Tatort: Murot und der Elefant im Raum

Folge 1322 der Reihe Tatort
Titel Murot und der Elefant im Raum
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Länge 89 Minuten
Altersfreigabe
Produktions­unternehmen Senator Film Produktion
Regie Dietrich Brüggemann
Drehbuch Dietrich Brüggemann
Produktion Ulf Israel, Reik Möller
Kamera Alexander Sass
Schnitt Stefan Blau
Premiere 28. Dez. 2025 auf Das Erste
Besetzung
Episodenliste

Murot und der Elefant im Raum ist ein Fernsehfilm aus der Krimireihe Tatort. Der vom Hessischen Rundfunk produzierte Beitrag ist die 1322. Tatort-Episode und wurde erstmals am 28. Dezember 2025 im SRF, im ORF und im Ersten ausgestrahlt. Der Wiesbadener Kommissar Felix Murot ermittelt in seinem 14. Fall.

Handlung

Kommissar Murot leidet unter den psychischen Belastungen seines Berufs und unterzieht sich einer neuartigen Therapie: Mithilfe einer Maschine kann er seine eigene Psyche als begehbare Landschaft erleben. Parallel flieht die alleinerziehende Mutter Eva Hütter mit ihrem Sohn Benjamin, nachdem ihr vor Gericht der Entzug des Sorgerechts droht. Sie versteckt sich mit dem Kind in einer Waldhütte, fällt jedoch nach einem Unfall ins Koma. Benjamin bleibt verschwunden.

Da alle Spuren fehlen, wagt Murot ein riskantes Experiment: Er verbindet sich mit Evas Unterbewusstsein, um im Koma Hinweise auf den Aufenthaltsort des Kindes zu finden. Die Suche wird zu einer Reise durch Evas Gedankenwelt – und an die Grenzen von Murots eigener Psyche. Schließlich muss auch Kollegin Wächter in das Verfahren eingreifen, um beide zu retten.

Murot findet im Unterbewusstsein der im Koma liegenden Eva den Hinweis auf die Waldhütte, unabhängig davon findet Wächter ein Foto von der Hütte bei der Befragung von Evas Mutter. Dank der Informationen Murots kann sie diese lokalisieren, doch der kleine Junge hat sie kurz zuvor verlassen. Er wird in der Nähe am Lieblingsplatz der Mutter an einem Teich in dem Wald wohlauf gefunden.

Hintergrund

Der Film wurde vom 22. Mai 2024 bis zum 20. Juni 2024 in Hessen gedreht.[1] Die Premiere erfolgte am 1. September 2025 auf dem Festival des deutschen Films in Ludwigshafen am Rhein.[2]

Rezeption

Kritiken

„Etwas mehr Tempo hätte diesem Krimi gutgetan. Die Spannung ist da, aber die Ermittlungen ziehen sich. Trotzdem, Spaß macht „Murot und der Elefant im Raum“ […] auf jeden Fall, insbesondere die traumreiseartigen Innenwelten, die der Kommissar bei seiner Reise zum Mittelpunkt der Psyche entdeckt: Farbprojektionen, wummernde Bässe, Menschen ohne Emotionen – oder mit zu vielen.“

Ann-Marlen Hoolt: Süddeutsche Zeitung[3]

„Wo Murot draufsteht, ist extravagante Krimiunterhaltung drin. Das zeigt ein weiteres skurriles Abenteuer: […] Dazu stimmten Details wie das Verschwimmen zwischen Unterbewusstem und Bewusstem beim Ermittler, der in der Realität nicht mehr seinen Sinnen trauen konnte. Perfekt passte dazu auch das Ende, bei dem das Spiel zwischen Traum und Realität bis zum Abspann fortgesetzt wurde. Vor knapp einem Jahr starb David Lynch, der wie kein zweiter die Untiefen des Geistes visualisierte. Dass der letzte „Tatort“ 2025 dieses Thema bearbeitete, kann nicht bewusst mit Lynchs Tod zusammenhängen — er war längst abgedreht. Aber so ist es erst recht eine passende Hommage an den Meister des Surrealen.“

Michael Thoma: Aachener Zeitung[4]

„[…] Und da die Fälle des Wiesbadener LKA-Kommissars ja mit Realität sowieso nicht viel zu tun haben, macht Dietrich Brüggemann das zum Programm: Sein „Tatort: Murot und der Elefant im Raum“ ist eine der originellsten Folgen um den therapiebedürftigen Ermittler. […] Ein Film im Film: Wenn Murot sich in der Gefühlswelt von Eva wiederfindet, dann gleicht das „Alice im Wunderland“ in psychedelischer Familienaufstellung. Dietrich Brüggemann […]  lässt hier seinen Kunstwillen schon zum zweiten Mal auf Murot los (Tatort: Murot und das Murmeltier). Buch und Regie, selbst die Musik verantwortet der Regisseur und Schauspieler. Das Ergebnis ist phantasievoll, schräg und gespickt mit Satire. Dazu filmisch raffiniert: Äußerst gelungene Überblendungen vom spielenden Kind in der Blockhütte zum Unfallgeschehen sind nur ein Beispiel. Und ja: Es ist auch leidlich spannend, wenn Murot im Kopf der Mutter nach dem Aufenthaltsort des Jungen fahndet und seine Kollegin Magda Schäfer (immer schlagfertig: Barbara Philipp) „draußen“ dirigiert. Da ist dann die sogenannte Realität doch nicht so schlecht. Aber in der ist dieser „Tatort“ kein Fall für jede(n).“

Thomas Ungeheuer: Allgemeine Zeitung (VRM); Wenn der Kommissar immer Kunst sein will; S. 10 vom 27. Dezember 2025

„Ein bisschen schräg ist dieser Tatort, aber die Story ist ja zumindest theoretisch denkbar. Dazu kommt die wahnsinnig authentisch wirkende Darstellerin der verzweifelten Mutter. Herausragend natürlich gespielt von Nadine Dubois. Und so sorgt sie letztendlich dafür, dass man sich als Zuschauer auf diese abenteuerliche Tauchfahrt durchs Unterbewusste einlassen kann. Sehr gut!“

SWR3, Michael Haas[5]

Einschaltquoten

Die Erstausstrahlung von Murot und der Elefant im Raum am 28. Dezember 2025 wurde in Deutschland von 4,95 Millionen Zuschauern gesehen und erreichte einen Marktanteil von 19,6 % für Das Erste.[6]

Auszeichnungen

Der Film wurde für den Rheingold Publikumspreis 2025 auf dem Festival des deutschen Films in Ludwigshafen am Rhein nominiert.[2]

Einzelnachweise

  1. Tatort: Murot und der Elefant im Raum bei crew united, abgerufen am 19. Juli 2025.
  2. a b Murot und der Elefant im Raum (Tatort). In: Filme. Festival des deutschen Films Ludwigshafen am Rhein gGmbH, Juli 2025, abgerufen am 17. Juli 2025: „Nominiert für den Rheingold Publikumspreis 2025“
  3. Ann-Marlen Hoolt: „Tatort“ aus Wiesbaden. Ermittlung im Unterbewussten. In: Serien. Süddeutsche Zeitung, 26. Dezember 2025, abgerufen am 28. Dezember 2025.
  4. Aachener Zeitung: »Gestern gesehen« S. 22; vom Montag, 29. Dezember 2025
  5. Tatort-Kritik auf swr3.de; Stand: 26. Dezember 2025
  6. Felix Maier: Primetime-Check: Sonntag, 28. Dezember 2025. Quotenmeter.de, 29. Dezember 2025, abgerufen am 29. Dezember 2025.