Stare Polaszki

Stare Polaszki
?
Hilfe zu Wappen
Stare Polaszki
Basisdaten
Staat: Polen Polen

Woiwodschaft: Pommern
Powiat: Kościerski
Gmina: Stara Kiszewa
Geographische Lage: 54° 2′ N, 18° 12′ O
Einwohner:

Stare Polaszki (deutsch Alt Paleschken) ist ein Dorf der Landgemeinde Stara Kiszewa im Powiat Kościerski der Woiwodschaft Pommern in Polen.

Geographische Lage

Das Kirchdorf liegt in der historischen Landschaft Pommerellen, am Alt Paleschker See und an dem aus diesem abfließenden Bach Kleine Ferse, etwa 17 Kilometer südöstlich der Kreisstadt Kościerzyna und drei Kilometer östlich des Kirchdorfs Nowe Polaszki.

Geschichte

In Alt Paleschken wurden im 19. Jahrhundert Steinkistengräber aus der Bronzezeit freigelegt, die unter anderem eine Gesichtsurne, einen Bronze-Halsring und Reste von Bronzeschmuck enthielten.[1]

Am 5. März 1289 verlieh Herzog Mestwin II. von Pommern dem Kloster Byszewo (Bissow) das Dorf Paleschken frei von allen Lasten und in bestimmten Grenzen.[2] 1359 kam diese Besitzung, die damals ein größeres Gebiet umfasste, zusammen mit anderen Dörfern für 600 Mark durch Kauf an den Deutschen Orden.[3]

Um 1780 gehörte das Gratial-Dorf und Vorwerk Alt Paleschken mit einer katholischen Kirche zum adligen Gut Bankau, südsüdwestlich von Neuenburg (Weichsel) gelegen, und hatte 28 Feuerstellen (Haushaltungen).[4] 1818 hatte das Hauptgut Alt Paleschken 24 Feuerstellen, und es gehörten dazu zehn Hufen Fichten- und Eichenwald, vier Seen von fünf Morgen und ein Krug; die früher in Betrieb gewesene Wassermühle war abgebrannt.[5]

Am 26. Februar 1829 wurden die Güter Alt Paleschken und Neu Paleschken öffentlich dem Meistbietenden auf drei Jahre zur Pacht angeboten.[6]

Im Jahr 1897 wurde die Entwässerungs-Genossenschaft Alt Paleschken gegründet, um den Ertrag von Grundstücken in den Guts- und Gemeindebezirken Alt Paleschken, Hoch Paleschken, Neu Paleschken und Czernikau durch Entwässerung zu verbessern.[7]

Im Jahr 1910 gab es in Alt Paleschken eine Branntweinbrennerei und eine Ziegelei.[8] Am 1. Dezember 1913 wurden auf der 950,6 Hektar großen Gemarkungsfläche der Landgemeinde Alt Paleschken 79 viehhaltende Haushaltungen gezählt, die zusammen 108 Pferde, 364 Stück Rindvieh, 42 Schafe und 606 Stück Borstenvieh hielten.[9]

Das Dorf Alt Paleschken gehörte bis nach Ende des Ersten Weltkriegs zum Kreis Berent im westpreußischen Regierungsbezirk Danzig des Deutschen Reichs.

Aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags wurde die Region mit Alt Paleschken 1920 an Polen und gehörte zum gebiet des Polnischen Korridors. Nach dem Überfall auf Polen 1939 trat die polnische Landgemeinde Stare Polaszki vom Deutschen Reich annektiert. Alt Paleschken wurde im Juni 1942 in Altpaleschken umbenannt. Es war bis 1945 eine Landgemeinde im Landkreis Berent im Regierungsbezirk Danzig im Reichsgau Danzig-Westpreußen des Deutschen Reichs.[10]

Mit Ende des Zweiten Weltkriegs kamen Dorf und Region wieder zu Polen. Soweit die deutschsprachige Minderheit nicht vor Kriegsende geflohen waren, wurde sie in der Folgezeit vertrieben.

Demographie

Bevölkerungsentwicklung bis 1945
Jahr Einwohner Anmerkungen
1780 Gratial-Bauerndorf und Vorwerk mit einer katholischen Kirche und 28 Feuerstellen (Haushaltungen), zum Domänenamt Kischau gehörig, Gratial-Besitz des polnischen Kammerherrn v. Skoczewski[11]
1818 187 Hauptgut mit 24 Feuerstellen (Haushaltungen), adelige Besitzung, mit einer katholischen Filialkirche von Altkischau, davon 60 Lutheraner und 127 Katholiken[5][12]
1852 315 Dorf[13]
1864 285 am 3. Dezember, Erbebungsbezirk[14]
1867 338 am 3. Dezember, Landgemeinde[15]
1871 390 am 1. Dezember, Landgemeinde, davon 139 Evangelische, 247 Katholiken und vier Juden[15]
1885 260 am 1. Dezember, Landgemeinde, davon 166 Evangelische und 94 Katholiken[16]
1895 250 am 2. Dezember, Landgemeinde, davon 164 Evangelische und 86 Katholiken[17]
1905 516 am 1. Dezember, Landgemeinde, davon 370 Evangelische (sämtlich mit deutscher Muttersprache) und 146 Katholiken (zwei mit deutscher und 144 mit polnischer Muttersprache)[18]
1910 524 am 1. Dezember, davon 371 mit deutscher Muttersprache (366 Evangelische, eine katholische und eine sonstige Person sowie drei Juden) und 153 mit polnischer Muttersprache (sämtlich Katholiken)[19]

Kirchspiel bis 1945

Das katholische Kirchspiel war in Alt Paleschken.

Die Evangelischen gehörten zum Kirchspiel Neu Paleschken.[20][21]

Persönlichkeiten

Literatur

  • Alt Paleschken, Dorf, Kreis Berent, Provinz Westpreußen. In: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Alt Paleschken (meyersgaz.org)
  • Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preussen. Band 2: Topographie von West-Preussen, Marienwerder 1789, S. 70, Ziffer 3.) (Google Books).
  • H. Schuch: Historische Nachrichten über die Landschaft um Berent und die Anfänge ihrer Germanisirung vornehmlich im 13. Jahrhundert, in: Zeitschrift des Westpreußischen Geschichichtsvereins, S. 55–118, insbesondere S. 93–97 (Google Books).
Commons: Stare Polaszki – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten

  1. Abraham Lissauer: Die prähistorischen Denkmäler der Provinz Westpreussen und der angrenzenden Gebiete. W. Engelmann, Leipzig 1887, S. 94, § 20 (Google Books).
  2. Max Perlbach: Pommerellisches Urkundenbuch. Bertling, Danzig 1881, S. 400–401, Nr. 447 (Google Books).
  3. Johannes Voigt: Geschichte Preußens von den ältesten Zeiten bis zum Untergange der Herrschaft des Deutschen Ordens, Gebrüder Bornträger, Band 5, Königsberg 1832: Die Zeit vom Hochmeister Ludolf König von Weizau 1342 bis zum Tode des Hochmeisters Konrad von Wallenrod 1393, S. 131, Fußnote 2) (Google Books).
  4. Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preussen. Band 2: Topographie von West-Preussen, Marienwerder 1789, S. 70, Ziffer 3.) (Google Books), und S. 163 (Google Books).
  5. a b Danziger Regierungs-Departement: Verzeichniß der in den einzelnen Kreisen befindlichen Ortschaften, veröffentlicht ca. 1820 (enthält statistische Angaben von 1818), IV. Berenter Kreis, S. 96–97, Ziffer 196 (Google Books).
  6. Amts-Blatt der Königlichen Regierung zu Danzig, No. 11, 18. März, Danzig 1829, Oeffentlicher Anzeiger (Beilage), S. 68 (Google Books).
  7. Amts-Blatt der Königlichen Regierung, No. 28, 10. Juli, Danzig 1897, S. 233–236, Bekanntmachung 523 (Google Books).
  8. Alt Paleschken, Dorf, Kreis Berent, Provinz Westpreußen. In: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Alt Paleschken (meyersgaz.org)
  9. Königlich Preußisches Statistisches Landesamt: Gemeindelexikon über den Viehstand und den Obstbau für den Preußischen Staat, Heft 2: Provinz Westpreußen, Berlin 1915, 1. Regierungsbezirk Danzig, 9. Kreis Berent, S. 24–25, Ziffer 125 (Google Books).
  10. Amtsbezirk Altkischau (Territorial.de)
  11. Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preussen. Band 2: Topographie von West-Preussen, Marienwerder 1789, S. 163 (Google Books).
  12. Alexander August Mützell und Leopold Krug: Neues topographisch-statistisch-geographisches Wörterbuch des preußischen Staats, Band 4: P–S, Halle 1823, S. 4, Ziffer 137 (Google Books).
  13. Kraatz: Topographisch-statistische Beschreibung des Preußischen Staats. Berlin 1856, S. 452 (Google Books).
  14. Preußisches Statistisches Landesamt: Die Ergebnisse der Grund- und Gebäudesteuerveranlagung im Bezirk Danzig. Berlin 1867, 1. Kreis Berent, S. 18–25, Ziffer 126 (Google Books).
  15. a b Königliches Statistisches Bureau: Die Gemeinden und Gutsbezirke der Provinz Preussen und ihre Bevölkerung. Nach den Urmaterialien der allgemeinen Volkszählung vom 1. December 1871 bearbeitet und zusammengestellt. Berlin 1874, S. 372–373, Ziffer 77 (Google Books).
  16. Königliches statistisches Bureau: Gemeindelexikon für das Königreich Preußen. Auf Grund der Volkszählung vom 1. Dezember 1885. Band II: Provinz Westpreußen. Berlin 1887, S. 38–39, Ziffer 8 (Google Books).
  17. Königliches statistisches Bureau: Gemeindelexikon für die Provinz Westpreußen. Auf Grund der Materialien der Volszählung vom 2. Dezember 1895, Berlin 1898, 1. Regierungsbezirk Danzig, 10. Kreis Karthaus, S. 38–39, Ziffer 8 (Google Books).
  18. Königlich Preußisches Statistisches Landesamt: Gemeindelexikon für das Königreich Preußen. Auf Grund der Materialien der Volkszählung vom 1. Dezember 1905, Heft II: Provinz Westpreußen. Berlin 1908, 1. Kreis Berent, S. 2–3, Ziffer 7 (Google Books).
  19. Gemeindelexikon der Regierungsbezirke Allenstein, Danzig, Marienwerder, Posen, Bromberg und Oppeln. Auf Grund der Volkszählung vom 1. Dezember 1910 und anderer amtlicher Quellen. Heft II: Regierungsbezirk Danzig. Königlich Preußisches Statistisches Landesamt, S. 2–3, 1. Kreis Berent, Ziffer 7 (Google Books).
  20. Pfarr-Almanach der Provinz Westpreußen (Bureau des Königlichen Konsistoriums der Provinz Westpreußen, Hrsg.), Danzig 1897, S. 50, § 7 (Google Books).
  21. Agathon Harnoch: Chronik und Statistik der evangelischen Kirchen in den Provinzen Ost- und Westpreußen, Neidenburg 1890, S. 458 (Google Books).