Burg Bürgeln
| Burg Bürgeln | ||
|---|---|---|
| Alternativname(n) | Burgsitz Bürgeln, Birgelin, Burg Birgel | |
| Staat | Deutschland | |
| Ort | Cölbe-Bürgeln | |
| Entstehungszeit | verm. zwischen 1358 (Vogtei-Belehnung) und 1376 (Ersterwähnung) | |
| Burgentyp | Niederungsburg, Wasserburg | |
| Erhaltungszustand | geringe Reste in Gutshof verbaut | |
| Ständische Stellung | Adlige | |
| Geographische Lage | 50° 51′ N, 8° 49′ O | |
| Höhenlage | 213 m ü. NHN | |
|
| ||
Die Burg Bürgeln, auch Birgel genannt, ist eine abgegangene Burg in Bürgeln, heute ein Ortsteil der Gemeinde Cölbe im mittelhessischen Landkreis Marburg-Biedenkopf.
Lage
Nach einer Karte von 1726 stand die Burg nordwestlich der Kirche, direkt am Einlauf des Roten Wassers, einem Bach, der bei Bürgeln in die Ohm mündet.[1]
Geschichte
Der Ort selbst wurde erstmals 1273 als villa Birgelin in Urkunden der Stadt Wetzlar erwähnt, 1334 wird der Ort Byrgele genannt.[2] 1358 werden die Besitzer der Burg erstmals urkundlich erwähnt, als Landgraf Heinrich II. von Hessen die Herren von Fleckenbühl, mit der 1334 vom Stift St. Maria in Wetzlar erworbenen, Vogtei Bürgeln belehnte.[2] 1376 trugen die Herren von Fleckenbühl, vermutlich auch die Erbauer der Burg, diese dem Landgrafen zu Lehen auf. Ein Zweig der Familie nannte sich „von Fleckenbühl, genannt Bürgeln“.
Die Besitzer der Burg wechselten später mehrfach. Die Befestigung wird 1418 in Regesten des Landgrafen als Schloss und 1493 als Burg bezeichnet. 1493 belehnte Landgraf Wilhelm III. von Hessen die Groppe von Fleckenbühl mit der Hälfte des Burgsitzes in Bürgeln. 1718 wird das Gut der von Fleckenbühl am Nordwestrand des Ortes genannt,[2] was darauf hindeutet, dass die Burg da bereits niedergelegt bzw. in ein Gut umgewandelt war. 1746 kam der ehemals Scholley'sche Hof, vormals wohl hatzfeldisch, dazu.[2] 1829 erwarben die Landgrafen von Hessen-Rumpenheim beide Güter und damit den Burgsitz.[2][1]
Wann die Burg aufgegeben wurde, ist nicht bekannt, vermutlich aber vor 1726, da sie danach nicht wieder erwähnt wurde. Die Burg wurde wohl zur Gewinnung von Baumaterial (des Gutes) abgebrochen.[1] Die Gräben wurden verfüllt. Anstelle der Burg erstand ein Gutshof, in dem Mauerreste der ehemaligen Burg (vermutlich der Burgmauer) und auch ein Wappenstein der Fleckenbühls verbaut sind.[1]
Literatur
- Rudolf Knappe: Mittelalterliche Burgen in Hessen. 800 Burgen, Burgruinen und Burgstätten. 3. Auflage. Wartberg, Gudensberg-Gleichen 2000, ISBN 3-86134-228-6, S. 247.
- Michael Losse: Burgen und Schlösser an der Lahn : von Biedenkopf und Marburg über Gießen, Wetzlar und Weilburg bis Limburg, Nassau und Lahnstein, Vlg. Imhof, Petersberg 2027, S. 77
- Ulrich Reuling (Bearbeiter): Historisches Ortslexikon Marburg: ehemaliger Landkreis und kreisfreie Stadt, Vlg. Elwert, Marburg 1979, ISBN 3-7708-0678-6. S. 46 f.
Einzelnachweise
- ↑ a b c d Burg Bürgeln. Burgen, Schlösser, Herrenhäuser. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). Hessisches Institut für Landesgeschichte, abgerufen am 3. Januar 2026.
- ↑ a b c d e Michael Losse: Bürgeln in der wissenschaftlichen Datenbank „EBIDAT“ des Europäischen Burgeninstituts, abgerufen am 3. Januar 2026.
Weblinks
- Michael Losse: Bürgeln in der wissenschaftlichen Datenbank „EBIDAT“ des Europäischen Burgeninstituts, abgerufen am 3. Januar 2026.
- Burg Bürgeln. Burgen, Schlösser, Herrenhäuser. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). Hessisches Institut für Landesgeschichte, abgerufen am 1. Januar 2026.
- Bürgeln, Landkreis Marburg-Biedenkopf. Historisches Ortslexikon für Hessen (Stand: 11. November 2014). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). Hessisches Institut für Landesgeschichte, abgerufen am 9. März 2016.