Limmernbach
| Limmernbach Limmern | ||||
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Limmernbach mit Einmündung des Ramiswilerbachs von rechts; von dieser Stelle an heisst das Gewässer Mümliswilerbach | ||||
| Daten | ||||
| Gewässerkennzahl | CH: 1263 | |||
| Lage | Schweizer Jura
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| Flusssystem | Rhein | |||
| Abfluss über | Mümliswilerbach → Augstbach → Dünnern → Aare → Rhein → Nordsee | |||
| Quelle | im Ramisgraben östlich des Chellenchöpfli im Wasserfallengebiet 47° 22′ 5″ N, 7° 43′ 32″ O | |||
| Quellhöhe | ca. 980 m ü. M. | |||
| Zusammenfluss | in Mümliswil mit dem Ramiswilerbach zum MümliswilerbachKoordinaten: 47° 20′ 22″ N, 7° 42′ 16″ O; CH1903: 620092 / 243212 47° 20′ 22″ N, 7° 42′ 16″ O | |||
| Mündungshöhe | 547 m ü. M. | |||
| Höhenunterschied | ca. 433 m | |||
| Sohlgefälle | ca. 91 ‰ | |||
| Länge | 4,8 km[1] | |||
| Einzugsgebiet | 12,13 km²[1] | |||
| Abfluss[2] AEo: 12,13 km² an der Mündung |
MQ Mq |
130 l/s 10,7 l/(s km²) | ||
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Der Limmernbach – oder die Limmern – ist ein fast 5 Kilometer langer Wildbach im Nordwestschweizer Juragebirge und im Flussgebiet der Aare. Er entwässert ein Tal in der Gemeinde Mümliswil-Ramiswil im Solothurner Bezirk Thal. Er ist nicht zu verwechseln mit dem Limmerenbach in den Glarner Alpen.
Name
Nach der lokalen mundartlichen Bezeichnung Limmere, die sowohl Flurname für die landwirtschaftliche Siedlung im Berggebiet am Wasserfallenpass als auch der Gewässername des von dort nach Mümliswil fliessenden Baches ist, wird das Gewässer im Schriftgebrauch auch Limmerenbach genannt. Die Schreibweise Limmern ist eine vorhochdeutsche Form des Lokalnamens.
Limmere stammt vom alten deutschen Wort limm- ab, das unter anderem Geländeeinschnitte, Bodensenken und eine Schlucht bezeichnen kann.[3]
Geographie
Verlauf
Das mehrere Quadratkilometer grosse Quellgebiet des Limmernbachs am Südhang der Bergkette vom Vogelberg zum Chellenchöpfli entwässern einige Bäche, die sich in den Limmernschluchten nördlich von Mümliswil sammeln. Als Quellbach des hydrologischen Hauptstrangs gilt der Ramisgrabenbach, der auf 980 m ü. M. auf den Bergweiden am Chellenberg entspringt. Er fliesst gegen Südwesten, nimmt von links den Bach Hauberggraben auf und wird vom Talkessel mit dem Hof Untere Limmern selbst Limmern genannt. Der Bach durchquert ein Feuchtgebiet, das als Schutzgebiet von lokaler Bedeutung ausgewiesen ist.
Die höher gelegene Zone mit den Quellbächen liegt im Bergraum, der als Landschaftsschutzgebiet mit der Bezeichnung «Belchen-Passwang-Gebiet» im Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung aufgeführt ist.[4]
Vor dem Eintritt in die obere Schlucht bei der Limmerenkapelle fliesst dem Bach auf 710 m ü. M. von rechts der Seitenbach Chluserguetgraben zu, der wenig oberhalb noch den Wechtengraben aufgenommen hat. Unterhalb der ersten Schlucht passiert der Limmernbach die Lichtung Genneten. Dort kommt von rechts der Gennetenbach hinzu. Danach durchquert der Bach die 500 Meter lange bewaldete Limmernschlucht, die mit hohen Felsformationen eine eindrucksvolle Naturerscheinung ist. Unterhalb der Schlucht erreicht der Limmernbach das offene Kulturland. Er fliesst durch das etwas breitere Tal zum Dorf Mümliswil hinunter.
In der Ortschaft hat der Bachlauf wegen der eingreifenden Terrainveränderungen für den (nicht vollendeten) Bahntunnel unter der Wasserfallen ein künstliches Gerinne. Der schmale Kanal ist mit zahlreichen Sohlschwellen gesichert. Im Dorf führen mehrere Brücken und Stege über den Bach, zuletzt noch die Betonbrücke der Hauptstrasse 267, der Balsthalerstrasse. Wenig unterhalb dieses Übergangs vereinigt sich der Limmernbach auf 547 m ü. M. mit dem von rechts kommenden Ramiswilerbach. Sein ungefähr 4,76 km langer Lauf endet etwa 433 Höhenmeter unterhalb der Quelle des Ramisgrabenbachs, was einem mittleren Sohlgefälle von circa 91 ‰ entspricht.
Von dort an wird das Gewässer Mümliswilerbach genannt. Dieser mündet nach einem Lauf von nur 2,5 Kilometern bei Balsthal in den Augstbach.
Einzugsgebiet
Das 12,13 km² grosse Einzugsgebiet des Limmernbachs liegt im Schweizer Jura und wird durch ihn über den Mümliswilerbach, den Augstbach, die Dünnern, die Aare und den Rhein zur Nordsee entwässert.
Es grenzt
- im Norden und Nordosten an das Einzugsgebiet der Frenke, die über die Ergolz in den Rhein entwässert;
- im Osten und Südosten an das des Augstbachs;
- im Südwesten und Westen an das des Ramiswilerbachs und
- im Nordwesten an das der Lüssel, die über die Birs in den Rhein entwässert.
Das Einzugsgebiet besteht zu 44,5 % aus bestockter Fläche, zu 50,8 % aus Landwirtschaftsfläche, zu 4,5 % aus Siedlungsfläche und zu 0,2 % aus unproduktiven Flächen.
Die Flächenverteilung
Die mittlere Höhe beträgt 829,3 m ü. M.[5] und der höchste Punkt ist der Vogelberg mit 1204 m ü. M. im Nordwesten des Einzugsgebietes.
Zuflüsse
Direkte und indirekte Zuflüsse, jeweils von der Quelle bis zur Mündung. Namen nach dem Geoportal Solothurn, Daten nach dem Geoserver der Schweizer Bundesverwaltung
- Ramisgraben (rechter Quellbach), 1,1 km
- Hinterer Hauberggraben (linker Quellbach), 1,1 km
- Schwänglenweidgraben (links), 0,7 km
- Vorderer Hauberggraben (links), 0,6 km
- Schwarzmattgraben (links), 0,3 km
- Limmern Seitenast [Gnrso 110126304] (rechts), 0,2 km[6]
- Limmern Seitenast [Gnrso 110126303] (rechts), 0,3 km[6]
- Chluserguetgraben (rechts), 1,1 km, 0,97 km²
- Wechtengraben (rechts), 0,7 km
- Chanzelgraben (links), 0,6 km
- Wechtengraben (rechts), 0,7 km
- Limmern Seitenast [Gnrso 110126302] (rechts), 0,1 km[6]
- Gennetenbach (rechts), 2,1 km, 0,89 km²
- Höllochgraben (rechts), 0,7 km
- Merzrütibach (links), 0,2 km
- Rickenbach (links), 3,4 km, 4,98 km²
Hydrologie
Beim Zusammenfluss des Limmernbachs mit dem Ramiswilerbach zum Mümliswilerbach beträgt seine modellierte mittlere Abflussmenge (MQ) 130 l/s. Sein Abflussregimetyp ist nivo-pluvial jurassien[7] und seine Abflussvariabilität[8] beträgt 26.[2]
| Der modellierte monatliche mittlere Abfluss (MQ) des Limmernbachs in l/s[2] |
|---|
200 150 100 50 0 130 150 Jan. 170 Feb. 180 März 190 Apr. 130 Mai 100 Juni 80 Juli 60 Aug. 70 Sep. 90 Okt. 130 Nov. 150 Dez. |
| Durchgehende Linie: Mittlerer Jahresabfluss (MQ) 130 l/s |
Weblinks
- Limmerenbach auf schweizerfluss.ch
- Verlauf der Limmern auf dem Geoportal des Kantons Solothurn
- Verlauf und Einzugsgebiet des Limmernbachs auf dem Geoserver der Schweizer Bundesverwaltung
Einzelnachweise und Anmerkungen
- ↑ a b Geoserver der Schweizer Bundesverwaltung (Hinweise)
- ↑ a b c Mittlere Abflüsse (m³/s) und Abflussregimetyp für das Gewässernetz der Schweiz (Bundesamt für Umwelt BAFU)
- ↑ Obere Limmern. In: ortsnamen.ch. Abgerufen am 23. Oktober 2025.
- ↑ Beschreibung des BLN-Objekts 1012 Belchen-Passwang-Gebiet. Bundesamt für Umwelt.
- ↑ Topographische Einzugsgebiete Schweizer Gewässer: Limmernbach
- ↑ a b c d e Eigenmessung
- ↑ Martin Pfaundler, Rolf Weingartner, Robert Diezig: „Versteckt hinter den Mittelwerten“ – die Variabilität des Abflussregimes. In: Hydrologie und Wasserbewirtschaftung (HyWa). Jg. 50, Heft 3, 2006, S. 116–123, hier Tabelle auf S. 119 (Download [PDF; 3,2 MB; abgerufen am 31. August 2020]). Abrufbar unter Gesamtes HyWa Heft 3, 2006..
- ↑ Die Abflussvariabilität beschreibt das Ausmass der Schwankungen des mittleren Abflusses einzelner Jahre um den langjährigen mittleren Abflusswert.