Piotr Gembicki
Piotr Gembicki (* 10. Oktober 1585 in Gnesen, Polen-Litauen; † 14. Juli 1657 in Racibórz) war Großkronkanzler und Großkronsekretär sowie von 1635 bis 1642 Bischof von Przemyśl und von 1642 bis 1657 Bischof von Krakau. Zeitweise war er Sekretär des polnischen Königs Sigismund III. Wasa. Das Geschlecht der Gembicki war Teil der Wappengemeinschaft Nałęcz. Seine Brüder Andrzej Gembicki und Jan Gembicki waren ebenfalls Bischöfe, ersterer von Luzk und letzterer von Kulm.
Leben
Piotr Gembicki studierte zunächst am Jesuitenkolleg Posen, am Lyceum Hosianum in Braunsberg, an der Lubrański-Akademie sowie am Collegium Nowodworski in Krakau und später in Rom, Würzburg, Perugia und Bologna. Nach seiner erneuten Rückkehr nach Polen-Litauen erwarb er als Domherr Pfründe in Krakau, Gnesen und Włocławek sowie als Abt der Klöster Miechów und Heiligkreuz. 1617 kam er an den Hof von König Sigismund III. Wasa, wo er als Königlicher Sekretär und Unterkronkanzler fungierte. 1635 wurde er zum Bischof von Przemyśl ernannt und 1635 Großkronkanzler. Als Großkronkanzler hatte er entscheidenden Einfluss auf die Außenpolitik unter König Władysław IV. Wasa in der Zeit des Dreißigjährigen Krieges. Er vertrat eine pro-habsburgerische und anti-brandenburgarische Politik. Gleichwohl traf er 1639 zweimal mit Kurfürst Georg Wilhelm auf der Burg Grodno und in Burg Ortelsburg zusammen. Władysław IV. Wasa schickte ihn als Botschafter nach Wien und Rom. Sein Gegenspieler am königlichen Hof war Jerzy Ossoliński. 1642 stieg er zum Bischof von Krakau auf. Er ließ den Krakauer Bischofspalast und das Białoprądnicki-Palais ausbauen und unterstützte die zahlreichen Klöster in seiner Diözese. In der Wawel-Kathedrale stiftete er den neuen Barockaltar und den neuen Bischofsthron, die beide bis heute erhalten sind. 1648 wählte er Johann II. Kasimir mit zum polnisch-litauischen König und gegenzeichnet für diesen die Pacta conventa. 1651 schlug er den Kostka-Napierski-Aufstand in der Region Podhale nieder. Während der Schwedischen Sintflut unterstützte er die Wahl Karl X. Gustav zum polnisch-litauischen König unter der Prämisse, dass dieser zum Katholizismus konvertieren und die Privilegien des Klerus bestätigen würde. Schließlich floh er nach Schlesien, wo er in Racibórz verstarb. Er wurde in der Wawel-Kathedrale beigesetzt, unweit des von ihm gestifteten neuen Hauptaltars.
Siehe auch
Literatur
- Marceli Kosman: Między tronem a ołtarzem. Poznań 2000, ISBN 83-7272-017-7 (polnisch).
- Krzysztof Rafał Prokop: Sylwetki biskupów łuckich. Biały Dunajec: Ostróg : "Wołanie z Wołynia", 2001. ISBN 83-911918-7-7 (polnisch).
- Piotr Nitecki: Biskupi Kościoła w Polsce w latach 965–1999. Słownik biograficzny, wyd. II, popr. i uzupeł., Warszawa 2000, k. 51. ISBN 83-211-1311-7 (polnisch).
- Krzysztof J. Czyżewski, Biskupa Piotra Gembickiego dary i fundacje artystyczne dla katedry krakowskiej, w: Katedra krakowska w czasach nowożytnych (XVI-XVIII w.), red. Dariusz Nowacki, Kraków 1999, s. 55–98 (polnisch).
Links
| Vorgänger | Amt | Nachfolger |
|---|---|---|
| Andrzej Szołdrski | Bischof von Przemyśl 1635–1642 | Aleksander Trzebiński |
| Jakub Zadzik | Bischof von Krakau 1642–1657 | Andrzej Trzebicki |