Feldbahn Nitra
| Nitrianska poľná železnica | |||||||||||||||||||||||||||||
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| Streckenlänge: | 2,6 km | ||||||||||||||||||||||||||||
| Spurweite: | 760 mm (Bosnische Spur) | ||||||||||||||||||||||||||||
| Maximale Neigung: | 20,76 ‰ | ||||||||||||||||||||||||||||
| Minimaler Radius: | 40 m | ||||||||||||||||||||||||||||
| Streckengeschwindigkeit: | 10 km/h | ||||||||||||||||||||||||||||
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Die Feldbahn Nitra, slowakisch: Nitrianska poľná železnica, kurz NPŽ, ist eine als Museumsbahn aufgebaute Feldbahn in Bosnischer Spur im Slowakischen Landwirtschaftsmuseum (SPM) in Nitra in der Slowakei. Sie veranschaulicht insbesondere die historische Bedeutung landwirtschaftlicher und industrieller Feldbahnen in der Slowakei.
Die Strecke besteht aus einem rund 1,6 Kilometer langen Rundkurs innerhalb des Museumsgeländes sowie einer etwa einen Kilometer langen Verbindungslinie zwischen dem Freilichtmuseum „Skanzen“ und dem Ausstellungsgelände „Agrokomplex“. Wesentliche Teile der Museumsbahn stammen von der Feldbahn Želiezovce, deren Gleise und Wagen für das Museum geborgen werden konnten. Konkret wurden drei offene Güterwagen, ein Mistwagen, ein gedeckter Viehwagen und ein Personenwagen in die Museumssammlungen übernommen. Darüber hinaus wurden dem Museum 800 m Gleis, Weichen und 2 800 Betonschwellen überlassen.[1]
Geschichte
Die erste Idee zum Bau der Nitrianska poľná železnica entstand in der ersten Hälfte der 1980er-Jahre im Zusammenhang mit dem Aufbau des Freilichtmuseums auf dem Gelände des Ausstellungsgeländes Agrokomplex. Ursprünglich war lediglich die Errichtung eines Vorführgleises mit einer Länge von etwa 250 Metern vorgesehen, auf dem erworbene Güterwagen aus Zuckerfabriks-, Feld- und landwirtschaftlichen Bahnen statisch ausgestellt werden sollten.
Derartige Bahnen waren insbesondere in der Nähe der Zuckerfabriken in Šurany, Sládkovičovo, Trnava, Pohronský Ruskov und Trebišov und im Umfeld größerer Gutshöfe Landwirtschaftsbetriebe vorhanden. Zu Beginn der 1980er-Jahren waren diese Bahnen jedoch bereits zugunsten des Straßentransportes aufgegeben worden. Nur an wenigen Orten waren noch Fragmente wie Wagen, Gleise, Brücken oder ähnliche Bauteile vorhanden. Aus diesem Grund entstand das Bedürfnis, diese Zeugnisse des technischen Fortschritts zu dokumentieren und für künftige Generationen zu bewahren.
Das ursprüngliche Konzept eines Abstellgleises wurde schließlich zu einer betriebsfähigen Strecke erweitert, die vor allem dem Transport der Besucher dienen sollte. Dem Bau ging eine Bestandsaufnahme direkt im Gelände des südlichen Teils der Slowakei voraus. In vergleichsweise vollständig erhaltenem Zustand befand sich dort die Feldbahn der Zuckerfabrik Pohronský Ruskov bei Želiezovce. Nach einer Vereinbarung mit dem Staatlichen Gut Želiezovce (slowakisch Štátny majetok Želiezovce) konnten mehrere hundert Meter Schienen, Schwellen, Weichen sowie zahlreiche Güterwagen übernommen werden, darunter Wagen für den Transport von Zuckerrüben, ein Wagen für den Abtransport von Stallmist, ein Viehtransportwagen, ein Milchkesselwagen sowie ein Personenwagen. Zu diesem Zeitpunkt befand sich dort bereits keine Dampflokomotive mehr. Die historisch wertvollen Lokomotiven waren zuvor der Verschrottung zugeführt worden.
Der Bau des ersten Abschnitts der Feldbahn begann im April 1985 mit der Errichtung eines rund 500 Meter langen Streckenabschnitts in Richtung der Ausweiche beim Depot. Der erste feierliche Zug der NPŽ verkehrte am 23. August 1985 und wurde von der Dampflokomotive U 34.901 geführt, die aus dem Museum des Kysuce-Dorfes in Vychylovka geliehen worden war.
Der Zug bestand aus dem Personenwagen BCi/u 259, der vom Staatlichen Gut Želiezovce übernommen worden war und ursprünglich auf der Bahnstrecke Ružomberok–Korytnica-Kúpele eingesetzt wurde, sowie aus einem ehemaligen sogenannten Buffetwagen einer Waldbahn aus Vígľaš, der in der Garnitur als Dienstwagen lief.
Ein Jahr später, anlässlich der Eröffnung der Ausstellung Agrokomplex ’86, wurde der Öffentlichkeit ein etwa einen Kilometer langer Streckenabschnitt von der Ausweiche (1985 Endstation beim Depot) bis zum Bahnhof Skanzen zugänglich gemacht. Damit wurde der Rundkurs an der Grenze zwischen dem Areal des Freilichtmuseums und dem Ausstellungsgelände geschlossen.
Der zuletzt errichtete Streckenabschnitt zwischen den Bahnhöfen Skanzen und Brána („Tor“) wurde vor Beginn der Ausstellung Agrokomplex ’90 fertiggestellt. Dieser Abschnitt dient vorrangig der Beförderung von Besuchern zwischen dem Ausstellungsgelände und dem Museum.
Fahrzeuge
Zum Fahrzeugbestand gehören insbesondere schmalspurige Fahrzeuge von Feldbahnen sowie öffentlicher Eisenbahnen tschechoslowakischer Herkunft. Neben drei betriebsfähigen Dampflokomotiven gibt es auch eine Diesellokomotive. Der Besucherverkehr mird mit vier offenen Sommerwagen abgewickelt.
Zum Museumsbahn gehören auch drei Personenwagen der Schmalspurbahn Ružomberok–Korytnica sowie ein elektrischer Triebwagen der früheren Straßenbahn Bohumín, letzterer allerdings in desolatem Zustand.
| Lokomotiven der Feldbahn Nitra[2] | |||||||
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| Nr. Name |
Bild | Hersteller Fabrik-Nr. |
Typ | Baujahr | Anmerkungen | ||
| U 35.901 KRIŽKO |
Krauss/Linz 7493 |
XI g | 1918 | Die U 35.901 gehört zu einer Serie von Lokomotiven, die während des Ersten Weltkrieges für die k.u.k. Heeresbahn als R IIIc gebaut wurden. Ihr letzter Einsatzort war die Industriebahn in Mladějov na Moravě, wo sie nach ihrer Abstellung als Ersatzteilspender diente. Sie wurde mit einem neuen Rahmen von 600 auf 760 mm umgespurt und dem Kessel einer Lokomotive von MÁVAG wieder aufgebaut. Seit 1990 ist sie wieder betriebsfähig.[3] | |||
| KŽ 14 | ČKD/Slaný 2140 |
1944 | Die Lokomotive stammt von den Eisenwerken Králův Dvůr und hat eine Spurweite 650 mm. Sie ist als nicht betriebsfähiges Museumsexponat aufgestellt.[4] | ||||
| U 36.001 | ČKD 2495 |
760 CP 90 | 1949 | Die Lokomotiven des Typs CP-90/760 wurden von ČKD ursprünglich als Exportauftrag für Jugoslawien gebaut, sie verblieben aber in der Tschechoslowakei. Die für Holzfeuerung ausgelegten Lokomotiven liefen mehrheitlich bei slowakischen Waldbahnen. Die U 36.001 war allerdings in der Zementfabrik Prachovice und später bei den Eisenwerken Podbrezová im Einsatz, wo sie 1988 vom SPM übernommen werden konnte. Seit 1989 ist sie wieder betriebsfähig. Sie ist das letzte erhaltene Exemplar ihres Typs.[5] | |||
| U 25.001 KŽ 13 |
ČKD 2985 |
BS 80 | 1951 | Die Lokomotive des Typs BS80 war in den Eisenwerken Králův Dvůr im Einsatz und konnte 1981 übernommen werden. Bei der Aufarbeitung wurde sie von 650 auf 760 mm umgesourt. Später erhielt sie noch ein größeres Führerhaus. Seit 1987 ist sie wieder betriebsfähig.[6] | |||
| TU 25.111 | ČKD | BNE 50 | ? | Die Lokomotive stammt aus dem Steinbruch in Konrádovce und wurde 1985 übernommen. Aufbauten, Führerhaus und Motor sind nicht mehr original. Die Lokomotive ist seit 1990 betriebsfähig.[7] | |||
Weblinks
- Homepage der Museumsfeldbahn
- https://www.vlaky.net/zeleznice/spravy/000200-Nitrianska-polna-zeleznica/
- https://www.railpage.net/nitrianska-polna-zeleznica/
Einzelnachweise
- ↑ Ing. Wáclav GIDASZEWSKI: Úvahy o histórii a súčasnosti NPŽ. Abgerufen am 12. Januar 2026 (slowakisch).
- ↑ Aufstellung der Dampflokomotiven in pospichal lokstatistik
- ↑ Úzkorozchodky. Abgerufen am 13. Januar 2026.
- ↑ Úzkorozchodky. Abgerufen am 13. Januar 2026.
- ↑ Úzkorozchodky. Abgerufen am 13. Januar 2026.
- ↑ Úzkorozchodky. Abgerufen am 13. Januar 2026.
- ↑ Úzkorozchodky. Abgerufen am 13. Januar 2026.