Andrzej Trzebicki
Andrzej Trzebicki (* 1607 in Trzebiczna, Polen-Litauen; † 28. Dezember 1679 in Kielce) war Unterkronkanzler sowie von 1654 bis 1658 Bischof von Przemyśl und von 1658 bis 1679 Bischof von Krakau. 1674 war er als Interrex Oberhaupt der polnisch-litauischen Adelsrepublik. Das Geschlecht der Trzebicki war Teil der Wappengemeinschaft Łabędź.
Leben
Andrzej Trzebicki studierte zunächst am Jesuitenkolleg Kalisz und am Jesuitenkolleg Krakau sowie in Rom, wo er Doktor der beiden Rechte wurde. Nach seiner erneuten Rückkehr nach Polen-Litauen erwarb er als Domherr Pfründe in Płock, Gnesen und Krakau sowie als Abt des Klosters Czerwińsk. 1653 wurde er Unterkronkanzler. Ein Jahr später wurde er zum Bischof von Przemyśl ernannt. Während der Schwedischen Sintflut floh er mit König Johann II. Kasimir nach Schlesien. Als Unterstützer der Gegenreformation setzte er 1658 auf dem Sejm die Vertreibung der Polnischen Brüder durch. Im gleichen Jahr stieg er zum Bischof von Krakau auf. 1668 hat er die Abdikation von Johann II. Kasimir gegengezeichnet. Er unterstütze sodann den Prinzen de Condé als Nachfolger auf dem polnisch-litauischen Königsthron. Bei der Königswahl 1669 war er jedoch Wahlmann von Michael I. Nach dessen Tod 1674 war er kurzzeitig polnisch-litauischer Interrex. Bei der darauffolgenden Königswahl war er zunächst Gegner von Johann III. Sobieski, krönte diesen jedoch später zum König. Gleichzeitig hat er die Pacta conventa des neuen Königs gegengezeichnet. Seither kam es zwischen ihm und dem Primas von Polen Andrzej Olszowski zum Streit um die Vormachtstellung in der polnischen Kurie. Er baute die Krakauer Diözese nach den Zerstörungen der Schwedischen Sintflut wieder auf. An der Wawel-Kathedrale ließ er die Vasa-Kapelle als letzte Ruhestätte der polnisch-litauischen Könige aus dem Haus Wasa zu Ende bauen. Er sorgte für die Überführung der Gebeine von Johann II. Kasimir aus Frankreich auf den Wawel und deren Beisetzung in der Vasa-Kapelle. Nach seinem Tod wurde er in der Krakauer Jesuitenkirche beigesetzt. Sein Grabmal und ein Epitaph in der Wawel-Kathedrale stiftete sein Neffe Kasper Cieński.
Siehe auch
Literatur
- Marceli Kosman: Między tronem a ołtarzem. Poznań 2000, ISBN 83-7272-017-7 (polnisch).
- Krzysztof Rafał Prokop: Sylwetki biskupów łuckich. Biały Dunajec: Ostróg : "Wołanie z Wołynia", 2001. ISBN 83-911918-7-7 (polnisch).
- Piotr Nitecki: Biskupi Kościoła w Polsce w latach 965–1999. Słownik biograficzny, wyd. II, popr. i uzupeł., Warszawa 2000, k. 51. ISBN 83-211-1311-7 (polnisch).
- Adam Przyboś, Michał Rożek Biskup krakowski Andrzej Trzebicki, PWN, Warszawa – Kraków 1989 (polnisch).
Weblinks
| Vorgänger | Amt | Nachfolger |
|---|---|---|
| Piotr Gembicki | Bischof von Przemyśl 1654–1658 | Stanisław Sarnowski |
| Piotr Gembicki | Bischof von Krakau 1658–1679 | Jan Małachowski |