Lüneburg (Mellnau)

Burg Lüneburg

Relief des westlichen Burgwals und Kennzeichnung der Einzelheiten der Lüneburg

Staat Deutschland
Ort Mellnau
Entstehungszeit 11. oder 12. Jahrhundert
Burgentyp Höhenburg, Spornlage
Erhaltungszustand Mauerreste, Wälle und Graben der Umwehrung
Ständische Stellung unbekannt
Geographische Lage 50° 57′ N, 8° 45′ O
Höhenlage 333,7 m ü. NHN

Die Lüneburg ist die Ruine einer Spornburg auf 334 m ü. NN bei dem Ortsteil Mellnau der Stadt Wetter im Landkreis Marburg-Biedenkopf in Hessen.

Lage

Die Lüneburg liegt wie die Anlage des Christenbergs und der Lützelburg als eine Höhenbefestigung im westlichen Burgwald. Sie ist dabei die südwestlichste der drei Befestigungen, die nur jeweils ca. 500 m nordöstlich (Christenberg) bzw. 800 m nördlich (Lützelburg) voneinander entfernt sind, aber wohl zu sehr unterschiedlichen Zeiten entstanden sind. Die Befestigung liegt auf dem gleichnamigen Berg, etwa die Kuppe desselben einnehmend. Der Berg selbst wird von Osten über Westen nach Norden durch einen Bach umflossen; nach Nordosten besteht über einen Taleinschnitt Zugang zum etwa 50 m höheren Christenberg.

Geschichte

Wann und von wem die Wallburg erbaut wurde, ist nicht bekannt. Knapp 500 Meter unterhalb des Christenbergs befinden sich auf einem bewaldeten Sporn Wälle und Gräben einer früheren Burg. Im Inneren des ovalen Walls finden sich Fundamentreste, die auf ein rechteckiges Gebäude schließen lassen. Teilweise ist der äußere Wall noch erkennbar. Keramikfunde aus dem 11./12. Jahrhundert lassen vermuten, dass sie zu diesem Zeitpunkt noch bewohnt war.

Die langovale Wallburg liegt nordwestlich-südöstlich ausgerichtet: der NW-SO-Durchmesser beträgt ca. 120 m, der NO-SW-Durchmesser etwa 55 m. Die Wall-Graben-Wall Anlage ist vor allem im Südosten noch gut erkennbar. Im Osten nahe dem rechteckigen Fundamentrest mit einer Seitenlänge von ca. 7 bzw. 5 m scheint sich ein Zugang, wie auch im Nordwesten der Anlage, befunden zu haben. Etwa ein Sechstel des Ovals ist wohl im Nordwesten der Anlage durch einen inneren, heute nur noch schwach sichtbaren, Graben abgetrennt. Am nördlichen Berührungspunkt zur Umwallung befindet sich eine Vertiefung von ca. 5 m Durchmesser, wo ebenfalls ein Gebäude oder eine Zisterne gestanden haben könnte.

Anmerkung

Möglicherweise war sie eine Vorgängerburg der Burg Mellnau, die später, um 1248, an einem günstigeren Standort erbaut wurde.

Literatur