Marienkirche (Stollberg)

St. Marien in Stollberg

Südostansicht der Marienkirche

Daten
Ort Stollberg/Erzgeb.,
Herrenstraße 32
Bauherrin Kirchengemeinde in Stollberg
Baustil Spätgotik
Baujahr vor 1225
Bauzeit 13. Jhd., Anfang 15. Jhd. (Vergrößerung)[1]
Höhe (Turm) ca. 20 m
Nutzfläche 380 m²
Koordinaten 50° 42′ 21,1″ N, 12° 46′ 33,1″ O

Die katholische Pfarrkirche St. Marien (Beatae Virginis Mariae) ist eine spätgotische Saalkirche in Stollberg/Erzgeb. im Erzgebirgskreis in Sachsen. Sie gehört zur Pfarrgemeinde Mariä Geburt im Dekanat Zwickau des Bistums Dresden-Meißen.

Das Gotteshaus steht seit den 1970er Jahren unter Denkmalschutz.[1] und ist der Jungfrau Maria (auch: Mariä Geburt) geweiht.[2]

Lage

Das Kirchengebäude befindet sich außerhalb des Stadtzentrums von Stollberg, auf einer kleinen Dreiecksfläche, die von der südwestlich verlaufenden Zwickauer Straße und zwei Armen der Herrenstraße nordwestlich und östlich begrenzt wird. Es hat die postalische Adresse Herrenstraße 32. Das zuständige katholische Gemeindeamt Sankt Marien residiert in einem nordwestlich davon stehenden Pfarrgemeindekomplex mit der Adresse Zwickauer Straße 2, 09366 Stollberg.[3]

Die bauliche Hauptachse der Kirche verläuft von Südwesten nach Nordosten, somit ist der Altarbereich nicht exakt geostet.

Geschichte

Kirchen im Ort

Als ältester Sakralbau im Siedlungsbereich Stollberg (zuerst Stalburc geschrieben) gilt die Marienkirche, ein ehemals romanischer Kirchenbau aus der Zeit um 1225. Die kirchlichen Gründungen (inklusive Klöster) gehen auf Aktivitäten der Burggrafen der Erkenbertinger zurück.[2]

An anderer Stelle, im Bereich des Siedlungskerns der Stadt Stollberg entstand in späteren Jahrhunderten eine zweite Kirche, die im Verzeichnis zum Stollberger Kirchenkreis 1495 aufgeführt ist: die St. Jacob-Kirche (heutige Schreibweise St. Jakobi), die aufgrund ihrer zentralen Lage zur Stadtpfarrkirche wurde.

Die Marienkirche war neben ihrer Funktion für die Stadt Stollberg zugleich Pfarrkirche der Dörfer im Gablenztal Ober-, Mittel- und Niederdorf, Ober- und Niederwürschnitz sowie für Gablenz selbst.[4]

Die Marienkirche – Erweiterungen und Nutzung

Die (erste) spätromanische Anlage war eine im 13. Jahrhundert errichtete, durch spätere Grabung nachgewiesene, Saalkirche mit Chorquadrat und Apsis. Sie wurde durch einen größeren Anbau in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts zu einer zweischiffigen Hallenkirche umgebaut und zugleich an den gotischen Baustil angepasst; um das Jahr 1450 erhielt das Kirchenschiff eine Kreuzrippengewölbe.[1][5][4] Bei diesen massiven Umbauarbeiten blieb trotzdem die einstige Staffelung von Saal, eingezogenem Chor und Apsis – nun in gotischen Formen – erhalten.[6]

In einem Dokument aus dem Jahr 1559 heißt das Gotteshaus auch „Kirche zu unseren lieben Frauen unter dem Glockenturm“, später (1664) wurde ihr lateinischer Name mit dem Hinweis auf das Patrozinium dokumentiert: Beatae Virginis Mariae.[4]

Laut eines Berichtes aus dem Jahr 1598 wurde ein neuer Turmknopf aufgesetzt, gefüllt mit zeittypischen Notizen.[4] Bei der Turmerneuerung im 21. Jahrhundert kamen die früheren Zeitdokumente sicherlich zum Vorschein – und wurden durch aktuelles Material ausgetauscht.

Mit der Reformation im Kurfürstentum Sachsen erfolgte der Übergang zur lutherischen Konfession. Danach diente St. Marien überwiegend als Friedhofskirche.[5] Daher bekam sie auch die inoffizielle Bezeichnung Totenkirche[7], trug auch noch weitere Namen, die sich auf ihre Funktionen beziehen: Obere oder Kleine oder Gottesackerkirche.[4]

Ein Blitzeinschlag von 1833 ist dokumentiert, der einigen (aber nicht genauer genannten) Schaden anrichtete.[4]

Noch im Jahr 1914 genehmigte die Kirchenverwaltung eine Renovierung[4], ob diese aber wegen des folgenden Ersten Weltkriegs stattfinden konnte, ist nicht überliefert.

Nach dem Krieg diente die Marienkirche auch der Heldenverehrung und dem Gedenken an die im Krieg gefallenen Gemeindemitglieder.[4] Außen vor der Südwand wurde ein Kriegerdenkmal in Obeliskenform aufgestellt.

Im Jahr 1935 wurden Emporen eingezogen, die 1990 wieder entfernt wurden.[5]

Nach dem Zweiten Weltkrieg feierten katholische Vertriebene in der Kirche Gottesdienste. Da sich niemand zu dieser Immobilie als Eigentümer bekannte, verwaltete es der Stollberger Stadtrat, stellte aber kein Geld für den Erhalt zur Verfügung. Eine christliche Nutzung gab es auch nicht. Dagegen diente das Kirchengebäude sogar zeitweilig als Lagerraum für die Druckwerkstätten in Stollberg.[8] Bis zum Jahr 1986 war die evangelische Kirchgemeinde in Stollberg Eigentümerin der Kirchenimmobilie, die aber nichts zu deren Erhalt unternahm. So verfiel das Gebäude dann schrittweise, bis die katholische Kirche es zum 25. Juni 1986 (zurück)kaufte.[5]

Seit 1990: Sanierung und Rückführung als katholisches Gotteshaus

Erst nach der Wende und nach der deutschen Wiedervereinigung 1990 veranlasste die katholische Kirche in Sachsen eine tiefgreifende Sanierung des Kirchengebäudes, teilweise auch nach früheren Bauvorlagen. Der neu gegründete Freistaat Sachsen übernahm einen Teil der Finanzierung. Die gesamte Erneuerung fand am 25. März 1993 mit der Kirchweihe durch Bischof Joachim Reinelt ihren Abschluss.[9][5] Unter anderem wurden die früheren Emporen auf der Nordseite und über dem Chor wieder eingebaut.[4] Und es wurden auch bisher wenig beachtete Details freigelegt wie das kleine Rundfenster im Westen, die Priesterpforte im Süden und die historischen Türverriegelungen. Deren Ausführung erinnert die Historiker an Ausstattungen der größten romanischen Saalkirche Sachsens in Wilsdruff bei Meißen, die Jakobikirche.[10]

Während der Sanierung diente ein zweistöckiges einfaches Gebäude in Kirchennähe als Notkirche, die im Obergeschoss eingerichtet war, im Erdgeschoss gab es einen Jugendraum.[11]

Anlässlich des Weltjugendtages im Jahr 2005 war die Kirche ein „Ort der Begegnungen im Landkreis Stollberg“, in der Kirche und im Gemeindehaus fanden zahlreiche freundschaftliche Treffen statt. Der Kirchen- und Stadtgemeinde war dies Anlass, eine Gedenktafel zu stiften.

Im Jahr 2013 erhielt die Stollberger Marienkirche einen nach dem historischen Turmaufsatz neu hergestellten Kirchturm, da die alten Bauteile nicht mehr aufzuarbeiten waren. Die Arbeiten führte die Chemnitzer Firma Zimmereihandwerk "AUFBAU" aus, das Richtfest feierte die Gemeinde am 9. August 2013. Diese Turmsanierung kostete rund 476.300 Euro, die aus Fördermitteln der Sächsischen Aufbaubank und vom Bistum Dresden-Meißen zur Verfügung gestellt wurden.[12]

Zwölf Kirchengemeinden mit den katholischen Kirchen in Stollberg, Aue, Oelsnitz und Lugau rings um die Große Kreisstadt Stollberg/Erzgeb. mit rund 700 Katholiken gehören aktuell (Herbst 2025) zum Pfarrbereich.[3]

Architektur

Außenarchitektur

Die Marienkirche ist ein im Kern spätromanisches, zur Hallenkirche erweitertes Gotteshaus. Es handelt sich um einen Putzbau mit eingezogenem, dreiseitig geschlossenem Chor und kräftigen Strebepfeilern, der durch einen schlanken achteckigen Dachreiter mit Spitzhelm akzentuiert wird. Der Außenputz des Kirchengebäudes soll (laut der Wappenbeschreibung) lange Jahre „vollständig rot“ gewesen sein. – Seit den großen Renovierungen um die Wende zum 21. Jahrtausend erhielten die Fassaden neuen weißen Putz.

Die Bauwerkshöhe vom Bodenniveau bis zur Turmspitze beträgt etwa 20 Meter. Schlichte gotische Spitzbogenportale im Süden und Westen erschließen das Langhaus, das durch dreibahnige Spitzbogenfenster mit reichem gotischen Maßwerk erhellt wird. An der Südseite des Chores wurde die Sakristei angebaut, eine Sakristei im Norden stammt aus dem Jahr 1993.[4]

Die Länge des Hauses beträgt rund 29 Meter, davon nimmt der Chorraum (die eigentliche Basiskirche) etwa 11,50 Meter ein. Das Bauwerk (ohne Sakristei-Anbauten) ist um 13 Meter breit.

Innenarchitektur

Im Inneren ist das Bauwerk eine zweischiffige, dreijochige Pfeilerhalle mit Kreuzrippengewölbe. Die Rippen erhielten bei der letzten Renovierung gemalten ornamentalen Schmuck in den Farben braun und grün.

Der gedrückt spitzbogige Triumphbogen führt zum Chor mit kräftigen Kämpfern, in dem der östliche Pfeiler mit einem als Halbfigur gestalteten Engel an der Konsole eingestellt ist. Der Chor ist von einem Kreuzrippengewölbe geschlossen, das über Wanddiensten mit Kopfkonsole ansetzt. Die acht Schlusssteine zeigen einen Christuskopf und das Gotteslamm, im Schiff einen Christuskopf, eine Mondscheibe und das Sonnensymbol sowie zwei Adelswappen und eine Laubwerkrosette.[5]

Glocken

Im Kirchturm befanden sich bereits bei der ersten kleinen Kirche Kirchenglocken, deren Zahl nicht genannt worden ist.

Ausstattung

Altarraum

Das Hauptstück der Ausstattung ist ein spätgotischer Flügelaltar mit der Jahreszahl 1516, der unmittelbar vor dem östlichen Chorfenster auf einer Mensa steht[13][10]. Im Schrein gibt es Schnitzfiguren der Madonna mit den Heiligen Barbara und Katharina.[1] In den Altarflügeln sind die Nothelfer in vier Bildchen dargestellt. Die Flügelrückseiten zeigen die Heiligen Apollonia und Ottilie.[4]

Die Predella präsentiert eine gemalte Darstellung des Schweißtuchs der Veronika, davor stehen sechs kleine Messing-Kerzenleuchter.[13]

Die Holzkanzel am Triumphbogen aus der Zeit um 1680 zeigt auf den Brüstungsfeldern figürliche Darstellungen von Mose, Christus mit der Weltkugel und den Evangelisten als Malereien.[4] Über dem Korb ist ein hölzerner Schalldeckel an starken Seilen aufgehängt.[13]

Die Taufe aus Sandstein in Kelchform entstand 1647 und war ursprünglich farbig gefasst, Farbreste davon sind noch erkennbar.

Eine Schnitzfigur des heiligen Wolfgang stammt vom Anfang des 16. Jahrhunderts. Eine aus Sandstein geschlagene aufwändige Doppelgrabplatte, die an der Wand hinter der Kommunionbank platziert ist, entstand im Jahr 1626 für die Töchter des Pfarrers Heckmann, Anna Barbara und Anna Maria, und zeigt eine figürliche Darstellung der verstorbenen Kinder mit Christus und einem Engel sowie eine reiche Rahmung im Ohrmuschelstil.[4]

Ausmalung

Die Ausmalung des gesamten Kirchenschiffes aus dem 13. Jahrhundert wurde in den Jahren 1990–1993 restauriert. Sie zeigt an den Wänden zarte Weihekreuze, in den Gewölbefeldern über der Kanzel geschweifte Blattranken und Fialen über dem Eingang zur Sakristei.

Fußboden, Gestühl, Fenster

Einfache hölzerne dunkel gebeizte Kirchenbänke bieten Platz für rund 100 Besucher, die in den ersten Jahrhunderten nach Frauen und Männern getrennt waren. Die Bankreihen sind durch einen Mittelgang abgeteilt.

Der Fußboden im Hauptsaal und im Altarbereich ist mit unregelmäßig gebrochenen polierten Kalksteinplatten belegt, im Übergangsbereich unter dem Triumphbogen befindet sich Parkett.[13]

Die hohen gotischen Spitzbogenfenster sind überwiegend unbunt ausgeführt. Sie kamen anlässlich der Erweiterungsbauarbeiten im 15. Jahrhundert in das Sakralgebäude.

Orgel

Die Orgel ist ein Werk vom Orgelbauer Emil Wiegand aus Witznitz bei Borna, der es im Jahr 1858 mit neun Registern auf einem Manual und Pedal gefertigt hatte. Sie befindet sich auf der Empore.[14]

Das gebrauchte Instrument gelangte im Jahr 1957 aus Ruppersdorf in die hiesige Mariengemeinde, weil die dortige Kirche dem Braunkohletagebau weichen musste. Beim Einbau hier in Stollberg nahmen die Orgelbauer eine Umdisponierung vor: Viola di Gamba 8′ wurde zu Quintatön 8′, Octave 2′ wurde zu Blockflöte 2′ und Cello 8′ wurde zu Choralbass 4′.[14]

Disposition[14]
I. Manual
Principal 8'
Doppelflöte 8'
Quintatön 8'
Principal 4'
Flauto amabile 4'
Blockflöte 2'
Mixtur 3fach
Pedal
Subbass 16'
Cellobass 08'
  • Koppeln: I/P, Oberoktavkoppel
  • Pedal: C-c1
  • Klingel zum Calcant; eine feste Kombination; Auslöser

Seelsorge, Gruppen, weitere Informationen

Die Seelsorger der Kirche waren/sind (Auswahl):

1962–2002: Pfarrer Claus Vollmeyer
2002–2012: Pfarrer Josef Reichl (danach bis 2025 in Reichenbach im Dienst)[15]
seit 2023ؘ: Przemek (Przemysław) Kostorz, leitender Pfarrer, zuvor Bundesseelsorger für die Malteser[16], dann Jugendseelsorger und Kaplan, stets im gleichen Bistum
seit 2014: Pater Raphael Bahrs (mit Unterbrechung für ein Priorat der Abtei Ettal im Benediktinerkloster Wechselburg)[17]
2010–2025, 31. August: Günther Eichholz, Pfarrer[18][19]
um 2020: Holger Friedrich, Diakon[20]
  • „Neben der Feier der Heiligen Messe, der Eucharistie als ,Quelle und Höhepunkt des Lebens und der Sendung der Kirche‘, prägen vielfältige Gottesdienste, Aktivitäten, Gruppen und Kreise unser Gemeindeleben. Für alle Altersgruppen gibt es dabei Anknüpfungspunkte“ heißt es auf der Website.[21]
  • Schließlich gibt die Pfarrgemeinde regelmäßig einen Pfarrbrief heraus, in welchem vor allem kommende Veranstaltungen, ihr Ort und ihre Termine aufgeführt werden.[23]
  • Nach der Wende entstanden über Aktivitäten des Pfarrers Vollmeyer Beziehungen zur katholischen Pfarrei Peter und Paul im Ort Feldmoching. Diese vertieften sich in der Folge stetig, führten u. a. auch dazu, dass die Feldmochinger für die Komplettsanierung von St. Marien Spenden sammelten. Auch zum späteren Neubau eines Pfarrheims in Stollberg trug die Gemeinde Feldmoching durch Spenden bei. Inzwischen (Stand Herbst 2025), nach einigen Jahren geringer Aktivitäten, ist daraus eine feste Partnerschaft erwachsen mit gegenseitigen Besuchen und Austauschen.[11]

Pfarrhaus St. Marien

Das Pfarrensemble mit der Adresse Zwickauer Straße2/Pfarrstraße 2 steht westnordwestlich von der Marienkirche. Es ist ein aus mehreren Gebäuden aus verschiedenen Bauphasen zusammengewachsener Baukomplex. Eines von ihnen wurde so eingerichtet, dass es auch als Winterkirche genutzt werden kann. Es beherbergt einen eigenen Altar in einem einfachen rechteckigen Chorraum hinter einem Triumphbogen. Zahlreiche kompakte hölzerne Kirchenbänke bieten Platz für mehr als 100 Gläubige. Es ist mit einem pultförmigen Holzdachstuhl geschlossen. Dreibahnige hochrechteckige Fenster lassen das Tageslicht herein.[24] Im Jahr 1996 wurde ein moderner Anbau an das vorhandene historische backsteinerne Pfarrhaus eingeweiht.

Sonstiges

  • Seit der Gründung der Stadt Stollberg ist die Marienkirche Bestandteil des Stadtwappens. Die gleiche Kirchendarstellung findet sich auch im aktuellen Stadtsiegel. Im Gegensatz zu dieser verallgemeinerten Zeichnung mit roten Dachziegeln ist das stark geneigte Pultdach der Kirche (aktuell) mit dunklem Schiefer belegt, selbst der gesamte Turm mit seinen senkrechten Teilen ist schieferverkleidet.
  • Die Mariengemeinde nimmt mit ihrem Gotteshaus auch an der Aktion „Kulturkirche 2025“ im Rahmen der Kulturhauptstadt Europas teil, unter anderem mit der Verhüllung des Altars durch moderne Kunstwerke. Hier gab es 2024 ein Werk von Katja Lang zu sehen, das einen Wanderer in einer Erzgebirgslandschaft mit Bezug zu Stollberg zeigte.[26][27][28]
  • An der Marienkirche führt der Sächsische Jakobsweg vorbei, wie das vor dem Pfarrensemble aufgestellte Schild ausweist.[29]
Im August 2025 wurde unmittelbar vor der Marienkirche eine Skulptur Die Pilgerin aufgestellt, angefertigt vom Pfullendorfer Bildhauer Peter Klink. Spenden von Pilgern und von Gemeindemitgliedern ermöglichten die Herstellung. Die Gemeinde hat die schlanke Frau Marie getauft. Im Pfarrbrief wird die lebensgroße geschmiedete Figur wie folgt beschrieben:[30]

Die Pilgerin mit den Ketten an der Stele symbolisiert das ehemalige Frauengefängnis Hoheneck, aber auch die Fesseln unseres Lebens, die beim Pilgern abfallen können. Darüber hinaus nimmt die Pilgerin Bezug auf die altehrwürdige Marienkirche, aus der sie herausschreitet und sich auf den Pilgerweg nach Santiago de Compostela macht.

  • In der Kirche finden gelegentlich auch Kulturveranstaltungen wie kleine Konzerte oder Vorträge statt.[31][32]
  • Nach dem Tod des langjährigen Pfarrers der Marien-Gemeinde, Claus Vollmeyer, benannte das Bistum in Abstimmung mit dem Stollberger Ratsgremium zum 10. Dezember 2016 den bis dahin namenlosen Platz zwischen dem Kirchengebäude und dem Pfarrzentrum in „Pfarrer-Claus-Vollmeyer-Platz“.[33]

Literatur

  • Georg Dehio: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler. Sachsen II. Die Regierungsbezirke Leipzig und Chemnitz. Deutscher Kunstverlag, München/Berlin 1998, ISBN 3-422-03048-4, S. 631–632.
  • Matthias Donath: St. Marien Stollberg: St. Marienkirche in Stollberg/Erzgebirge Sachsen. Gehrig Verlag Merseburg, 1996, S. 14 (uni-leipzig.de).
Commons: Marienkirche – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b c d Georg Piltz: Kunstführer durch die DDR. 4. Auflage. Urania-Verlag, Leipzig / Jena / Berlin, 1973, S. 487/488.
  2. a b Das Goedel Buch. Abgerufen am 24. September 2025 (Auszug aus der o. g. Festschrift: Die Anfänge des kirchlichen Lebens in Stollberg. Besiedlung, Herrschaftsbildung und Kirchenorganisation. Auch eine Zeichnung von St. Mariä ist hier abgebildet.).
  3. a b Gottesdienstorte der Pfarrei Mariä Geburt im LK Stollberg. Abgerufen am 27. September 2025.
  4. a b c d e f g h i j k l m Marienkirche – Wahrzeichen und Symbol in Wappen und Siegel der Stadt // Architektonische Besonderheiten der Marienkirche. Abgerufen am 27. September 2025.
  5. a b c d e f Stadt Stollberg mit einem kurzen Porträt der Marienkirche. Abgerufen am 27. September 2025.
  6. Steffen Hoffmann: Buchvorschau Architektur und Kunst im Erzgebirge. Das Westerzgebirge. Verlag Robin Hermann, Chemnitz, 2015, abgerufen am 28. September 2025.
  7. Ivo Kästner: Marienkirche (Totenkirche) Stollberg. Abgerufen am 28. September 2025.
  8. Information Nr. 16/80 an den 1. Sekretär der SED-Bezirksleitung über die zweckentfremdete Nutzung der St. Marien-Kirche Stollberg als Lagerraum für die Vereinigung Organisationseigener Betriebe (VOB) Druckwerkstätten Stollberg. 1980, abgerufen am 29. September 2025 (Information aus dem Bundesarchiv über das MfS (BArch MfS BV KMSt AKG/11349 )).
  9. Infotafel
  10. a b Auf den Spuren der Geschichte, Stollberg. Abgerufen am 28. September 2025.
  11. a b Unsere Partnerschaft mit Stollberg. www.pv-pacem.de/st-peter-und-paul, abgerufen am 29. September 2025.
  12. Marienkirche in Stollberg erhält neue Kirchturmspitze. Abgerufen am 28. September 2025.
  13. a b c d Kurzinfo zur Marienkirche. Abgerufen am 28. September 2025 (zwei Innenansichten der Marienkirche (2/39; 3/39)).
  14. a b c Informationen zur Orgel auf orgelforum-sachsen.de. Abgerufen am 29. September 2025.
  15. Ein Abschied mit Wehmut nach zehn Jahren. Abgerufen am 30. September 2025.
  16. Feierlicher Wechsel im Malteser Diözesanvorstand im Bistum Dresden-Meißen. Abgerufen am 30. September 2025.
  17. Bahrs, Raphael. benediktinerlexikon.de, abgerufen am 30. September 2025.
  18. Pfarrer Günther Eichholz geht auf eigenen Wunsch in Ruhestand. Abgerufen am 30. September 2025.
  19. Pfarrbrief 2025. Abgerufen am 30. September 2025.
  20. Kontakt zur Gemeinde. Abgerufen am 29. August 2025.
  21. Katholische Pfarrei Mariä Geburt. 2025, abgerufen am 29. September 2025 (Gottesdienste und sonstige Aktivitäten).
  22. Hoffnungsvolle Lieder und Texte. September 2018, abgerufen am 29. September 2025 (Einladung des Kirchenchores St. Marien).
  23. Pfarrbrief für erste Woche im Oktober 2025. Abgerufen am 29. September 2025 (Beispiel).
  24. Innenansicht des Andachtsraumes vom Pfarramt („in Kirchen“). Abgerufen am 29. September 2025.
  25. Marienkirche, Tag des offenen Denkmals 2025. Abgerufen am 27. September 2025.
  26. Dom St. Marien Stollberg, Kulturkirche2025. Abgerufen am 27. September 2025.
  27. Wie zwei Kirchen im Erzgebirge sich am Kulturhauptstadtprojekt beteiligen. 7. Februar 2024, abgerufen am 27. September 2025.
  28. Ramona Schwabe: Altar der Marienkirche Stollberg ist kunstvoll verhüllt. In: Freie Presse. 16. Februar 2024, abgerufen am 9. September 2025 (Foto des verhüllten Altars mit der Künstlerin, dem Pfarrer und zwei weiteren Amtspersonen, in der Folge, am 20. 3. 2024 fand vor Ort auch ein Vortrag zu der Thematik statt („Wenn Augen fasten“)).
  29. Wanderung – die Stollberger Marienkirche. In: chemnitzerjakobspilger.blogspot. Februar 2015, abgerufen am 28. September 2025.
  30. Pfarrbrief Oktober/November 2025. Abgerufen am 29. September 2025 (Text und Abbildung der Skulptur).
  31. Auftritt des Zwickauer Kammerchors in der Marienkirche, Nov. 2019. In: Stollberger Anzeiger, Nr. 11. 2019, abgerufen am 28. September 2025.
  32. Musikalisache Andacht in St. Marien Stollberg. 21. Februar 2024, abgerufen am 29. September 2025 (Jubilatechor Chemnitz).
  33. Pfarrer-Claus-Vollmeyer-Platz in Stollberg. Feierliche Einweihung am 10. Dezember. Abgerufen am 29. September 2025.