Neudorf bei Ebrach

Neudorf bei Ebrach
Markt Ebrach
Koordinaten: 49° 52′ N, 10° 32′ O
Höhe: 420 m ü. NHN
Fläche: 1,1 km²[1]
Einwohner: 84 (25. Mai 1987)[2]
Bevölkerungsdichte: 76 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. April 1971
Postleitzahl: 96157
Vorwahl: 09553

Neudorf bei Ebrach ist ein Gemeindeteil des Marktes Ebrach im Landkreis Bamberg (Oberfranken, Bayern).[3] Die Gemarkung hat eine Fläche von 1,097 km². Sie ist in 262 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 4186,23 m² haben.[1][4]

Geografie

Das Dorf liegt in exponierter Lage inmitten des Ebracher Forstes. Es entspringt dort der Schmerbach, ein rechter Zufluss der Rauhen Ebrach. Eine Anliegerstraße führt 300 Meter südlich zur Staatsstraße 2258, die nach Ebrach zur Bundesstraße 22 (3 km südwestlich) bzw. nach Untersteinbach verläuft (2,8 km nördlich).[5]

Geschichte

Ursprünglich war das Hochstift Würzburg Lehensherr über den Ort, einem typischen Rodungsdorf. Grundherr war Heinrich von Zabelstein. Im Jahr 1262 übereignete das Hochstift „Nuwendorf“ dem Kloster Ebrach. Heinrich von Zabelstein gab zugleich seine grundherrlichen Ansprüche an das Kloster ab.[6]

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Neudorf aus 14 Anwesen (4 Güter, 8 Gütlein, 1 Haus, 1 Häuslein) und einem Gemeindehirtenhaus. Das Hochgericht übte das würzburgische Centamt Oberschwarzach aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft sowie die Grundherrschaft über sämtliche Anwesen hatte das Kloster Ebrach.[7]

Im Jahre 1802 kam Neudorf bei Ebrach an das Herzogtum Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Neudorf im Jahr 1811 dem Steuerdistrikt Schmerb zugewiesen. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstand die Ruralgemeinde Neudorf. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Burgebrach zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Burgwindheim (1919 in Finanzamt Burgwindheim umbenannt, von 1928 bis 1945 Finanzamt Bamberg-Land, ab 1945 Finanzamt Bamberg). Ab 1862 war das Bezirksamt Bamberg II (1939 in Landkreis Bamberg umbenannt) für Neudorf zuständig. Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Burgebrach (1880 Amtsgericht Burgebrach umbenannt, 1932 aufgelöst, seitdem Amtsgericht Bamberg).[8] 1931 wurde Ort und Gemeinde nach „Neudorf b.Ebrach“ umbenannt.[9] Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 1,099 km².[10]

Am 1. April 1971 wurde Neudorf bei Ebrach im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Ebrach eingemeindet.[11][12]

Baudenkmäler

In Neudorf bei Ebrach gibt es drei Baudenkmäler:[13]

  • Steigerwaldstraße 32: Bauernhaus mit Stadel
  • Steinbacher Weg 13: Katholische Kapelle
  • Bildstock

Einwohnerentwicklung

Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 1987
Einwohner 106 134 133 123 128 144 144 135 127 121 102 108 104 127 114 114 113 117 101 121 118 97 100 106 84
Häuser[14] 20 24 24 26 24 19 21 23 28
Quelle [8] [9] [9] [9] [15] [16] [17] [18] [19] [20] [21] [9] [22] [9] [23] [9] [24] [9] [9] [9] [25] [9] [10] [26] [2]

Religion

Neudorf bei Ebrach ist römisch-katholisch geprägt und war ursprünglich nach Mariä Himmelfahrt (Ebrach) gepfarrt,[7] seit dem 19. Jahrhundert ist die Pfarrei St. Vitus (Untersteinbach) zuständig.[15]

Literatur

Commons: Neudorf bei Ebrach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten

  1. a b Gemarkung Neudorf b.Ebrach (092237). In: geoindex.io. Geoindex Aktiengesellschaft, abgerufen am 27. November 2025.
  2. a b Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, DNB 94240937X, OCLC 231287364, S. 289 (Digitalisat).
  3. Markt Ebrach, Liste der amtlichen Gemeindeteile/Ortsteile im BayernPortal des Bayerischen Staatsministerium für Digitales, abgerufen am 27. November 2025.
  4. Webkarte. ALKIS®-Verwaltungsgrenzen - Gemarkungen. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 27. November 2025.
  5. Ortskarte 1:10.000. Darstellung mit Schummerung. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 27. November 2025 (Entfernungsangaben entsprechen Luftlinie).
  6. P. Schneider: Steigerwald, S. 147.
  7. a b H. Weiß: Bamberg, S. 149.
  8. a b H. Weiß: Bamberg, S. 257.
  9. a b c d e f g h i j k Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis : Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952 (= Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 192). München 1954, DNB 451478568, OCLC 311071516, S. 135, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat).
  10. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, DNB 453660959, OCLC 230947413, Abschnitt II, Sp. 647 (Digitalisat).
  11. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 430.
  12. Ebrach > Politische Einteilung. In: wiki.genealogy.net. Verein für Computergenealogie, abgerufen am 27. November 2025.
  13. Denkmalliste für Ebrach (PDF) beim Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege
  14. Es sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahr 1818 und von 1871 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet.
  15. a b Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, OCLC 457951812, Sp. 839, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
  16. Kgl. statistisches Bureau (Hrsg.): Verzeichniß der Gemeinden des Königreichs Bayern nach dem Stande der Bevölkerung im Dezember 1867. XXI. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. Ackermann, München 1869, S. 129 (Digitalisat).
  17. Kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. Adolf Ackermann, München 1877, OCLC 183234026, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen vom 1. Dezember 1871, Viehzahlen von 1873), Sp. 1010, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
  18. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Gemeinde-Verzeichniss für das Königreich Bayern. Hergestellt auf Grund der neuen Organisation der Regierungsbezirke, Bezirksämter und Gerichtsbezirke. Nachtrag zum Heft 36 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1879, OCLC 992516308, S. 49 (Digitalisat).
  19. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Gemeinde-Verzeichniss für das Königreich Bayern. Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1880. Heft 35 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1882, OCLC 460588127, S. 142 (Digitalisat).
  20. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1888, OCLC 1367926131, Abschnitt III, Sp. 956 (Digitalisat).
  21. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Gemeinde-Verzeichniss für das Königreich Bayern : Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dez. 1890. Heft 58 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1892, OCLC 162230561, S. 142 (Digitalisat).
  22. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, DNB 361988931, OCLC 556534974, Abschnitt II, Sp. 1000 (Digitalisat).
  23. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Gemeinde-Verzeichnis für das Königreich Bayern Nach der Volkszählung vom 1. Dezember 1910 und dem Gebietsstand vom 1. Juli 1911. Heft 84 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1911, OCLC 162230664, S. 142 (Digitalisat).
  24. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, DNB 361988923, OCLC 215857246, Abschnitt II, Sp. 1022 (Digitalisat).
  25. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, DNB 453660975, OCLC 183218794, Abschnitt II, Sp. 878 (Digitalisat).
  26. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, DNB 740801384, OCLC 220710116, S. 146 (Digitalisat).