Kuttelbacher Teich
| Kuttelbacher Teich | |||
|---|---|---|---|
| Kuttelbacher Teich: Damm, Wasserfläche und die querende L 519 | |||
| Lage | Hahnenklee-Bockswiese, Landkreis Goslar, Niedersachsen, Deutschland | ||
| Zuflüsse | Kuttelbach | ||
| Abfluss | Kuttelbach → Grumbach → Innerste → Leine → Aller → Weser → Nordsee | ||
| Größere Städte in der Nähe | Goslar | ||
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| Koordinaten | 51° 51′ 17″ N, 10° 19′ 35″ O | ||
| Daten zum Bauwerk
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| Sperrentyp | Staudamm | ||
| Bauzeit | vor 1680[1] | ||
| Höhe über Talsohle | 12,75 m[1] | ||
| Höhe über Gewässersohle | 11,20 m | ||
| Höhe der Bauwerkskrone | 542,02 m+NN[1] | ||
| Kronenlänge | 157,3 m | ||
| Betreiber | Harzwasserwerke GmbH | ||
| Daten zum Stausee | |||
| Höhenlage (bei Stauziel) | 540,56 m+NN[1] | ||
| Gesamtstauraum | 163.000 m³[1] | ||
| Einzugsgebiet | 1,38 km²[1] | ||
| Bemessungshochwasser | 3,77 m³/s | ||
| Besonderheiten |
Überlaufteich, Badeanstalt | ||
Der Kuttelbacher Teich ist eine historische Talsperre bei Hahnenklee-Bockswiese, Stadtteil von Goslar. Er wurde im Zusammenhang mit dem Oberharzer Wasserregal von Oberharzer Bergleuten im 17. Jahrhundert angelegt. Wie alle Oberharzer Teiche ist auch der Kuttelbacher Teich seit dem Jahr 2010 Bestandteil des UNESCO-Weltkulturerbes Bergwerk Rammelsberg, Altstadt von Goslar und Oberharzer Wasserwirtschaft.
Lage
Der Teich liegt etwa einen Kilometer westlich des Ortskernes von Hahnenklee und etwa einen Kilometer nördlich des Ortsteiles Bockswiese. Oberhalb befindet sich der Untere Kranicher Teich und der Obere Kranicher Teich am Kurpark von Hahnenklee. Unterhalb befindet sich nach zwei Kilometern Fließweg der Untere Grumbacher Teich. Nach weiteren 15 Kilometer Fließweg gelangt das Wasser in die Innerstetalsperre.
Beschreibung
Der Staudamm wurde als Erdbauwerk, das heißt mit einer Erd- und Felsschüttung, erstellt. Dieses Dammschüttmaterial wurde örtlich gewonnen und ist von überwiegend steiniger Substanz. Die Dichtung besteht aus Rasensoden und verläuft entlang der wasserseitigen Böschung. Es handelt sich um einen Teich der „Alten Bauart“.
Der Teich hat nur noch eine Entnahmeeinrichtung. Der Obere Fall befindet sich am linken (südöstlichen) Dammende und wird hydraulisch betätigt. Das Wasser kann hier durch ein historisches Holzrohr ablaufen. Diese Entnahme kann nur etwa die obersten sechs Meter des Teiches absenken, darunter befindet sich ein Totraum von etwa fünf Meter Höhe und 25.000 m³ Restvolumen. Nach Angaben des früheren Betreibers Preussag ist der eigentliche Grundablass „seit Jahrzehnten versandet“.[2] Laut Zeitzeugen wurde aber dieser Totraum mindestens zweimal im Laufe des 20. Jahrhunderts mittels Pumpen entleert.
Die Hochwasserentlastungsanlage befindet sich am rechten (nordwestlichen) Dammende. Sie besteht aus zwei Stahlbetondurchlässen, von denen der rechte aus den 1960er Jahren stammt und um den linken im Jahr 2003 ergänzt wurde.
Der Teich stellt auch etwa seit Beginn des 20. Jahrhunderts die Badeanstalt des Ortes Hahnenklee-Bockswiese dar. Hierzu wurden bereits um 1900 am nördlichen Ufer Gebäude erstellt für Umkleideräume, Kiosk, Toiletten und Unterstände. Mitte der 1970er Jahre wurde der Gebäudebestand grundlegend erneuert. Am Gewässer wurde ein Nichtschwimmerbecken und ein Schwimmerbecken abgeteilt. Ein großzügig ausgestatteter Spielplatz ergänzt die Anlage.
Bemerkenswert ist die Trassierung der Landesstraße L 516, die Hahnenklee-Bockswiese mit Lautenthal verbindet. Die Straße führt über die Dammkrone und prägt diese wesentlich.
Bauwerkshistorie
Das Bauwerk wurde vor 1680 errichtet.[1] Es diente vorrangig der Versorgung der Bergwerke in Bockswiese, die von der Entnahme Oberer Fall über den Kuttelbacher Graben versorgt wurden.[3]
1963 wurde die Fahrbahn der L 516 um 6 bis 7 Meter verbreitert. Hierzu musste auch der Damm erheblich verbreitert werden; das Holzrohr wurde durch eine Kammer in der Böschung verlängert, so dass das Holzrohr weiterhin gut beobachtet werden kann. Auch der Durchlass für die Hochwasserentlastung wurde entsprechend erneuert und dabei verlängert. Vor dieser Maßnahme muss die Hochwasserentlastung durch eine Gewölbebrücke gebildet worden sein.
Im Jahr 2003 erfolgte die Vergrößerung der Hochwasserentlastungsanlage auf das aktuelle Bemessungshochwasser. Hierzu wurde ein zweites Rechteckrahmenprofil durch den Damm gelegt.
Einzugsgebiet, Wasserwirtschaft
Das 1,38 km² große Einzugsgebiet des Kuttelbacher Teiches besteht aus Waldflächen, aber auch aus der Siedlungsfläche des Ortsteiles Hahnenklee. Bis etwa 1980 konnte noch der Dreckstalgraben zusätzliches Wasser aus dem nordwestlich gelegenen Dreckstal heranführen.
Der Teich wird als Überlaufteich betrieben; der Grundablass wird nur zu Kontrollzwecken und bei bestimmten Maßnahmen betätigt. Ansonsten verlässt das zufließende Wasser den Teich über den Überlauf.
Sonstiges
Der Teich ist in den Sommermonaten durch die Badeanstalt geprägt.
Fischereitechnisch ist das Gewässer an einen örtlichen Angelverein verpachtet.
Literatur
- Martin Schmidt: Die Wasserwirtschaft des Oberharzer Bergbaus (= Schriftenreihe der Frontinus-Gesellschaft e. V. Heft 13). 3., ergänzte Auflage. Harzwasserwerke, Hildesheim 2002, ISBN 3-00-009609-4.
- Walter Knissel, Gerhard Fleisch: Kulturdenkmal „Oberharzer Wasserregal“. Eine epochale Leistung. 2. Auflage. Papierflieger, Clausthal-Zellerfeld 2005, ISBN 3-89720-725-7.
- Martin Schmidt: WasserWanderWege. Ein Führer durch das Oberharzer Wasserregal – Weltkulturerbe. Hrsg.: Harzwasserwerke GmbH. 4. Auflage. Papierflieger Verlag, Clausthal-Zellerfeld 2012, ISBN 978-3-86948-200-2.
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ a b c d e f g Martin Schmidt: Die Wasserwirtschaft des Oberharzer Bergbaus (= Schriftenreihe der Frontinus-Gesellschaft e. V. Heft 13). 3., ergänzte Auflage. Harzwasserwerke, Hildesheim 2002, ISBN 3-00-009609-4.
- ↑ Preussag AG, Bewilligungsanträge Oberharzer Wasserregal gemäß § 36.2 NWG, Goslar 1964 (unveröffentlicht)
- ↑ Hugo Haase: Kunstbauten alter Wasserwirtschaft im Oberharz. 5. Auflage. Pieper, Clausthal-Zellerfeld 1985, ISBN 3-923605-42-0.