Poppenreuth (Waldershof)

Poppenreuth ist ein Gemeindeteil der Stadt Waldershof im Landkreis Tirschenreuth in der Oberpfalz.

Lage

Das Pfarrdorf Poppenreuth liegt im Norden des Landkreises, westlich an der von Marktredwitz nach Wiesau führenden Staatsstraße 2170.

Die Gemarkung Poppenreuth (094112) umfasst 3,494 km² und hat 448 Einwohner.[1]

Geschichte

Frühe Geschichte

Eine Urkunde belegt, dass Poppo von Stierberg 1207 mit Zustimmung des Bamberger Bischofs in „Poppenrewt“ Lehen der Herzöge von Andechs-Meranien dem Kloster Prüfening verkaufte; der Zusammenhang mit Poppenreuth ist jedoch nicht gesichert. Im 14. Jahrhundert verleibte die Familie Notthafft das Dorf ihrer expandierenden Herrschaft Weißenstein ein. Deshalb kam es zu Streitereien mit dem ebenfalls auf Besitzzuwachs bedachten Kloster Waldsassen. Das Kloster Waldsassen behauptete, den Weißenstein mit den dazugehörigen Dörfern Poppenreuth, Alt-Wiesau, Gefell, Masch und Hard bereits 1295 erworben zu haben.

1354 verzichtete Albrecht Notthafft von Thierstein zugunsten des Klosters Waldsassen auf seine Ansprüche bezüglich der Dörfer Poppenreuth und Helmbrechts. Die Waldsassener traten ihm dafür ihr unweit von Thierstein gelegenes Dorf zu Leuken, später Marktleuthen, ab. 1365 tauschte das Kloster Waldsassen das Dorf Poppenreuth gegen die Einöde Altenwiesau mit Albrecht Notthafft dem Älteren von Thierstein. Damit war Poppenreuth wieder zur Herrschaft Weißenstein und in den Besitz der Familie Notthafft gekommen.

Seit etwa 1400 wird die Notthafft'sche Burg Weißenstein mit Pflegern besetzt, Hans (V.) Notthafft von Weißenstein baute sich 1547 ein komfortableres Schloss im nahen Poppenreuth, danach wurde die Burg aufgegeben.[2] Am 13. Oktober 1766 wurde das Schloss Poppenreuth samt den Nebengebäuden durch ein Schadenfeuer eingeäschert und nur teilweise wieder aufgebaut.

Ab der Gemeindebildung

Poppenreuth bildete seit 1808 einen Steuerdistrikt und wurde mit dem bayerischen Gemeindeedikt von 1818 eine eigenständige Gemeinde, die folgende Orte umfasste:

  • Poppenreuth
  • Bärnest
  • Hard
  • Kaltenlohe
  • Silbermühle
  • Stemetsbach

Die 1934/35 von Georg Holzbauer erbaute katholische Expositurkirche ist ein oktogonaler Zentralbau aus Granitquadern mit Zeltdach und Turm. die Altäre wurden aus der nun profanierten Schlosskirche übernommen.

Die vergrößerte Gemeinde Poppenreuth entstand am 1. Juli 1972 durch den Zusammenschluss mit den bisher selbstständigen Gemeinden Helmbrechts und Hohenhard.[3] Sie wurde am 1. Januar 1978 aufgelöst. Ihr überwiegender Teil wurde in die Stadt Waldershof eingegliedert. Ein kleiner Gebietsteil mit etwa zehn Einwohnern kam nach Pullenreuth.[4]

Sehenswürdigkeiten

Literatur

Einzelnachweise

  1. Gemarkung Poppenreuth (Waldershof) / Bayern. In: Geoindex.io. Abgerufen am 5. Oktober 2025.
  2. Poppenreuth in der privaten Datenbank Alle Burgen.
  3. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 580.
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart / Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 663 (Statistische Bibliothek des Bundes und der Länder [PDF; 41,1 MB]).

Koordinaten: 49° 56′ 54,5″ N, 12° 5′ 23,8″ O