MR-Klasse 700

MR-Klasse 700
Midland Railway Nr. 2666
Nummerierung: MR: vor 1907: 700–779, 830–879, 910–1067, weitere
nach 1907: 2592–2671,
2674–2711,
2713–2867
LMS: 22592…22671, 22687…22867
BR: 58110–58113[1]
Anzahl: 316
Hersteller: Dübs (150)
Vulcan (80)
Neilson (40)
John Fowler (10)
Kitson (10)
MR Derby Works (26)
Baujahr(e): 1869–1874
Ausmusterung: 1903–1951
Bauart: C n2
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Gesamtradstand: 5030 m (Lok)
Dienstmasse: 36,3–36,6 t
Indizierte Leistung: 261 kW (355 PS)
Anfahrzugkraft: 59 kN
Treibraddurchmesser: 1588 mm
Steuerungsart: Stephenson
Zylinderanzahl: 2 innenliegend
Zylinderdurchmesser: 432 mm (17 in)
Kolbenhub: 610 mm (24 in)
Kesselüberdruck: 9,65 bar (140 psi)
Anzahl der Heizrohre: 168 oder 232
Rostfläche: 1,6 m²
Strahlungsheizfläche: 9,9 m²
Rohrheizfläche: 91,6 oder 94,9 m²
Verdampfungsheizfläche: 101,5 oder 104,8 m²
Tender: 3-achsig
Brennstoffvorrat: Kohle
Steuerung: Stephenson
Kupplungstyp: Schraubenkupplung
Konstrukteur: Matthew Kirtley
LMS-Leistungsklasse 1F
Quellen der technischen Daten:[2.1][3.1]

Die Klasse 700 der Midland Railway (MR) war eine Baureihe von Güterzuglokomotiven der Achsfolge C, die zwischen 1869 und 1874 in mehreren Lokomotivfabriken gebaut wurden. Der Entwurf von Matthew Kirtley ist der Nachfolger der MR-Klasse 480 und gehört mit 316 Exemplaren zu den meistgebauten Lokomotivklassen der Midland.

Geschichte

Konzept

Die Klasse 700 war eine Weiterentwicklung der Klasse 480. Die Lokomotive war mit einem Doppelrahmen ausgeführt, wobei der Plattenrahmen zwischen den Achslagerhörnern Längsverstrebungen aufwies. Nur die Lokomotiven von der Neilson and Company hatten auf halber Länge zwischen den Achslagerhörnern einen zusätzlichen vertikalen Steg.[2.2]

Bau

Die Lokomotiven wurden über einen Zeitraum von fünf Jahren gebaut. 150 Lokomotiven wurden von Dübs and Company, 80 von der Vulcan Foundry, 40 von der Neilson and Company, je 10 von John Fowler & Co. und von Kitson & Co. und 26 aus den bahneigenen Derby Works geliefert. Zwischen 1869 und 1874 wurden insgesamt 316 Lokomotiven gebaut. nach anderen Angaben 315.[3.1]

Betrieb

Unter Samuel W. Johnson, Kirtleys Nachfolger, wurden bis 1891 alle Maschinen modernisiert und mit neuen Kesseln Typ B ausgestattet.[4] Die Ausmusterung begann 1903, jedoch wurden bis 1905 nur sechs Lokomotiven ausgemustert,[5.1] und 50 Lokomotiven an die Ferrovie dello Stato Italiane (FS) verkauft.[4]

Während des Ersten Weltkriegs wurden 78 Lokomotiven dieser Baureihe an das Kriegsministerium verliehen und von der Eisenbahnabteilung (englisch Railway Operating Division (ROD)) der Royal Engineers für militärische Zwecke in Frankreich eingesetzt. Drei weitere Lokomotiven waren ebenfalls vorgesehen, wurden jedoch stattdessen zwischen Dezember 1917 und Februar 1920 an die London and South Western Railway (LSWR) verliehen.[6.1] Die in Frankreich eingesetzten Lokomotiven gelangten 1917 ins Land und kehrten 1919 bis 1920 zur MR zurück.[6.2] Alle wurden bei der MR wieder in den Dienst gestellt, mit Ausnahme der 2765, die 1920 in Derby verschrottet wurde, nachdem sie während ihrer Zeit bei der ROD einen Rahmenbruch erlitten hatte.[6.3]

Beim Zusammenschluss der britischen Bahnen zu vier großen Gesellschaften im Jahr 1923 noch 260 Maschinen zur London, Midland and Scottish Railway (LMS) gelangten. Dort wurden sie in die Leistungsklasse 1F eingeteilt und erhielten die Nummern 22592…22867. Bis zur Gründung von British Railways war die Ausmusterung so weit fortgeschritten, dass nur noch vier Maschinen übrig waren. Sie erhielten die Nummern 58110 bis 58113, wobei nur die Maschine Nr. 58110 diese auch tatsächlich trug. Zwischen 1949 und 1951 wurden alle ausgemustert, zuletzt die Nr. 58110 im November 1951.[1.1] Es ist keine Lokomotive erhalten geblieben, aber ein Schlepptender, der heute mit der erhaltenen Lokomotive der MR-Klasse 156 gekuppelt ist.

FS 380

Im Jahr 1906 verkaufte die Midland Railway 50 Lokomotiven der Klasse 700 an die italienische Rete Mediterranea. Die Lieferung erfolgte jedoch erst an deren Nachfolgegesellschaft FS, bei der sie der Baureihe 380 zugeordnet wurden. Die Lokomotiven sollten nach der Verstaatlichung der italienischen Eisenbahnen die Lücke an einsatzfähigen Güterzuglokomotiven füllen. Obwohl ihr Einsatz nur für wenige Jahre geplant war, standen einige Exemplare noch in den 1920er-Jahren im Dienst.

Literatur

  • B. Baxter: British locomotive catalogue 1825–1923 Vol 3A: Midland railway and its constituent companies. Moorland, 1982.
  • David Hunt, R. J. Essery, Fred James: Midland Engines: The '700' class double-frame goods engines. Wild Swan, 2002, ISBN 978-1-874103-73-8.
Commons: MR-Klasse 700 – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. MR/LMS "700" Class 0-6-0. In: BRDatabase. Abgerufen am 16. November 2025 (englisch).
    1. Fleet
  2. Ernest Leopold Ahrons: The British steam railway locomotive, 1825-1925. Locomotive Pub. Co., London 1927 (englisch, archive.org [abgerufen am 27. November 2025]).
    1. S. 203
    2. S. 202
  3. 0-6-0 Steam Locomotives in Great Britain. In: steamlocomotive.com. Abgerufen am 12. Dezember 2025.
    1. a b Class 700 (Locobase 3532)
  4. a b Midland Engines No. 4 - The 700 Class Double Frame. In: Vale of Rheidol Railway Shop. Abgerufen am 17. Dezember 2025 (britisches Englisch).
  5. David Hunt, R. J. Essery, Fred James: Midland Engines: The '700' class double-frame goods engines. Wild Swan, 2002, ISBN 978-1-874103-73-8.
    1. S. 9, 11
  6. William Aves: The Railway Operating Division on the Western Front: The Royal Engineers in France and Belgium, 1915-1919. Shaun Tyas, 2009, ISBN 978-1-900289-99-3.
    1. S. 146
    2. S. 157–158
    3. S. 147