Meritites (Gottesdienerin)
| Meritites in Hieroglyphen | ||||||
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Meritites (Merit ites) Mrj.t jt=s Die von ihrem Vater Geliebte[1] | ||||||
Meritites war eine Prinzessin der altägyptischen 4. Dynastie. Sie war möglicherweise eine Tochter von König Cheops und lebte wahrscheinlich bis in die Regierungszeit von König Chephren.
Herkunft und Familie
Die genaue Herkunft von Meritites ist unklar. Eine Verwandtschaft mit dem Königshaus der 4. Dynastie wird durch ihre Titel und die Position ihres Grabes suggeriert. Dieses befindet sich auf dem Ostfriedhof von Gizeh, wo vorwiegend nahe Verwandte von Cheops beigesetzt sind. Da sie als Priesterin in Cheops’ Totenkult angestellt war, könnte sie seine Tochter gewesen sein. Ihre Mutter ist unbekannt; George Andrew Reisner vermutete Meritites I., diese These basiert aber einzig auf der Namensgleichheit der beiden Frauen.[2][3]
Meritites war verheiratet mit Achtihotep, der ebenfalls als Totenpriester des Cheops tätig war. Über seine Herkunft ist nichts bekannt.[4]
Titel
Meritites trug die Titel einer Gottesdienerin der Neith, einer Gottesdienerin der Hathor, einer Gottesdienerin des Cheops und einer leiblichen Königstochter.[5]
Grabstätte
Meritites wurde gemeinsam mit ihrem Ehemann in der Mastaba G 7650 auf dem Ostfriedhof der Nekropole von Gizeh beigesetzt. Im Opferraum des Grabes wurde eine Scheintür für Meritites gefunden. Außerdem wurde sie hier auf mehreren Wandreliefs abgebildet.
Literatur
- Michel Baud: Famille royale et pouvoir sous l’Ancien Empire égyptien. Band 2 (= Bibliothèque d’Étude. Band 126/2). Institut Français d’Archéologie Orientale, Kairo 1999, ISBN 2-7247-0250-6, S. 469–470 [86] (Volltext als PDF; 17,1 MB); abgerufen über Digital Giza – The Giza Project at Harvard University.
- Laurel Flentye: The Mastabas of Ankh-haf (G 7510) and Akhethetep and Meretites (G 7650) in the Eastern Cemetery at Giza. A Reassessment. In: Zahi A. Hawass, Janet Richards (Hrsg.): The Archaeology and Art of Ancient Egypt. Essays in Honor of David B. O’Connor. Band 1 (= Annales du Service des Antiquités de l’Égypte. Heft 36). Kairo, Conseil Suprême des Antiquités de l’Égypte 2007, ISBN 978-977-437-241-4, S. 291–308 (Volltext als PDF; 10,3 MB); abgerufen über Digital Giza – The Giza Project at Harvard University.
- Peter Jánosi: Giza in der 4. Dynastie. Die Baugeschichte und Belegung einer Nekropole des Alten Reiches. Band I: Die Mastabas der Kernfriedhöfe und die Felsgräber (= Untersuchungen der Zweigstelle Kairo des Österreichischen Archäologischen Instituts. Band XXIV/ Österreichische Akademie der Wissenschaften. Denkschriften der Gesamtakademie. Band XXX). Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 2005, ISBN 3-7001-3244-1, (Volltext als PDF; 8,9 MB).
- Bertha Porter, Rosalind L. B. Moss, Ethel W. Burney: Topographical Bibliography of Ancient Egyptian Hieroglyphic Texts, Reliefs, and Paintings. Volume III: Memphis. Part 1: Abû Rawâsh to Abûṣîr. 2., von Jaromír Málek überarbeitete und erweiterte Auflage. Clarendon Press / Griffith Institute / Ashmolean Museum, Oxford 1974, OCLC 631259145, S. 200–201, Grabgrundriss XXXI (Volltext als PDF; 20,3 MB); abgerufen über The Digital Topographical Bibliography.
- George Andrew Reisner: A History of the Giza Necropolis. Band I. Harvard University Press, Cambridge 1942, S. 212 (Volltext als PDF; 255,9 MB); abgerufen über Digital Giza – The Giza Project at Harvard University.
Weblinks
- Digital Giza: Meretites (G 7650)
Einzelnachweise
- ↑ Silke Roth: Die Königsmütter des Alten Ägypten von der Frühzeit bis zum Ende der 12. Dynastie (= Ägypten und Altes Testament. Band 46). Harrassowitz, Wiesbaden 2001, ISBN 3-447-04368-7, S. 386.
- ↑ Michel Baud: Famille royale et pouvoir sous l’Ancien Empire égyptien. Band 2, Kairo 1999, S. 470.
- ↑ George Andrew Reisner: A History of the Giza Necropolis. Band I, Harvard 1942, S. 212.
- ↑ Michel Baud: Famille royale et pouvoir sous l’Ancien Empire égyptien. Band 2, Kairo 1999, S. 400 [3].
- ↑ Michel Baud: Famille royale et pouvoir sous l’Ancien Empire égyptien. Band 2, Kairo 1999, S. 469.