Oberkirchen (Gemeinde Groß Gerungs)

Oberkirchen (Dorf)
Ortschaft
Katastralgemeinde Oberkirchen
Basisdaten
Pol. Bezirk, Bundesland Zwettl (ZT), Niederösterreich
Gerichtsbezirk Zwettl
Pol. Gemeinde Groß Gerungs
Koordinaten 48° 36′ 3″ N, 14° 54′ 57″ Of1
Höhe 694 m ü. A.
Einwohner der Ortschaft 51 (1. Jän. 2025)
Fläche d. KG 55,04 ha (31. Dez. 2023)
Statistische Kennzeichnung
Ortschaftskennziffer 06809
Katastralgemeindenummer 24160

Pfarrhof westlich der Kirche
Quelle: STAT: Ortsverzeichnis; BEV: GEONAM; NÖGIS
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51

Oberkirchen (früher auch Obernkirchen) ist eine Ortschaft und eine Katastralgemeinde der Stadtgemeinde Groß Gerungs im Bezirk Zwettl in Niederösterreich. Die Ortschaft hat 51 Einwohner (Stand 1. Jänner 2025)[1]. Bis Ende 1968 war Oberkirchen eine eigenständige Gemeinde.[2]

Geografie

Das an der Landesstraße L8301 gelegene Dorf befindet sich nordwestlich von Groß Gerungs und wird von Elexenbach umflossen. Zur Ortschaft zählt weiters die der Rotte Erlenbach, womit diese insgesamt 43 Adressen umfasst (Stand: 1. April 2020).[3]

Geschichte

Im Jahr 1822 wurde der Ort als Dorf mit zehn Häusern genannt, das über eine Pfarre und eine Schule verfügte. Die Herrschaft Weitra besaß die Ortsobrigkeit, übte die Landgerichtsbarkeit aus, besorgte die Konskription und hatte die Grundherrschaft inne.[4]

Laut Adressbuch von Österreich waren im Jahr 1938 in der Ortsgemeinde Oberkirchen ein Gastwirt, zwei Gemischtwarenhändler, eine Mühle, ein Mühlenbauer, ein Sägewerk, ein Schmied, ein Schneider und drei Schneiderinnen, zwei Viehhändler und ein Wagner ansässig. Weiters betrieb der Pfarrhof eine Landwirtschaft mit Direktvertrieb.[5]

Mit dem 1. Jänner 1969 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Etzen, Heinreichs, Hypolz, Kleinwetzles, Oberkirchen, Oberrosenauerwald und Wurmbrand nach Großgerungs eingemeindet.[2]

Siedlungsentwicklung

Zum Jahreswechsel 1979/1980 befanden sich in der Katastralgemeinde Oberkirchen insgesamt 19 Bauflächen mit 9.023 m² und 20 Gärten auf 3.993 m², 1989/1990 gab es 19 Bauflächen. 1999/2000 war die Zahl der Bauflächen auf 68 angewachsen und 2009/2010 bestanden 28 Gebäude auf 68 Bauflächen.[6]

Kultur und Sehenswürdigkeiten

  • Katholische Pfarrkirche Oberkirchen hl. Nikolaus: Die Kirche mit dem gedrungenen romanischen Turm wurde in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts zu einer gotischen Hallenkirche ausgebaut.

Wirtschaft und Infrastruktur

Bodennutzung

Die Katastralgemeinde ist landwirtschaftlich geprägt. 38 Hektar wurden zum Jahreswechsel 1979/1980 landwirtschaftlich genutzt und 13 Hektar waren forstwirtschaftlich geführte Waldflächen. 1999/2000 wurde auf 33 Hektar Landwirtschaft betrieben und 17 Hektar waren als forstwirtschaftlich genutzte Flächen ausgewiesen. Ende 2018 waren 29 Hektar als landwirtschaftliche Flächen genutzt und Forstwirtschaft wurde auf 18 Hektar betrieben.[6] Die durchschnittliche Bodenklimazahl von Oberkirchen beträgt 17,1 (Stand 2010).

Literatur

  • Friedrich Wilhelm Weiskern: Topographie von Niederösterreich, in welcher alle Städte, Märkte, Dörfer, Klöster, Schlößer, Herrschaften, Landgüter, Edelsitze, Freyhöfe, namhafte Oerter u.d.g. angezeiget werden, welche in diesem Erzherzogthume wirklich angetroffen werden, oder sich ehemals darinnen befunden haben. Band 2: N–Z. Druckerei Joseph von Kurzböck, Wien 1768, S. 44 (Ausgabe 1770; Oberkirchen in der Google-Buchsuche).
  • Anton Steinhauser: Administrativkarte von Niederösterreich. Blatt 23, Sektion Groß Gerungs, 1:28.800, Hrsg: Verein für Landeskunde von Niederösterreich, in Kommission von Artaria & Co., Wien 1867–1882 (noel.gv.at [JPG; 9,0 MB]).
  • Ortsverzeichnis 2001 Niederösterreich (PDF; 4,8 MB), Statistik Austria, Wien 2005, ISBN 3-902452-42-0, S. 383.

Einzelnachweise

  1. Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2025 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2025), (ODS, 500 KB)
  2. a b Gemeindeänderungen ab 1945. Statistik Austria, S. 24. In: Änderungen in der Verwaltungsgliederung. Statistik Austria (ZIP, 1,3  MB; Inhalt PDF); abgerufen am 4. Januar 2026. (LGBL. NÖ. Nr. 380/1968)
  3. Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen: Österreichisches Adressregister, Stichtagsdaten vom 1.4.2020 (online)
  4. Joseph von Steinius: Topographischer Land-Schematismus oder Verzeichniß aller im Erzherzogthume Oesterreich unter der Enns befindlichen Ortschaften als Städte, Märkte, Schlösser, Ämter, Dörfer, Rotten und einzelne Häuser, die eigene Nahmen haben, Anzahl der Häuser sowohl, als der betreffenden Pfarren, Schulörter, Patronate, Decanate, Werbbezirke, Landgerichte, Ortsobrigkeiten, Grund- und Conscriptions-Herrschaften, dann der nächsten Poststationen zur Auf- und Abgabe der Briefe. Zweiter Band: M–Z. Verlag Anton Strauß, Wien 1822, S. 82 (Obernkirchen in der Google-Buchsuche).
  5. Oberkirchen. In: Adressbuch von Österreich für Industrie, Handel, Gewerbe und Landwirtschaft. 12. Ausgabe. Herold Vereinigte Anzeigen-Gesellschaft, Wien 1938, S. 380 (findbuch.at [PDF; 4,8 MB; abgerufen am 3. September 2023]).
  6. a b BEV: Regionalinformation 31.12.2018 auf bev.gv.at (online)