ČKD 760 CP 90
| 760 CP 90 ČKD-Typ 129 | |
|---|---|
Die 2495 als U 36.001 auf der Feldbahn Nitra (2011)
| |
| Anzahl: | 9 |
| Hersteller: | ČKD, Praha |
| Baujahr(e): | 1949 |
| Achsformel: | C h2t |
| Spurweite: | 760 mm (Bosnische Spur) |
| Länge über Puffer: | 6145 mm |
| Höhe: | 3000 mm |
| Gesamtradstand: | 1500 |
| Kleinster bef. Halbmesser: | 15 m |
| Höchstgeschwindigkeit: | 25 km/h |
| Indizierte Leistung: | 90 PS |
| Treibraddurchmesser: | 700 mm |
| Steuerungsart: | Heusinger |
| Zylinderanzahl: | 2 |
| Zylinderdurchmesser: | 275 mm |
| Kolbenhub: | 360 mm |
| Kesselüberdruck: | 13 |
| Anzahl der Heizrohre: | 18 |
| Anzahl der Rauchrohre: | 32 |
| Heizrohrlänge: | 3000 mm |
| Rostfläche: | 0,97 m² |
| Strahlungsheizfläche: | 4,2 m² |
| Rohrheizfläche: | 20,42 m² |
| Überhitzerfläche: | 6,78 m² |
| Verdampfungsheizfläche: | 31,4 m² |
| Wasservorrat: | 2 m³ |
| Brennstoffvorrat: | 1,3 m³ |
Der Typ 760 CP 90 war eine Baureihe schmalspuriger Tenderlokomotiven, die 1949 von ČKD in Prag für den Einsatz auf Waldbahnen in Jugoslawien gebaut wurde. In der Nomenklatur von ČKD wurden die Lokomotiven intern als Typ 129 geführt.
Geschichte
Die 760 CP 90 wurden von ČKD als Exportauftrag für Jugoslawien entwickelt und gebaut. Besteller war die Zemaljiska uprava za šumsku industriju (Landesverwaltung der Forstindustrie) mit Sitz in Zagreb im heutigen Kroatien. Die Auslieferung war zunächst zum Jahreswechsel 1948/49 vorgesehen, sie verzögerte sich jedoch um ein Jahr.
In der Zwischenzeit war es zum Bruch zwischen der von Josef Stalin beherrschten Sowjetunion und dem von Josip Broz Tito regierten Jugoslawien gekommen. Aus Freunden waren Feinde geworden. Die seit dem Februarumsturz im Jahr 1948 an die Macht gekommene, der Sowjetunion treu ergebene tschechoslowakische Staatsführung unter Klement Gottwald folgte dem sowjetischen Diktat und brach die Beziehungen zu Jugoslawien ab.
Die Lokomotiven verblieben zunächst beim Hersteller. Im Jahr 1950 wurden sie dann an verschiedene Staatsbetriebe in der Tschechoslowakei abgegeben. Die fünf Lokomotiven mit den Werknummern 2491–2494 und 2496 wurden von den Československé stavební závody (Tschechoslowakische Baubetriebe) übernommen. Sie wurden insbesondere beim Bau von Staudämmen an der Waag („Vážska kaskáda“) in der Slowakei eingesetzt. Die 2495 kam zum Eisenwerk Podbrezová, die 2497 bis 2499 zur Zementfabrik in Prachovice.
Museal erhalten blieb die Lokomotive mit der Fabriknummer 2495. Sie wurde 1952 zunächst an die Mangano-kyzové závody Chvaletice und 1954 an das Eisenwerk Podbrezová weitergegeben. In den 1970er Jahren wurde sie dort nach ihrer Ausmusterung als Denkmal aufgestellt. Im Jahr 1981 kam sie als Denkmallokomotive nach Bratislava-Rača. Im Jahr 1988 wurde sie schließlich vom Slowakischen Landwirtschaftsmuseum (Slovenské poľnohospodárske muzeum, SPM) in Nitra erworben und bis 1989 als U 36.001 betriebsfähig aufgearbeitet. Sie kommt dort seitdem regelmäßig vor den Besucherzügen auf der Feldbahn Nitra zum Einsatz.[1]
Technische Merkmale
Die Lokomotiven waren vollständig im modernen Schweißverfahren gefertigt worden. Der Dampferzeuger mit Kleinrohrüberhitzer war für die Feuerung mit Holz ausgelegt. Der gegossene Schornstein war mit einem Funkenfänger („Kobel“) ausgerüstet. Für den Wasservorrat gab es seitliche Behälter, der Brennstoffvorrat lagerte in einem Kasten hinter dem Führerhaus. Als Zug- und Stoßvorrichtung hatten die Lokomotiven einfache, elastische Prallplatten mit integrierter Kuppelkette. Die erhaltene Nr. 2495 besitzt heute dagegen eine einfache Bosnakupplung ohne Kuppelketten und keinen Funkenfänger mehr.[2]
Literatur
- Karel Zeithammer: Česká stavba parních lokomotiv 3, Nakladatelství Růžolící chrochtík 2013, ISBN 978-80-904737-6-8, S. 263, 264, 367.