Joseph Kiselewski

Joseph Kiselewski (* 9. März 1901 in Browerville, Minnesota; † 17. März 1986 in New York City) war ein US-amerikanischer Bildhauer.[1]

Leben

Joseph Kiselewski wurde 1901 auf der Farm seines Vaters in der Nähe von Browerville im US-Bundesstaat Minnesota geboren. Seine Eltern stammten aus Polen, in der Familie wurde ausschließlich Polnisch gesprochen. Er war das vierte von neun Kindern. Schon in jungen Jahren zeigte sich sein zeichnerisches Talent, das zunächst von seinem Vater unterstützt wurde. Durch den örtlichen Priester erhielt er Kontakte zu einem Architekten in Minneapolis, der ihm den Weg an die Minneapolis School of Arts wies. Dort belegte Kiselewski verschiedene Kurse und entschied sich am Ende des ersten Jahres für eine Spezialisierung auf Skulptur. Er gewann mehrere Stipendien und Preise.[1]

Nach Abschluss seiner Ausbildung in Minneapolis zog Kiselewski nach New York. Dort lebte er zunächst im YMCA und suchte nach Arbeit bei etablierten Bildhauern. Nachdem zahlreiche Bewerbungen erfolglos geblieben waren, nahm ihn schließlich der bekannte Bildhauer Lee Lawrie als Assistenten an. Neben seiner Tätigkeit bei Lawrie setzte Joseph Kiselewski seine Ausbildung fort, zunächst an der National Academy of Design, wo er Zeichenunterricht bei Ivan Olinsky und Skulptur bei Robert Aitkin erhielt, und anschließend am Beaux Arts Institute.

Im Herbst 1925 erhielt Kiselewski ein Beaux-Arts-Stipendium und ging nach Paris. Dort studierte er an der Académie Julian unter Henri Bouchard und Paul Landowski. Während seines Aufenthalts in Frankreich fertigte er unter anderem eine großformatige Madonna mit Kind für das Rosary College in River Forest, Illinois. Er reiste durch Frankreich und Italien und setzte seine Ausbildung an der American Academy in Rome fort, wo er ein eigenes Atelier erhielt und sowohl Auftrags- als auch freie Arbeiten schuf.[1]

1929 kehrte Joseph Kiselewski in die Vereinigten Staaten zurück und ließ sich wieder in New York nieder. Er mietete ein Atelier im Lincoln Arcade Building und erhielt verschiedene Aufträge, darunter die Teilnahme am Wettbewerb für ein Denkmal zu Ehren von General Pulaski in Milwaukee. 1931 wurde sein Studio durch ein Feuer vollständig zerstört; alle seine Arbeiten, Entwürfe und Materialien gingen verloren. Trotz dieses Rückschlags konnte er seine Arbeit durch Versicherungsgelder und laufende Aufträge fortsetzen. Im Juni 1932 heiratete Kiselewski Adeline Peters. Adeline verstarb 1954. Während des Zweiten Weltkriegs arbeitete Kiselewski vier Jahre lang für die US Navy, wo er dreidimensionale Geländemodelle für militärische Briefings anfertigte. Nach Kriegsende kehrte er zur freien künstlerischen Tätigkeit zurück und konnte sich über viele Jahre hinweg eine stabile wirtschaftliche Basis sichern.[1]

1953 unternahm Joseph Kiselewski mit seiner Frau eine Europareise, die ihn nach Italien, in die Schweiz, nach Deutschland, in die Niederlande und nach Frankreich führte. 1980 beendete er seine aktive Tätigkeit als Auftragsbildhauer und zog sich nach Browerville, Minnesota, in den Ruhestand zurück. Drei Jahre später richtete er in der American Heritage Bank in Browerville eine Dauerausstellung mit Fotografien seiner Arbeiten und kleineren Skulpturen ein. Joseph Kiselewski starb 1986 in New York City.[1]

Werk

Joseph Kiselewski arbeitete figurativ und schuf Skulpturen aus Stein, Bronze und Gips. Zu seinen Werken gehören Denkmäler, Bauplastiken und Porträtbüsten, viele davon im öffentlichen Raum. Seine Arbeiten finden sich unter anderem in Gerichtsgebäuden, Kirchen und Bibliotheken sowie in Sammlungen amerikanischer Kunstinstitutionen. Besondere Bekanntheit erlangten seine Entwürfe für Medaillen und Reliefs. Einige seiner Projekte entstanden im Auftrag der Works Progress Administration. Sein Stil vereinte traditionelle Bildhauerei mit Elementen des Art déco und klassizistischer Formensprache.[3]

Literatur

  • Wayne Craven: Sculpture in America, Thomas Y. Crowell, New York, 1984.
Commons: Joseph Kiselewski – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b c d e In My Own Words: An Autobiography by Joseph Kiselewski. 3. Juli 1987, abgerufen am 15. Oktober 2025.
  2. Proclamations: General Pulaski Memorial Day, 2025. 11. Oktober 2025, abgerufen am 14. Oktober 2025 (amerikanisches Englisch).
  3. Index of Work. Abgerufen am 16. Oktober 2025 (englisch).