LT&SR-Klasse 2100
| LT&SR-Klasse 2100 | |
|---|---|
Lokomotive Nr. 2101
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| Nummerierung: | MR 2100–2107 LMS: bis ca. 1928/1929: 2100–2107 ab ca. 1928/1929: 2193–2199 |
| Anzahl: | 8 |
| Hersteller: | Beyer, Peacock & Co |
| Baujahr(e): | 1912 |
| Ausmusterung: | 1929–1934 |
| Bauart: | 2’C2’ h2t |
| Spurweite: | 1435 mm (Normalspur) |
| Kuppelachsradstand: | 4220 mm |
| Gesamtradstand: | 11.840 mm |
| Dienstmasse: | 96,1 ta |
| Reibungsmasse: | 54,6 t |
| Radsatzfahrmasse: | 18,3 t |
| Anfahrzugkraft: | 85 kN |
| Kuppelraddurchmesser: | 1905 mm |
| Steuerungsart: | Stephenson, innenliegend |
| Zylinderanzahl: | 2 |
| Zylinderdurchmesser: | 508 mm (20 in) |
| Kolbenhub: | 660 mm (26 in) |
| Kesselüberdruck: | 11 bar (160 psi) |
| Heizrohrlänge: | 5260 mm |
| Rostfläche: | 2,3 m² |
| Strahlungsheizfläche: | 11,4 m² |
| Rohrheizfläche: | 109 m² |
| Überhitzerfläche: | 29,6 m² |
| Verdampfungsheizfläche: | 120,4 m² |
| Wasservorrat: | 10 m³ |
| Brennstoffvorrat: | 3 t Kohle |
| Entwickler: Robert Whitelegg Keine Lokomotive erhalten. Quelle der technischen Daten:[1] | |
Die LT&SR-Klasse 2100, auch bekannt als Baltic Tanks, war eine Baureihe von acht Tenderlokomotiven mit der Achsfolge 2’C2′ (Baltic), die 1912 von Robert Harben Whitelegg für die London, Tilbury and Southend Railway (LT&SR) entworfen und von Beyer, Peacock & Co gebaut wurden. Sie gelten als die ersten britischen Lokomotiven mit Baltic-Achsfolge und waren speziell für den intensiven Vorortverkehr zwischen London und Southend-on-Sea konzipiert.
Geschichte
Im Jahr 1910 übernahm Robert Harben Whitelegg die Position des Locomotive Superintendent der LT&SR von seinem Vater Thomas Whitelegg. Zu diesem Zeitpunkt war die Entwicklung der bewährten 2’B1’-Tenderlokomotiven der Klasse 79 weitgehend abgeschlossen, abgesehen von wenigen Umbauten. Thomas Whitelegg wandte sich daher einem neuen Baureihe zu: einer 2’C2’-Tenderlokomotive, die in Größe und Leistungsfähigkeit deutlich über die bisherigen Baureihen hinausging. Die neue Bauart stellte weniger eine Weiterentwicklung als vielmehr einen grundlegend neuen Entwurf dar.[2.1]
Noch bevor die Lokomotiven in Betrieb genommen werden konnten, wurde 1912 die LT&SR durch die Midland Railway (MR) übernommen. Dies bedeutete für Whitelegg das Ende seiner leitenden Tätigkeit. Unter der technischen Leitung von Henry Fowler in Derby blieb ihm nur eine untergeordnete Rolle, woraufhin er das Unternehmen verließ.
Die acht Lokomotiven wurden 1912 von Beyer, Peacock & Co erbaut. Sie erhielten von Beginn an die Nummern 1200 bis 1207 des MR-Nummernschemas, ebenso den Anstrich in Karminrot (Crimson Lake livery) des neuen Besitzers. Die MR zeigte sich wenig begeistert von den Maschinen.[2.1] Sie waren zu schwer für den Einsatz auf den Strecken der LT&SR,[1] weshalb die MR erfolglos versuchte,[2.1] die Lokomotiven zu verkaufen, bevor sie für andere Dienste eingesetzt wurden.[1]
Nach der Gruppierung der britischer Eisenbahngesellschaften in vier große Gesellschaften Anfang 1923 gingen die Lokomotiven in den Bestand der London, Midland and Scottish Railway (LMS) über und wurden der Leistungsklasse 3P zugeordnet.[2.1] Die Lokomotive Nr. 2100 wurde verschrottet, die übrigen Lokomotiven erhielten in den Jahren 1928 oder 1929 die Nummer 2193 bis 2199. Ende 1930 waren die Lokomotiven 2193 bis 2195 und 2199 ausgemustert. Die verbliebenen Lokomotiven mit den Nummern 2196 und 2198 erhielten den ab 1928 üblichen LMS-typische schwarzen Anstrich mit Zierlinien, den wahrscheinlich auch die Lokomotive 2197 erhielt.[2.2] Bis 1934 waren alle Maschinen ausgemustert; keine blieb erhalten.
Technik
Die Heißdampf-Tenderlokomotiven besaßen die Achsfolge 2’C2’, bestehend aus drei Kuppelachsen sowie je einem führenden und einem nachlaufenden Drehgestell. Der Antrieb erfolgte über zwei außenliegende Zylinder auf die mittlere Kuppelachse. Die Steuerung war als innenliegende Kulissensteuerung der Bauart Stephenson mit Kolbenschiebern ausgeführt. Der Überhitzer war von der Bauart Schmidt, mit einer gesamten Heizfläche von 29,6 m².[1]
Einzelnachweise
- ↑ a b c d Class 2101 (Locobase 2324). In: steamlocomotive.com. Wes Barris, abgerufen am 17. November 2025 (englisch).
- ↑ R. J. Essery, David Jenkinson: An Illustrated History of LMS Locomotives: Absorbed Pre-group Classes, Midland Division (Illustrated History of LMS Locomotives). Silver Link Publishing Ltd, 1992, ISBN 978-0-947971-16-8 (archive.org).