Nowe Polaszki

Nowe Polaszki
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Nowe Polaszki
Basisdaten
Staat: Polen Polen

Woiwodschaft: Pommern
Powiat: Kościerski
Gmina: Stara Kiszewa
Geographische Lage: 54° 2′ N, 18° 8′ O
Einwohner: 520 (2021[1])
Postleitzahl: 83-433

Nowe Polaszki (deutsch Neu Paleschken) ist ein Dorf der Landgemeinde Stara Kiszewa im Powiat Kościerski der Woiwodschaft Pommern in Polen.

Geographische Lage

Das Kirchdorf liegt in der historischen Landschaft Pommerellen, südlich des Jezioro Hutowe (Hütten-See), etwa 14 Kilometer südöstlich der Kreisstadt Kościerzyna (Berent) und drei Kilometer westlich des Kirchdorfs Stare Polaszki (Alt Paleschken).

Geschichte

Am 5. März 1289 verlieh Herzog Mestwin II. von Pommern dem Kloster Byszewo (Bissow) das Dorf Paleschken frei von allen Lasten und in bestimmten Grenzen.[2] 1359 kam diese Besitzung, die damals ein größeres Gebiet umfasste, zusammen mit anderen Dörfern für 600 Mark durch Kauf an den Deutschen Orden.[3]

Um 1780 gehörten das Dorf Neu Paleschken mit einer lutherischen Kirche, Frouca und das Gratial-Dorf Alt Paleschken mit einer katholischen Kirche zum adligen Gut Bankau, südsüdwestlich von Neuenburg (Weichsel) gelegen, und hatte 24 Feuerstellen (Haushaltungen).[4] 1818 hatte das zum Hauptgut Alt Paleschken gehörige Dorf Neu Paleschken 25 Feuerstellen, und im Dorf befand sich eine Hakenbude (Krämer- oder Verkaufsbude).[5] Am 26. Februar 1829 wurden die Güter Alt Paleschken und Neu Paleschken öffentlich dem Meistbietenden auf drei Jahre zur Pacht angeboten.[6]

Um 1910 gab es in Neu Paleschken eine Spar- und Darlehenskasse, eine Lederhandlung und eine Molkerei.[7] Am 1. Dezember 1913 wurden auf der 1159,6 Hektar großen Gemarkungsfläche der Landgemeinde Neu Paleschken 82 viehhaltende Haushaltungen gezählt, die zusammen 109 Pferde, 393 Stück Rindvieh, 240 Schafe und 460 Stück Borstenvieh hielten.[8]

Das Dorf Neu Paleschken gehörte bis nach Ende des Ersten Weltkriegs zum Kreis Berent im westpreußischen Regierungsbezirk Danzig des Deutschen Reichs.

Mit Inkrafttreten des Versailler Vertrags wurde die Region mit Neu Paleschken 1920 an Polen abgetreten (Polnischer Korridor). Nach dem Überfall auf Polen wurde die polnische Landgemeinde Nowe Polaszki annektiert. Im Juni 1942 erfolgte die Umbenennung der Gemeinde Neu Paleschken in Neupaleschken. Die Landgemeinde gehörte bis 1945 Landkreis Berent im Regierungsbezirk Danzig im Reichsgau Danzig-Westpreußen des Deutschen Reichs.[9]

Mit Ende des Zweiten Weltkriegs kam das Dorf wieder an Polen. Die deutsche Minderheit wurde vertrieben.

Demographie

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner Anmerkungen
1780 Dorf mit einer lutherischen Kirche und 24 Feuerstellen (Haushaltungen), zum Gratial-Bauerndorf und Vorwerk Alt Paleschken gehörig, Gratial-Besitz des polnischen Kammerherrn v. Skoczewski[10]
1818 123 Dorf mit 25 Feuerstellen (Haushaltungen), adelige Besitzung, mit einer lutherischen Kirche, davon 100 Lutheraner und 23 Katholiken[5][11]
1852 378 Dorf[12]
1864 418 am 3. Dezember, Erhebungsbezirk[13]
1867 443 am 3. Dezember, Landgemeinde[14]
1871 447 am 1. Dezember, Landgemeinde, davon 428 Evangelische, 16 Katholiken, ein sonstiger Christ und zwei Juden[14]
1885 555 am 1. Dezember, Landgemeinde, davon 524 Evangelische, 26 Katholiken und fünf Juden[15]
1895 480 am 2. Dezember, Landgemeinde, davon 455 Evangelische, 24 Katholiken und eine jüdische Person[16]
1905 563 am 1. Dezember, Landgemeinde, davon 514 Evangelische (sämtlich mit deutscher Muttersprache), 47 Katholiken (zwei mit deutscher und 45 mit polnischer Muttersprache) sowie zwei Juden (mit deutscher Muttersprache)[17]
1910 555 am 1. Dezember, davon 530 mit deutscher Muttersprache (524 Evangelische, eine katholische Person und fünf Juden) und 25 mit polnischer Muttersprache (sämtlich Katholiken)[18]
2022 520 2021[1]

Kirche

Die evangelische Fachwerkkirche von Neu Paleschken wurde 1845 neu erbaut. Als Kirchenpatron von Neu Paleschken wirkte bis zum Ende des 19. Jahrhunderts der Jurist und Volkskundler Alexander Treichel (1837–1901), Rittergutsbesitzer auf Hoch Paleschken.[19] Das Kirchengebäude fiel an die Römisch-katholischen Kirche in Polen.

Die Evangelischen gehörten zum Kirchspiel Neu Paleschken.[19][20] Um 1864 umfasste das evangelische Kirchspiel Neu Paleschken 30 königliche und 18 adelige Ortschaften.[21] Der Bestand an Kirchenbuch-Eintragungen zu Geburten, Trauungen und Todesfällen reichte in Neu Paleschken bis 1729 zurück.[22]

Das katholische Kirchspiel war Alt Kischau.

Literatur

  • Neu Paleschken, Dorf, Kreis Berent, Provinz Westpreußen. In: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Neu Paleschken (meyersgaz.org)
  • Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preussen. Band 2: Topographie von West-Preussen, Marienwerder 1789, S. 70, Ziffer 3.) (Google Books).
  • H. Schuch: Historische Nachrichten über die Landschaft um Berent und die Anfänge ihrer Germanisirung vornehmlich im 13. Jahrhundert, in: Zeitschrift des Westpreußischen Geschichichtsvereins, 10 (1883), S. 55–118, insbesondere S. 93–97 (Google Books).
Commons: Nowe Polaszki – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten

  1. a b Główny Urząd Statystyczny, Ludność w miejscowościach statystycznych, abgerufen am 18. November 2025
  2. Max Perlbach: Pommerellisches Urkundenbuch. Bertling, Danzig 1881, S. 400–401, Nr. 447 (Google Books).
  3. Johannes Voigt: Geschichte Preußens von den ältesten Zeiten bis zum Untergange der Herrschaft des Deutschen Ordens, Gebrüder Bornträger, Band 5, Königsberg 1832: Die Zeit vom Hochmeister Ludolf König von Weizau 1342 bis zum Tode des Hochmeisters Konrad von Wallenrod 1393, S. 131, Fußnote 2) (Google Books).
  4. Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preussen. Band 2: Topographie von West-Preussen, Marienwerder 1789, S. 70, Ziffer 3.) (Google Books), und S. 163 (Google Books).
  5. a b Danziger Regierungs-Departement: Verzeichniß der in den einzelnen Kreisen befindlichen Ortschaften, veröffentlicht ca. 1820 (enthält statistische Angaben von 1818), IV. Berenter Kreis, S. 96–97, Ziffer 197 (Google Books).
  6. Amts-Blatt der Königlichen Regierung zu Danzig, No. 11, 18. März, Danzig 1829, Oeffentlicher Anzeiger (Beilage), S. 68 (Google Books).
  7. Neu Paleschken, Dorf, Kreis Berent, Provinz Westpreußen. In: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Neu Paleschken (meyersgaz.org)
  8. Königlich Preußisches Statistisches Landesamt: Gemeindelexikon über den Viehstand und den Obstbau für den Preußischen Staat, Heft 2: Provinz Westpreußen, Berlin 1915, 1. Regierungsbezirk Danzig, 9. Kreis Berent, S. 28–29, Ziffer 69 (Google Books).
  9. Amtsbezirk Altkischau (Territorial.de)
  10. Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preussen. Band 2: Topographie von West-Preussen, Marienwerder 1789, S. 163 (Google Books).
  11. Alexander August Mützell und Leopold Krug: Neues topographisch-statistisch-geographisches Wörterbuch des preußischen Staats, Band 4: P–S, Halle 1823, S. 4, Ziffer 138 (Google Books).
  12. Kraatz: Topographisch-statistische Beschreibung des Preußischen Staats. Berlin 1856, S. 452 (Google Books).
  13. Preußisches Statistisches Landesamt: Die Ergebnisse der Grund- und Gebäudesteuerveranlagung im Bezirk Danzig. Berlin 1867, 1. Kreis Berent, S. 18–25, Ziffer 125 (Google Books).
  14. a b Königliches Statistisches Bureau: Die Gemeinden und Gutsbezirke der Provinz Preussen und ihre Bevölkerung. Nach den Urmaterialien der allgemeinen Volkszählung vom 1. December 1871 bearbeitet und zusammengestellt. Berlin 1874, S. 372–373, Ziffer 78 (Google Books).
  15. Königliches statistisches Bureau: Gemeindelexikon für das Königreich Preußen. Auf Grund der Volkszählung vom 1. Dezember 1885. Band II: Provinz Westpreußen. Berlin 1887, S. 40–41, Ziffer 63 (Google Books).
  16. Königliches statistisches Bureau: Gemeindelexikon für die Provinz Westpreußen. Auf Grund der Materialien der Volszählung vom 2. Dezember 1895, Berlin 1898, 1. Regierungsbezirk Danzig, 10. Kreis Karthaus, S. 40–41, Ziffer 62 (Google Books).
  17. Königlich Preußisches Statistisches Landesamt: Gemeindelexikon für das Königreich Preußen. Auf Grund der Materialien der Volkszählung vom 1. Dezember 1905, Heft II: Provinz Westpreußen. Berlin 1908, 1. Kreis Berent, S. 4–5, Ziffer 68 (Google Books).
  18. Gemeindelexikon der Regierungsbezirke Allenstein, Danzig, Marienwerder, Posen, Bromberg und Oppeln. Auf Grund der Volkszählung vom 1. Dezember 1910 und anderer amtlicher Quellen. Heft II: Regierungsbezirk Danzig. Königlich Preußisches Statistisches Landesamt, S. 4–5, 1. Kreis Berent, Ziffer 69 (Google Books).
  19. a b Pfarr-Almanach der Provinz Westpreußen (Bureau des Königlichen Konsistoriums der Provinz Westpreußen, Hrsg.), Danzig 1897, S. 50, § 7 (Google Books).
  20. Agathon Harnoch: Chronik und Statistik der evangelischen Kirchen in den Provinzen Ost- und Westpreußen, Neidenburg 1890, S. 458 (Google Books).
  21. Amts-Blatt der Königlichen Regierung zu Danzig, No. 46, Danzig, den 16. November 1864. S. 199, Bekanntmachung 390 (Google Books).
  22. Richard Rose: Die Kirchenbücher der Provinz Westpreußen. Auf Grund amtlichen Materials zusammengestellt. In: Archiv für Stamm- und Wappenkunde, 6. Jahrgang 1905–1906, Papiermühle (Sachsen-Altenburg) 1906, S. 177–180, insbesondere S. 178 (Google Books).