Burg Niederklein
| Burg Niederklein | ||
|---|---|---|
| Alternativname(n) | Steinerne Bock, Stiftshof | |
| Staat | Deutschland | |
| Ort | Stadtallendorf-Niederklein | |
| Entstehungszeit | vermutlich Ende 13. Jahrhundert | |
| Burgentyp | Ortslage, Niederungsburg | |
| Erhaltungszustand | Burgstall | |
| Ständische Stellung | Adlige | |
| Bauweise | Stein | |
| Geographische Lage | 50° 48′ N, 9° 0′ O | |
| Höhenlage | 213 m ü. NHN | |
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Die Burg Niederklein ist eine abgegangene Turmburg eines Niederadelsitzes in Niederklein, einem Stadtteil von Stadtallendorf im Landkreis Marburg-Biedenkopf in Hessen.
Lage
Das Anwesen befand sich im Westen des Ortes direkt nördlich der Wehrkirche und war zur Kirche durch den Stiftsgarten getrennt. An seiner Südwestecke gab es ein kleines Tor durch die Wehrmauer der Kirche; vielleicht als separaten Zugang des Stifts oder des Ortsadels zur Kirche. Ursprünglich sollte wohl die Burg wie Forst und Waffensand die Straße Amöneburg-Fritzlar und die Talniederung der Gleen schützen und kontrollieren.[1] Westlich des Adelssitzes befand sich die Zehntscheune als langgestreckter rechteckiger Bau, die wohl auch als Kemenate bezeichnet und zu Wohnzwecken genutzt wurde.
Geschichte
Der Ort selbst wurde schon um 800 bzw. um 917/918 in Urkunden des Klosters Fulda genannt und die Ortsbezeichnung Glene wird heute allgemein auch dem Ort zugeordnet.
Als Erbauer der Burg werden die Herren von Gleen, Gleyne bzw. derer von Glene (Ortsadel, alter Ortsname) genannt. Diese sind als Mainzer Ministeriale seit 1252/1253 urkundlich fassbar.[2] Sie sind u. a. auch als Burgmänner auf der Amöneburg nachgewiesen. Woher der verbürgte Name Steinerne Bock für den Wohnturm bzw. die Turmburg kommt, ist unklar.
Der ehemalige Burgsitz, dessen Reste nördlich des Kirchhofs nicht mehr erhalten sind, wurde 1407 urkundlich erwähnt, als Else von Glene und ihr Ehemann Adolf Rau von Holzhausen den Burgsitz samt ihren Gütern dem Mainzer Erzbistum verkauften. Mainz schenkte den Besitz 10 Jahre später an den Johannis-Stift Amöneburg, die ihn als Zuflucht in Pestzeiten für das Stiftskapitel nutzte. Stiftshof und Turmburg wurden noch bis nach dem Dreißigjährigen Krieg genutzt und instand gehalten.[2] Eine Renovierung des Wohnturms, der laut Katasterkarte von 1810 eine Größe ca. 6,20 m auf 7,50 m aufwies, erfolgte noch in den Jahren 1666/67.[2] Es kann angenommen werden, das das Feuer vom 18. September 1697, welches Kirche und Ort fast komplett verwüstet haben soll, auch der Burg großen Schaden zugefügt hatte.
Ab dem 18. Jahrhundert wurden Hof und Wohnturm verpachtet. 1840 wurde beides durch die Gemeinde erworben.[3] 1844 bis 1857 ließ diese dann eine Schule gleich daneben erbauen. Der Wehrbau, inzwischen wohl ohne Nutzen, wurde um 1850[2] oder zu Beginn des 20. Jahrhunderts[1] abgebrochen. Ein an die Wehrmauer der Wehrkirche innen angebauter Wehrturm genannt Schoafeberg und östlich der Burg gelegen, wurde um 1898 ebenfalls niedergelegt.
Baureste der Burg sind nicht mehr sichtbar, archäologische Untersuchungen bisher nicht erfolgt.
Literatur
- Rudolf Knappe: Mittelalterliche Burgen in Hessen. 800 Burgen, Burgruinen und Burgstätten. 2. Auflage. Wartberg-Verlag. Gudensberg-Gleichen 1995. ISBN 3-86134-228-6, S. 260.
Weblinks
- Niederklein, Landkreis Marburg-Biedenkopf. Historisches Ortslexikon für Hessen (Stand: 12. April 2014). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). Hessisches Institut für Landesgeschichte, abgerufen am 1. Mai 2014.
- Stefan Eismann: Niederklein, Steinerner Bock in der wissenschaftlichen Datenbank „EBIDAT“ des Europäischen Burgeninstituts, abgerufen am 2. Januar 2026.
Einzelnachweise
- ↑ a b Knappe, S. 260
- ↑ a b c d Stefan Eismann: Niederklein, Steinerner Bock in der wissenschaftlichen Datenbank „EBIDAT“ des Europäischen Burgeninstituts, abgerufen am 2. Januar 2026.
- ↑ Niederklein, Landkreis Marburg-Biedenkopf. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). Hessisches Institut für Landesgeschichte, abgerufen am 2. Januar 2026.