Mühlau (Meteorit)

Koordinaten: 47° 16′ 59,9″ N, 11° 25′ 0″ O
Mühlau
Allgemeines
Offizieller Name
nach MBD
Mühlau
Synonym Mecherburg
Lokalität
Staat Österreich
Bundesland Tirol
Statutarstadt Innsbruck
Stadtteil Mühlau
Fall und Bergung
beobachtet nein
Datum (Fund) 1877
Beschreibung
Typ Steinmeteorit
Klasse gewöhnlicher Chondrit
Gruppe OC
Masse (total) 5 Gramm
Referenzen
Meteoritical Bulletin 16843
Mindat (Keswick, VA) 456210

Mühlau ist ein Steinmeteorit aus der Gruppe der gewöhnlichen Chondrite, der 1877 bei Mühlau im heutigen Stadtgebiet von Innsbruck gefunden wurde.[1]

Mit einer Gesamtmasse von nur etwa 5 g gehört der Meteorit von Mühlau zu den kleinsten bekannten Meteoriten, die einen vollständigen Fall repräsentieren. Das einzige Exemplar befindet sich in der Meteoritensammlung des Naturhistorischen Museums Wien.

Fundgeschichte

Der Meteorit wurde im Jahr 1877 bei Mühlau nordöstlich der Innsbrucker Altstadt gefunden. Ein beobachteter Meteoritenfall ist für Mühlau nicht überliefert. In der offiziellen Nomenklatur wird Mühlau daher als Fundmeteorit mit unbestimmter Fallzeit geführt.[1]

Über die genauen Fundumstände ist in der publizierten Fachliteratur nichts dokumentiert. Der Stein gelangte jedoch relativ bald in die Sammlung des k.k. Hofmineralienkabinetts in Wien, dem Vorgänger des heutigen Naturhistorischen Museums, wo er von Aristides Brezina beschrieben und katalogisiert wurde.

Klassifikation und Beschreibung

Mühlau wird in modernen Katalogen als gewöhnlicher Chondrit geführt.[1] Aufgrund der geringen Masse steht für detaillierte Untersuchungen nur sehr wenig Material zur Verfügung, weshalb keine feinere chemische Gruppe oder petrologische Klasse angegeben ist. Die winzige Hauptmasse ist äußerlich von einer dunklen Schmelzkruste überzogen, die beim Durchgang durch die Atmosphäre entstanden ist.

Bedeutung

In Übersichten zu österreichischen Meteoriten nimmt Mühlau aufgrund seiner geringen Masse eine Sonderstellung ein. Aktuelle Zusammenstellungen führen ihn als einen der offiziell anerkannten Meteoriten Österreichs mit einer Gesamtmasse von nur 5 g auf.[2] Während größere österreichische Meteoriten wie Mauerkirchen oder Prambachkirchen in der Forschung vor allem wegen ihrer beobachteten Fälle und der umfangreichen Augenzeugenberichte von Interesse sind, illustriert Mühlau das andere Extrem: einen winzigen Fund ohne dokumentierten Feuerball, der nur durch Zufall entdeckt und überhaupt als Meteorit erkannt wurde.

Aufbewahrung

Die einzige bekannte Masse des Mühlau-Meteoriten wird in der Meteoritensammlung des Naturhistorischen Museums Wien (NHM Wien) aufbewahrt.[1] In der Österreich-Vitrine des Meteoritensaals zeigt das NHM Wien alle bisher auf österreichischem Staatsgebiet gefundenen und in der Meteoritical Bulletin Database aufgeführten Meteoriten. Mühlau wird dort zusammen mit den anderen österreichischen Meteoriten – darunter Mauerkirchen, Minnichhof, Lanzenkirchen, Prambachkirchen und Ischgl – ausgestellt.[2]

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. a b c d Meteoritical Bulletin Database: Mühlau. Abgerufen am 16. November 2025 (englisch).
  2. a b Österreichische Meteoriten: 45 Kilo aus dem All. In: derstandard.at. 2. Dezember 2020, abgerufen am 16. November 2025.