Krum (Zeil am Main)

Krum
Koordinaten: 50° 2′ N, 10° 35′ O
Höhe: 260 m ü. NHN
Einwohner: 327[Ohne Beleg]Vorlage:Infobox Ortsteil einer Gemeinde in Deutschland/Wartung/NoEinwQuelle
Eingemeindung: 1. Januar 1978
Postleitzahl: 97475
Vorwahl: 09524
Durchgangsstraße mit der Pfarrkirche St. Peter und Paul

Krum ist ein Gemeindeteil der Stadt Zeil am Main im unterfränkischen Landkreis Haßberge in Bayern.[1]

Geographie

Das Pfarrdorf Krum liegt etwa drei Kilometer nördlich der Kernstadt von Zeil. Westlich des Ortes befindet sich das Naturschutzgebiet Hohe Wann. Durch Krum führt die Staatsstraße 2427 von Zeil zum Gemeindeteil Sechsthal.

Geschichte

Der Ort Krum wurde erstmals im Jahr 1245 urkundlich erwähnt. Die Theorie von Heimatforscher Hermann Mauer, dass der kurze Name auf eine sehr frühe Gründung vor der fränkischen Besiedlung (zwischen 600 und 900 n. Chr.) hindeute, gilt als wenig überzeugend. Sicher ist jedoch, dass bereits in der Eisenzeit – also rund tausend Jahre vor den Franken – keltische Siedlungen oberhalb von Krum existierten. Noch ältere Spuren menschlicher Besiedlung stammen aus der Mittelsteinzeit (ca. 10.000–4500 v. Chr.) und wurden auf der Kleinen Hohen Wann (348 m) gefunden.

Bei seiner ersten Erwähnung bestand Krum offenbar schon aus mehreren Höfen, die zwischen den Hochstiften Würzburg und Bamberg aufgeteilt waren. Diese Teilung führte über lange Zeit hinweg zu Streitigkeiten und Konflikten zwischen den beiden geistlichen Herrschaften.

Die ersten Bewohner Krums gingen vermutlich zum Gottesdienst in die Nachbarorte Prappach oder Augsfeld. Zwischen 1200 und 1450 entstand jedoch eine eigene Kirche – an der Stelle, wo sie heute noch steht. Der untere Teil des Kirchturms stammt aus dieser Zeit.

Auf dem nahegelegenen Schlossberg (361 m) befand sich damals auch eine Burg namens „Krummenstein“, die dem Bistum Bamberg gehörte und zur Verteidigung gegen Würzburger Besitzungen diente. Einer der Burgherren war Helmbrico von Krummenstein, der um 1249 dort tätig war.

Schon 1592 verfügte Krum über eine Dorfordnung, die die Aufgaben von Gemeindevorstehern und Kirchenverwaltern regelte. Eine Schule existierte spätestens seit 1652. Zu dieser Zeit hatte Krum vermutlich über 200 Einwohner; 1818 waren es 244, alle katholisch.

Seit 1973 fahren die Kinder aus Krum mit dem Schulbus nach Zeil, und seit 1978 gehört der Ort vollständig zur Stadt Zeil am Main. Dennoch ist das Dorfleben bis heute lebendig und wird von zahlreichen Vereinen geprägt.[2]

Sehenswürdigkeiten

Katholische Pfarrkirche St. Peter und Paul

St. Peter und Paul
Die ehemalige Dorfschule
Ehemaliges Hirtenhaus
St. Johannes von Nepomuk

Die erste Kirche in Krum entstand vermutlich im 13. oder 14. Jahrhundert und diente auch als Wehrkirche. Der heutige Bau stammt von 1757/58, wobei Teile des mittelalterlichen Turms erhalten blieben. Die Kirche St. Peter und Paul gehört zur Pfarrei Zeil und erhielt erst Mitte des 19. Jhd. regelmäßige Gottesdienste. Besonders auffällig ist der Rokoko-Hochaltar aus der ehemaligen Dominikanerkirche in Bamberg.[3]

Ehemalige Schule

Das heutige Gebäude war früher die Dorfschule von Krum, deren Neubau im Jahr 1836 offiziell genehmigt wurde. Bereits seit mindestens 1652 existierte eine Schule im Ort – zunächst ein Fachwerkhaus nahe der Kirche. Um 1777 entstand ein neues Schulhaus, das jedoch bald zu klein wurde. Für Bau und Unterhalt war stets die Kirche verantwortlich, da das Gebäude auf kirchlichem Grund stand. Im 19. Jahrhundert setzte man auf moderne Bildungskonzepte: In der sogenannten „Industrieschule“ lernten die Kinder neben Lesen und Schreiben auch praktische Fähigkeiten für Berufe wie Landwirtschaft, Handwerk oder Hauswirtschaft:

„Von Allerheiligen bis Ostern lernten die Schülerinnen Spinnen, Nähen, Stricken und Blumen binden. Die Knaben wurden unterrichtet im Flechten von Körben und Schanzen, in der Anfertigung von Rechen, Dreschflegeln, ledernen Schuhen, im Binden von Besen“

Ludwig Leisentritt: 750 Jahre Krum

Das ehemalige Schulhaus in Krum ist ein zweistöckiges Gebäude mit Walmdach im klassizistischen Stil. Charakteristisch sind die Rundbogenfenster und -türen im Erdgeschoss sowie der frühere Haupteingang zur Straße hin, der über eine Treppe erreichbar war – Spuren davon sind noch sichtbar. Neben dem Schulbetrieb diente das Haus zeitweise auch als Kindergarten und Lehrerwohnung. Nach der Schließung der Schule 1973 und dem Wechsel der Schüler nach Zeil wurde das Gebäude von der Dorfgemeinschaft für verschiedene Zwecke genutzt, etwa für Vereinsaktivitäten und als Wahllokal. Wegen baulicher Mängel wurde diese Nutzung später stark eingeschränkt. Heute wird das Haus hauptsächlich als Treffpunkt für Jugendliche und für Musikproben verwendet. Das zentrale Gemeindehaus ist inzwischen das Antoniusheim.[4]

Ehemaliges Hirtenhaus

Das ehemalige Hirtenhaus in Krum ist ein eingeschossiges Fachwerkgebäude mit Satteldach und giebelständiger Ausrichtung, das um 1700 erbaut wurde. Lange Zeit war es unbewohnt und stark verfallen, bis es in den 1980er Jahren vom Zeiler Verputzermeister Weis übernommen und sorgfältig restauriert wurde. Heute zeigt sich das Haus in einem gepflegten Zustand, der seinen historischen Charakter bewahrt.[5]

St. Johannes von Nepomuk

An der Bachbrücke östlich der Ortsstraße in Krum steht eine Statue des Heiligen Johannes Nepomuk. Die Figur ist etwas kleiner als lebensgroß und zeigt den Heiligen mit einem Kreuz in den Armen auf einem hohen Sockel mit Sims. Auf der Südseite des Sockels ist die Bitte „St. Johannes von Nepomuk bitte für uns“ eingraviert, während die Nordseite auf die Errichtung durch Wohltäter der Gemeinde im Jahr 1885 hinweist.[6]

Baudenkmäler

Siehe: Liste der Baudenkmäler in Krum

Sport und Freizeit

Krum verfügt mit dem FSV Viktoria Krum über einen eigenen Fußballverein, der seit 1948 besteht und fest im Dorfleben verankert ist. Der Verein betreibt zwei aktive Herrenmannschaften und trägt seine Heimspiele auf dem Pfarrer-Anton-Kehl-Platz aus – einem zentralen Treffpunkt für Sport und Gemeinschaft.[7]

Krum liegt direkt am Naturpark Haßberge und ist ideal für Wanderungen und Radtouren. Besonders beliebt ist der Abt-Degen-Weintal-Radweg, der durch Weinberge und historische Orte führt. Rund um Krum laden gut ausgeschilderte Wege zu Ausflügen zu alten Mühlen, Burgruinen und schönen Aussichtspunkten ein.[8]

Commons: Krum (Zeil am Main) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Stadt Zeil a.Main, Liste der amtlichen Gemeindeteile/Ortsteile im BayernPortal des Bayerischen Staatsministerium für Digitales, abgerufen am 4. November 2025.
  2. Auszug aus der Dorfchronik. In: denkmal-zeil.de. Abgerufen am 6. November 2025.
  3. Kath. Pfarrkirche St. Peter und Paul. In: denkmal-zeil.de. Abgerufen am 6. November 2025.
  4. Ehemalige Schule. In: denkmal-zeil.de. Abgerufen am 6. November 2025.
  5. Ehemaliges Hirtenhaus. In: denkmal-zeil.de. Abgerufen am 6. November 2025.
  6. St. Johannes von Nepomuk. In: denkmal-zeil.de. Abgerufen am 6. November 2025.
  7. FSV Viktoria Krum. In: www.bfv.de. Abgerufen am 6. November 2025.
  8. Freizeit in Zeil am Main. In: tourismus.meinestadt.de. Abgerufen am 6. November 2025.