Kostka-Napierski-Aufstand

Der Kostka-Napierski-Aufstand (polnisch Powstanie Kostki-Napierskiego) war ein Bauernaufstand der Goralen in der Region Podhale im Süden von Polen-Litauen unter der Führung von Aleksander Kostka-Napierski, Stanisław Łętowski und Marcin Radocki im Jahr 1651.

Vorgeschichte

Die Bauern in Polen-Litauen litten besonders stark unter dem Feudalsystem. Es war bereits in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts zu Bauernaufständen in der Region Podhale gekommen, da der Feudalherr Mikołaj Komorowski als besonders brutal gegenüber seinen Leibeigenen auftrat. 1648 begann im Südosten Polen-Litauens der Große Kosakenaufstand unter Bohdan Chmelnyzkyj. Chmelnyzkyj rief die Bauern in ganz Polen-Litauen zur Rebellion auf.

Verlauf

Kostka-Napierski kam in Frühjahr 1651 nach Nowy Targ, um Soldaten für den polnischen König auszuheben. Zu dieser Zeit bereitete sich das königliche Heer auf die Schlacht bei Berestetschko vor. Die königlichen Schreiben, die Kostka-Napierski mit sich führte, waren wohl gefälscht. Möglicherweise agierte er im Auftrag von Chmelnyzkyj oder dem Fürsten von Siebenbürgen Georg II. Rákóczi. Am 14. Juni 1651 zogen Kostka-Napierski und Łętowski mit ihrem Bauernheer vor die Burg Czorsztyn, die sie nach kurzer Belagerung einnahmen. Von der Burg verschickte er sein Universal an die polnischen Bauern, das zum Aufstand aufrief. Eine Rückeroberung der Burg versuchte der Starost von Dobczyce Michał Jordan am 18. Juni 1651. Da weitere Bauernhaufen zur Burg zogen, musste er jedoch bald die Belagerung abbrechen und abziehen. Daraufhin schickte der Krakauer Bischof Piotr Gembicki ein Heer von Tausend Infanteristen und Dragoner unter der Führung von Wilhelm Jarocki, der die Burg am 22. Juni 1651 erreichte. Die Burg wurde am 24. Juni 1651 eingenommen und geplündert, die überlebenden Aufständischen wurden gefangen genommen. Radocki wurde kurze Zeit später ebenfalls zur Kapitulation gezwungen und inhaftiert.

Folgen

Nach einem kurzen Prozess in Krakau wurden die Anführer am 18. Juli 1651 hingerichtet. Kostka-Napierski wurde gepfählt, Łętowski gevierteilt und Radocki mit dem Schwert gerichtet. Die Repressalien gegenüber den Bauern nahmen zu und wenige Jahrzehnte später kam es zu einem erneuten Bauernaufstand in Podhale.

Rezeption

Im Jahr 1955 fand das Geschehen in Jan Batorys (1921–1981) und Henryk Hechtkopfs Spielfilm Berge brennen (Podhale w ogniu) seinen künstlerischen Niederschlag.

Literatur

  • Stanisław Szczotka: Powstanie chłopskie pod wodzą Kostki-Napierskiego. Ludowa Spółdzielnia Wydawnicza, Warszawa: 1951. (polnisch)