MR-Klasse 156
| MR-Klasse 156 | |
|---|---|
MR-Klasse 156 No. 121
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| Anzahl: | 29 |
| Hersteller: | MR Derby Works |
| Baujahr(e): | 1866–1874 |
| Ausmusterung: | 1890er Jahre bis 1947 |
| Bauart: | 1B n2 |
| Spurweite: | 1435 mm (Normalspur) |
| Dienstmasse: | 41,9 t |
| Anfahrzugkraft: | 55 kN |
| Treibraddurchmesser: | 1892 mm |
| Steuerungsart: | Stephenson mit Flachschieber |
| Zylinderanzahl: | 2 Innenzylinder |
| Zylinderdurchmesser: | 457 mm (18 in) |
| Kolbenhub: | 610 mm (24 in) |
| Kesselüberdruck: | 9,65 bar (140 psi) |
| Tender: | 3-achisg |
| Wasservorrat: | 9,1 m³ |
| Brennstoffvorrat: | 3,6 t Kohle |
| Antrieb: | Dampf |
| Zugheizung: | Dampf |
| Kupplungstyp: | Schraubenkupplung |
| Besonderheiten: | MR No. 158 erhalten |
Die Klasse 156 der Midland Railway (MR) war eine Baureihe von 29 Schnellzuglokomotiven der Achsfolge 1B, die zwischen 1866 und 1874 in den Derby Works gebaut wurde. Sie wurden von Matthew Kirtley entworfen und später unter Samuel W. Johnson mehrfach umgebaut und modernisiert.
Geschichte
Konzept
Die Midland Railway setzte auf kleine Lokomotiven, die günstig zu bauen und zu warten waren und zudem die Gleise weniger abnutzten. Reichte die Leistung einer Lokomotive nicht aus, half man sich mit Vorspannlokomotiven aus. Diese Vorgehensweise war schon etabliert, als Matthew Kirtley 1844 erster Locomotive Superintendent der Midland Railway wurde und blieb bis zum Ende der Eigenständigkeit der MR erhalten.
Kirtleys erste 1B‑Lok erschien 1856 und bildete die Grundlage für fünf weitere Baureihen gleicher Achsfolge. Bei der Klasse 156 wurde eine verbesserte Rahmenkonstruktion eingeführt, sodass eine robuste Lokomotivklasse entstand, von der einzelne Vertreter über 80 Jahre im Dienst standen.[1.1]
Bau
Zwischen 1866 und 1873 wurden in den Derby Works insgesamt 27 Lokomotiven der Klasse 156 gebaut; die letzten fünf entstanden unter Kirtleys Nachfolger Samuel Waite Johnson. Durch den Umbau älterer Maschinen wurde die Klasse um zwei weitere Lokomotiven ergänzt.
Betrieb
Anfangs wurden die Lokomotiven für die hochwertigen Schnellzüge von Derby nach Manchester und London eingesetzt. Damit gehörte die Midland Railway zu den ersten Bahngesellschaften, die gekuppelte Lokomotiven im Schnellzugverkehr einsetzten, denn die meisten Bahnen setzten immer noch Single-Lokomotiven ein, da sie die Zuverlässigkeit von Kuppelstangen unter Belastung anzweifelten.
Mit der Ablieferung neuerer Lokomotiven wurden die 1B‑Maschinen schrittweise in weniger anspruchsvolle Dienste versetzt. Einige von ihnen wurden für Dienste auf Nebenstrecken eingesetzt. Obwohl die Ausmusterung bereits 1894 begann, wurde die Nutzungsdauer vieler Lokomotiven durch Umbauten, bei denen sie mit größeren Zylindern und neuen Kesseltypen versehen wurden, verlängert. Im Zuge des Zusammenschlusses der britischen Bahnen zu vier großen Gesellschaften im Jahr 1923 gelangten 21 Lokomotiven zur Nachfolgerbahn der Midland Railway, der London, Midland and Scottish Railway (LMS). Sie wurden aber nur noch für untergeordnete Aufgaben, wie das Führen von Baudienstzügen, eingesetzt und spätestens in den 1940er Jahren ausrangiert.
Erhaltene Lokomotive
Von der Klasse 156 ist eine Lokomotive erhalten, wenn auch nicht mehr im Originalzustand. Sie wurde 1947 nach 81 Jahren im Dienst als letzte ihrer Baureihe ausgemustert. Heute ist sie Bestandteil der Sammlung des Nationalen Eisenbahnmuseums in York. Seit 2022 befindet sie sich als Leihgabe im Barrow Hill Engine Shed, einem Museumsdepot ca. zehn Kilometer südlich von Sheffield.
Die Lokomotive wurde im September 1866 als Nr. 158 fertiggestellt, erhielt 1896 die Nr. 158A,[2] 1907 die Nr. 2 und bei der LMS die Nr. 20002. Nachweislich war die Lokomotive in Depots in Yorkshire im Einsatz, später weiter südlich in Gloucester und zuletzt im Depot Bourneville in Birmingham.
Die Lokomotive wurde mehrfach umgebaut: Johnson versah sie zweimal mit einem Kessel neuerer Bauart. Sein Nachfolger Richard Deeley stattete sie mit neuen Zylindern, einer neuen Rauchkammer und einem neuen Blasrohr aus. Den Original-Schlepptender verlor die Lokomotive bereits vor 1900.[1.2] Trotz dieser Änderungen wird die Lokomotive als Nr. 158A im roten Anstrich der Midland Railway präsentiert.
Literatur
- Peter Herring: Handbook of classic British steam locomotives. Abbeydale, Enderby 2002, ISBN 978-1-86147-090-4, S. 20–21 (archive.org).
Weblinks
- 158A MR Class 156 2-4-0 MR. In: Preserved British Steam Locomotives. 6. Juli 2017, abgerufen am 14. Dezember 2025 (englisch).
Einzelnachweise
- ↑ Peter Herring: Handbook of classic British steam locomotives. Abbeydale, Enderby 2002, ISBN 978-1-86147-090-4 (archive.org).
- ↑ 158A MR Class 156 2-4-0 MR. In: Preserved British Steam Locomotives. 6. Juli 2017, abgerufen am 14. Dezember 2025 (englisch).