiel gelegt und im Dezember 2009 vom Stapel gelassen. Entwickelt wurde das Typschiff vom St. Petersburger Konstruktionsbüro „Petrobal“ im Auftrag des Föderalen Zolldienstes von Russland. Nachdem der Föderale Zolldienst die Finanzierung des Baus abgelehnt hatte, zeigte die russische Küstenwache Interesse an dem Projekt. Das Führungsschiff wurde schließlich am 22. Dezember 2010 an den FSB-Grenzschutzdienst übergeben.[1] Das Schiff wurde dann am 29. April 2011 als PS-824 in den Dienst der Küstenwache des FSB-Grenzschutzdienstes aufgenommen. Im Herbst 2011 wurde das Schiff über die Nordostpassage zu seinem ständigen Stützpunkt in Nevelsk auf Sachalin überführt, dann in PPS-824 umbenannt und heißt heute PS-581.[2]

Der Bau des zweiten Patrouillenschiffs PS-825 des modifizierten Projekts 22120 mit der Baunummer 051 wurde im April 2011 bei der Almas-Schiffswerft begonnen und die Kiellegung war am 25. November 2011. Die Schiffstaufe fand am 5. Dezember 2012 statt, und am 5. Juli 2013 wurde die PS-825 in die Küstenwache des FSB-Grenzschutzdienstes aufgenommen und im September desselben Jahres nach Nevelsk auf Sachalin verlegt. Das Schiff wurde eine Zeit lang als PPS-825 bezeichnet, dann wieder als PS-825.[2]

Am 19. Oktober 2016 wurde auf der Website für öffentliche Ausschreibungen eine Bekanntmachung über die Beschaffung eines dritten Patrouillenschiffs der Eisklasse Projekt 22120 mit der Baunummer 052 für den Grenzschutzdienst des Föderalen Sicherheitsdienstes Russlands veröffentlicht. Auftraggeber ist die FSKU „Militäreinheit 55056“ (laut Medienberichten handelt es sich dabei um die Abteilung für materielle und technische Versorgung des FSB Russlands). Das Schiff sollte bis zum 31. Oktober 2018 nach Murmansk geliefert werden, der ursprüngliche (maximale) Vertragspreis betrug 1,76364437 Milliarden Rubel und 44 Kopeken (etwa 18 Mio. Euro).[2]

Die Podolsk ist das neunte Schiff dieser Klasse. Sie wurde in St. Petersburg von der Almas-Schiffswerft ohne großes Aufsehen auf Kiel gelegt, am 20. Mai 2023 vom Stapel gelassen und am 11. November letzten Jahres an den Auftraggeber übergeben. Es ist auch das erste Schiff der Serie, auf dem eine Bewaffnung in Form einer Variante des AK-630 installiert ist. Auf den vorherigen acht Schiffen wurde keine Bewaffnung installiert, obwohl dafür Platz vorgesehen war.[3]

Am 10. Juni 2025 wurde das Patrouillenschiff Kholmsk (Bugnummer 461) der Eisklasse Projekt 22120 „Purga“ in Sankt Petersburg von den Stapeln der Almas-Schiffswerft vom Stapel gelassen. Es ist bereits das zwölfte Schiff dieser Klasse für den russischen Grenzschutz.[4]

Entwurf

Die Schiffe des Projekts 22120 „Purga“ sind nach einem Einrumpf-Schema mit eisverstärktem Rumpf gebaut, der der Klasse Arc4 des russischen Seeschifffahrtsregisters entspricht. Dies ermöglicht das selbstständige Befahren von einjährigem Eis mit einer Dicke von bis zu 0,6 Metern. Die Form des Rumpfes soll für die Eisbrechfähigkeit und Stabilität bei Wellengang optimieren und ermöglicht einen effizienten Einsatz in Küstengebieten und in seichten Gewässern.[4]

Die Höchstgeschwindigkeit soll 24 Knoten betragen und die wirtschaftliche Reisegeschwindigkeit bei 14 Knoten liegen. Die Reichweite mit Reisegeschwindigkeit soll etwa 6000 Seemeilen betragen, die Schiffe sollen 20 Tage autark auf Fahrt sein können. Besatzung umfasst 16 bis 25 Personen und bis zu 14 Personen als Passagiere sind möglich.[3] Außerdem ist das Schiff mit einem Hubschrauberlandedeck ausgestattet und verfügt über eine Drohne vom Typ „Orlan-10/30“, welche die Leistungsfähigkeit für Such- und Rettungsaktionen und die Zusammenarbeit mit Hubschraubern erweitern soll.[4]

Bewaffnung

Obwohl auf den ersten acht Schiffen der Baureihe Platz für eine Bewaffnung vorgesehen war, wurde keine installiert.[3] In der aktuellen Standardausstattung ist ein russisches Nahbereichs-Flugabwehrsystem im Kaliber 30 × 165 mm von Typ AK-306 verbaut. Es handelt sich dabei um eine vereinfachte Ausführung des AK-630 mit elektronisch-optischem Zielsystem und ohne Wasserkühlung. Alternativ kann ein 14,5-mm-Maschinengewehr installiert werden. Es ist vorgesehen, tragbare Waffen mitzuführen, darunter tragbare Flugabwehrraketensysteme vom Typ 9K38 Igla und 9K333 Werba zur Selbstverteidigung gegen Luftziele mit geringer Reichweite.[4]

Commons: Projekt 22120 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Проект 22120: пограничный патрульный корабль (шифр "Пурга"). In: https://topwar.ru/. 24. März 2011, abgerufen am 25. September 2025 (russisch).
  2. a b c Заказано третье патрульное судно ледового класса проекта 22120. In: https://sdelanounas.ru/. 29. Oktober 2016, abgerufen am 23. September 2025 (russisch).
  3. a b c Девятый патрульный корабль проекта 22120 «Пурга» завершил межфлотский переход, прибыв на Сахалин. In: https://topwar.ru/. 10. Oktober 2024, abgerufen am 23. September 2025 (russisch).
  4. a b c d Sergej Nachimow: Ледовый патрульный корабль “Холмск” проекта 22120 спущен на воду в Санкт-Петербурге. In: https://amalantra.ru/. Amalnews, 12. Juni 2025, abgerufen am 23. September 2025 (russisch).