Melody (Roman)

Melody ist ein 2023 erschienener Roman des Schriftstellers Martin Suter. Das Werk ist im Diogenes Verlag in mehreren Auflagen mit mehren hunderttausend Exemplaren erschienen. Kurz nach Erscheinen stand das Buch auf der Spiegel Bestsellerliste auf Platz 1 und belegte Platz 3 unter den Jahresbestsellern 2023 in der Kategorie Belletristik.[1][2][3]

Handlung

Der 30-jährige Jurist Tom Elmer nimmt einen lukrativen Job beim 84-jährigen Alt-Nationalrat Dr. Peter Stotz an. Er soll dessen Nachlass ordnen. Stotz ist vermögend, einflussreich und von seiner großen Liebe besessen: Melody Alaoui, eine junge Buchhändlerin, die drei Tage vor der Hochzeit vor über 40 Jahren spurlos verschwand. Tom zieht in die Villa am Zürichberg ein, in der mehrere Porträts von Melody hängen. Mit den täglichen Erzählungen des gebrechlichen Dr. Stotz wachsen in ihm Zweifel an der Geschichte. Nach Stotz’ Tod forschen Tom und die erbberechtigte Großnichte Laura weiter. Sie reisen von Zürich über Marokko bis nach Südostasien und stoßen auf Spuren. Schließlich führt eine Fährte nach Griechenland, wo ein alter Bekannter behauptet, Melody sei mit seiner Hilfe geflohen und womöglich längst gestorben. Zugleich zeigt sich, dass Melody überlebt haben könnte. Am Ende stehen mehrere plausible Erzählungen nebeneinander. Die Grenzen zwischen Erinnerung, Selbstinszenierung und Wahrheit verschwimmen.

Figuren

  • Tom Elmer: Die Hauptfigur, ein 30-jähriger Jurist, der den Nachlass von Dr. Stotz ordnen soll
  • Dr. Peter Stotz: ehemaliger Schweizer Nationalrat, der die Geschichte seiner großen Liebe erzählt
  • Melody Alaouni: Die ehemalige Verlobte von Dr. Stotz
  • Laura: Die Großnichte von Dr. Stotz
  • Roberto: Der Butler von Dr. Stotz
  • Mariella: Die Köchin von Dr. Stotz
  • Frau Favre: Die Sekretärin von Dr. Stotz

Rezeption

Der Roman wurde von der Kritik überwiegend positiv aufgenommen. Er sei ein "Hochgenuss" für alle Suter-Leser, kommentierte Jan C. Behmann für den Freitag. Die Geschichte sei "wie ein Nougatbonbon schweizerischer Qualität".[4] Man müsse zwar "hochfliegende literarische Ansprüche" bei der Lektüre "zurückstecken", so Oliver vom Hove für den Standard, die eigentliche Geschichte aber lese sich "süffig und spannungsreich".[5] Stefanie Glandien nannte das Werk im Trierischen Volksfreund ein "brillantes Kammerspiel",[6] Norra Zukker im Tagesanzeiger einen "Suter in Bestform".[7] Annette König hielt das Werk in ihrer Rezension für das SRF dagegen für "empfindungsarm": "Zudem läuft die Geschichte schleppend an, hängt in der Mitte durch, um am Ende den Lesenden nur mehr ein müdes «Ach so» zu entlocken."[8]

Trivia

Ein Leitmotiv des Buches sind intensiv beschriebene – zumeist italienische – Gerichte, die Mariella, die Köchin von Dr. Stotz, zubereitet. Im Nachwort nennt Suter die Quelle der Kochrezepte; sie stammen, wie Suter im Nachwort erklärt, fast alle aus dem „wunderbarem Kochbuch ,La Mia Cucina‘“ der Züricher Feinkosthändlerin Patrizia Fontana. Von ihrer Rolle in „Melody“ habe sie nichts gewusst, bis Suter ihr am Tag der Veröffentlichung ein gewidmetes Exemplar schenkte, erzählte sie dem Tagesspiegel.[9]

Textausgaben

  • Martin Suter: Melody. Diogenes Verlag, Zürich 2023, ISBN 978-3-257-07234-1.

Einzelnachweise

  1. Diogenes: Melody. Abgerufen am 3. November 2025.
  2. Lesering: Spiegel Bestsellerliste: Martin Suter mit "Melody" auf Platz 1. 30. März 2023, abgerufen am 3. November 2025.
  3. Diogenes: Melody von Martin Suter. Abgerufen am 4. November 2025.
  4. Jan C. Behmann: Martin Suter: Melody für Millionen. In: Der Freitag. 16. April 2023, abgerufen am 3. Dezember 2025.
  5. Oliver vom Hove: Wer ist Melody? Oder viel Geld haben ist auch ein Beruf. In: Der Standard. 7. Mai 2023, abgerufen am 3. Dezember 2025.
  6. Stefanie Glandien: „Melody“ von Martin Suter: Ein Roman über die Liebe und die Lüge. In: Trierischer Volksfreund. 30. Mai 2023, abgerufen am 3. Dezember 2025.
  7. Nora Zukker: Martin Suter lässt am Zürichberg die bürgerliche Welt untergehen. In: Tagesanzeiger. 21. März 2023, abgerufen am 3. Dezember 2025.
  8. Annette König: Martin Suter versucht sich an einer Romanze. In: SRF. 22. März 2023, abgerufen am 3. Dezember 2025.
  9. Susanne Kippenberger: Lesen oder lieber essen?: Martin Suters neuer Roman steckt voller Rezepte aus einem Schweizer Kochbuch. In: Der Tagesspiegel. 6. August 2023, abgerufen am 3. Dezember 2025.