Achtihotep

Achtihotep in Hieroglyphen



Achtihotep
(Achti-hotep)
3ḫ.tj-ḥtp
Achtihotep auf dem Ausschnitt einer Scheintür, Museo Barracco, Rom (MB 3)

Achtihotep war ein altägyptischer Beamter der 4. Dynastie im Alten Reich. Er wirkte während und nach der späten Regierungszeit des Cheops und gehörte möglicherweise nicht der königlichen Familie an. Er bekleidete die Ämter eines Verwalters des Palastes und Aufsehers über Fische und Geflügel, Priester des Cheops sowie Priester der Bas von Nechen und trug außerdem den Titel Einzig(artiger)er Freund. Verheiratet war er mit Meretites, leibliche Königstochter, Priesterin des Cheops, der Hathor und der Neith. Es spricht einiges dafür, dass Meretites eine leibliche Tochter von Cheops war.[1]

Grabanlage

Die nur teilweise fertiggestellte Doppelgrabanlage (G 7650) befindet sich auf dem Ostfriedhof von Gizeh, direkt südlich neben der großen Mastaba des Anchhaf (G 7510) und wurde von George Andrew Reisner in die Chephrenzeit eingeordnet.[2] Neuere Untersuchungen sprechen aber dafür, dass Teile des Kernmauerwerks bereits in den letzten Jahren des Cheops ausgeführt wurden und dass im Süden eine Grabkapelle angefügt wurde.[3] Die Grabkapelle enthält zwei Scheintüren. Reliefs zeigen das Ehepaar und zwei Söhne: Teti und Neferhetep. Ein Relieffragment mit einer Abbildung des Grabherrn befindet sich im Museo Barracco in Rom (Inventarnummer MB 3), ein weiteres mit zwei Töchtern des Ehepaares im Museu Calouste Gulbenkian in Lissabon (Inventarnummer 159)[4]. Achtihoteps Granitsarkophag aus der Grabkammer wird im Brooklyn Museum in New York City ausgestellt (Inventarnummer 48.110).[5] Mehrere weitere Relieffragmente sowie Teile eines stark beschädigten Ersatzkopfes, der in der Straße vor der Mastaba gefunden wurde, gehören zur Sammlung des Museum of Fine Arts in Boston.

Literatur

  • Michel Baud: Famille royale et pouvoir sous l’Ancien Empire égyptien. Tome 2 (= Bibliothèque d’Étude. Band 126/2). Institut Français d’Archéologie Orientale, Kairo 1999, ISBN 2-7247-0250-6, S. 400 [3] (Volltext als PDF; 17,1 MB); abgerufen über Digital Giza – The Giza Project at Harvard University.
  • Aidan Dodson, Dyan Hilton: The Complete Royal Families of Ancient Egypt. Thames & Hudson, London 2004, ISBN 0-500-05128-3, S. 52, 56, 60; einzelne Seiten abgerufen über Internet Archive.
  • Laurel Flentye: The Mastabas of Ankh-haf (G 7510) and Akhethetep and Meretites (G 7650) in the Eastern Cemetery at Giza. A Reassessment. In: Zahi A. Hawass, Janet Richards (Hrsg.): The Archaeology and Art of Ancient Egypt. Essays in Honor of David B. O’Connor. Band 1 (= Annales du Service des Antiquités de l’Égypte. Heft 36). Kairo, Conseil Suprême des Antiquités de l’Égypte 2007, ISBN 978-977-437-241-4, S. 291–308 (Volltext als PDF; 10,3 MB); abgerufen über Digital Giza – The Giza Project at Harvard University.
  • Bertha Porter, Rosalind L. B. Moss, Ethel W. Burney: Topographical Bibliography of Ancient Egyptian Hieroglyphic Texts, Reliefs, and Paintings. Volume III: Memphis. Part 1: Abû Rawâsh to Abûṣîr. 2., von Jaromír Málek überarbeitete und erweiterte Auflage. Clarendon Press / Griffith Institute / Ashmolean Museum, Oxford 1974, OCLC 491653906, S. 200–201, Grabgrundriss XXXI (Volltext als PDF; 20,3 MB); abgerufen über The Digital Topographical Bibliography.
  • George Andrew Reisner: A History of the Giza Necropolis. Band 1. Harvard University Press, Cambridge 1942, OCLC 491276734, S. 47, 73, 212, 308 (Volltext als PDF; 255,9 MB); abgerufen über Digital Giza – The Giza Project at Harvard University.
Commons: Achtihotep – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Aidan Dodson, Dyan Hilton: The Complete Royal Families of Ancient Egypt. London 2004, S. 60.
  2. George Andrew Reisner: A History of the Giza Necropolis. Band 1, 1942.
  3. Laurel Flentye: The Mastabas of Ankh-haf (G 7510) and Akhethetep and Meretites (G 7650) in the Eastern Cemetry at Giza. A Reassessment.
  4. Nile Scribes: Collecting Ancient Egypt at Lisbon’s Calouste Gulbenkian Museum mit Abbildung des Reliefs.
  5. Brooklyn Museum in New York City: Sarcophagus (Inventarnummer 48.110).