Lyman Allyn Art Museum

Das Lyman Allyn Art Museum ist ein Kunstmuseum in New London, Connecticut. Es wurde 1926 von Harriet Upson Allyn zum Gedenken an ihren Vater, den wohlhabenden Reeder Lyman Allyn, gegründet. Ziel der Stiftung war es, ein Museum zu errichten, um Kunst und Kultur für die Bürger von New London zugänglich zu machen. Nach dem Kauf des Geländes im Jahr 1927 entwarf der Landschaftsarchitekt Ferruccio Vitale den Park, während der Architekt Charles A. Platt das 3000 Quadratmeter große, neoklassizistische Museumsgebäude aus lokalem Granit plante.[1][2]

Geschichte

Harriet Upson Allyn (1840–1926) war eine US-amerikanische Philanthropin und lebenslange Bewohnerin von New London in Connecticut.[3] Sie war das jüngste von sechs Kindern des Kapitäns Lyman Allyn (1797–1874). Bereits im Alter von 21 Jahren führte sie ein Walfangschiff und war später Direktorin mehrerer Unternehmen, darunter einer Bank, einer Versicherungsgesellschaft und einer Eisenbahngesellschaft. Im Jahr 1817 gründete sie eine Jungenschule in New London. In ihrem Testament von 1910 verfügte sie, dass die Connecticut Trust and Safe Deposit Company of Hartford einen Teil ihres Nachlasses zur Errichtung eines Parks und eines Museums verwenden solle. Zudem stiftete sie ein großes Grundstück an das benachbarte Connecticut College, das zu jener Zeit eine Frauenhochschule war. Nach ihrem Tod im Jahr 1926 begann die Verwirklichung ihres Vermächtnisses mit der Gründung des Lyman Allyn Art Museums. Zu Beginn existierten weder ein Sammlungsbestand noch ein Gebäude. Der Architekt Charles A. Platt wurde beauftragt, ein elegantes, neoklassizistisches Granitgebäude auf einer Anhöhe mit Blick auf New London und den Thames River zu entwerfen. Das Bauwerk orientierte sich an einem ähnlichen Entwurf Platts für die Addison Gallery of American Art an der Phillips Academy in Andover, Massachusetts. Das Museum wurde 1932 eröffnet und zeigte zunächst eine kleine Sammlung, die von dem ersten Direktor Winslow Ames aufgebaut worden war. Heute umfasst der Bestand des Museums rund 20.000 Werke, darunter Gemälde, Zeichnungen, Druckgrafiken, Skulpturen, Möbel und kunstgewerbliche Objekte. Der Sammlungsschwerpunkt liegt auf amerikanischen Gemälden und dekorativen Künsten vom 18. bis zum 20. Jahrhundert.[2]

Architektur

Die Architektur des Museums ist im Stil des amerikanischen Neoklassizismus gehalten und wurde aus regionalem Granit errichtet. Die Fassade des Museums schmücken drei Basrelief-Medaillons, die der amerikanische Bildhauer Joseph Kiselewski im Jahr 1930 anfertigte. Zur Museumsanlage gehört auch das Deshon-Allyn-House, das 1829 von Daniel Deshon errichtet und später von Lyman Allyn erworben wurde.[4] Es steht als Teil des Ensembles unter Denkmalschutz. Das Gebäude weist Merkmale des Federal Style und Greek Revival auf, darunter ein symmetrisches Grundrisskonzept, Palladio-Fenster, eine Front mit gequaderten Steinen und eine mit Triglyphen verzierte Traufe.

Sammlung

Die Sammlung des Lyman Allyn Art Museums umfasst mehr als 18.000 Kunstwerke, darunter Gemälde, Zeichnungen, Druckgrafiken, Skulpturen sowie Möbel und Kunstgewerbeobjekte. Der Schwerpunkt liegt auf amerikanischer und europäischer Kunst des 18. und 19. Jahrhunderts. Durch Werke aus Afrika und Asien sowie Kunst des 20. Jahrhunderts wurde die Sammlung bedeutend erweitert. Zu den herausragenden Stücken zählen unter anderem das Werk Study for Madame Moitessier von Jean-Auguste-Dominique Ingres sowie Arbeiten von Künstlern wie Frederic Leighton, François Boucher, Nicolas Poussin, Claude Lorrain, Charles Le Brun und Giovanni Battista Tiepolo. Neben Werken namhafter amerikanischer Maler wie Thomas Cole, Frederic Edwin Church, Winslow Homer, John Singleton Copley, Winthrop Chandler, Rembrandt Peale, Benjamin West, Gilbert Stuart, John Trumbull und Albert Bierstadt befinden sich im Bestand auch Möbel und Silberarbeiten aus Neuengland sowie eine bedeutende Sammlung viktorianischer Spielzeuge und Puppenhäuser. Bereits der erste Direktor, Winslow Ames, sorgte durch gezielte Ankäufe für eine bedeutende Erweiterung des Bestands, insbesondere im Bereich der amerikanischen Kunst der Hudson River School.[5]

Werke (Auswahl)

Literatur

  • Jackwyn Thompson Durrschmidt: The finest small museum in the country – a history of the Lyman Allyn Art Museum. iUniverse, New York, 2007.
  • Nancy Stula, Nancy Noble: American artists abroad and their inspiration – selections from the Lyman Allyn Art Museum. Lyman Allyn Art Museum, New London, 2004.
Commons: Lyman Allyn Art Museum – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Lyman Allyn Art Museum - welcome. Abgerufen am 14. Oktober 2025 (amerikanisches Englisch).
  2. a b Museum History - Lyman Allyn Art Museum. 3. Februar 2023, abgerufen am 14. Oktober 2025 (amerikanisches Englisch).
  3. Harriet Upson Allyn Allyn (1840-1926) – Find a... Abgerufen am 14. Oktober 2025.
  4. Deshon-Allyn House - Lyman Allyn Art Museum. 3. Februar 2023, abgerufen am 14. Oktober 2025 (amerikanisches Englisch).
  5. Your Museum - Lyman Allyn Art Museum. 30. September 2022, abgerufen am 14. Oktober 2025 (amerikanisches Englisch).

Koordinaten: 41° 22′ 25,3″ N, 72° 6′ 25,9″ W