Krosnowo

Krosnowo
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Krosnowo
Basisdaten
Staat: Polen Polen

Woiwodschaft: Pommern
Powiat: Bytów
Gmina: Borzytuchom
Geographische Lage: 54° 14′ N, 17° 22′ O
Einwohner:

Krosnowo (deutsch Kroßnow, früher Krosnow) ist ein Dorf im Verwaltungsbezirk Gmina Borzytuchom im Powiat Bytowski in der polnischen Woiwodschaft Pommern.

Geographische Lage

Das Dorf liegt im östlichen Hinterpommern, an der Słupia, etwa elf Kilometer nordnordwestlich der Stadt Bytów, 4,5 Kilometer nördlich des Kirchdorfs Borzytuchom und drei Kilometer nordwestlich des Dorfs Osieki.

Das Dorf befindet sich im Słupia-Tal. Links oberhalb des Dorfkerns mündet der Kroßnower-Bach in die Słupia. Zwei Kilometer westlich des Dorfkerns mündet der (von Bytów kommende) Bütow-Bach in die Słupia.

Geschichte

In einem Übergabe-Protokoll des Deutschen Ordens beim Pflegerwechsel des Jahres 1387 in Butow wird das Dorf Cruſſnow genannt.[1] Aus dem Jahr 1628 ist die Ortsbezeichnung Croſsnou überliefert.[2] Es ist vermutet worden, dass vergleichbaren Ortsnamen das polnische Wort krosno, für Webstuhl, zugrunde liegen könnte.[3]

Vor der kurbrandenburgischen Besitzergreifung des Landes Bütaw am 18. Juni 1658 hatte Kroßnow einen Freischulzen-Hof, zehn Bauernhöfe, einen Ketner (Kesselflicker) und eine Mühle, die vom Müller gepachtet war. Infolge des neuesten Kriegs war ein Bauernhof zerstört worden, und an Vieh waren im Dorf nur noch sechs Pferde, 18 Ochsen und acht Kühe vorhanden.[4] Um 1782 hatte Kroßnow an landwirtschaftlichen Betrieben einen Freischulzen-Hof und zehn Bauernhöfe.[5] Die Mühle, eine Wassermühle, war im Ortsteil Elisabethsthal und wurde vom Bütow-Bach angetrieben. Sie hatte die Einwohner von Kroßnow und drei Bauern aus Wusseken zu Zwangsmahlgästen.[6]

Nachdem das alte Schulhaus baufällig geworden war, ließen die Landwirte des Dorfs im Jahr 1826 auf einem aus eigenen Mitteln angekauften Grundstück ein neues Schulgebäude mit einem mit Bäumen bepflanzten Schulhof sowie einem 1 ½ Morgen großen Garten für den Lehrer errichten.[7] Die Schule für beide Geschlechter war einklassig und hatte um 1858 sechzig Schüler.[8]

Im Jahr 1875 wurden Dorfstraßenplätze, die bisher zum fiskalischen Gutsbezirk des königlichen Domänen-Rentamts Bütow gehört hatten, in den Gemeindebezirk Kroßnow eingegliedert.[9]

Am 1. Dezember 1913 wurden auf der 954,9 Hektar großen Gemarkung der Landgemeinde Kathkow 63 viehhaltende Haushaltungen gezählt, die zusammen 66 Pferde, 271 Stück Rindvieh, 95 Schafe und 356 Stück Borstenvieh hielten.[10]

Anfang der 1930er Jahre hatte die Landgemeinde Kroßnow eine Flächengröße von 9,5 km². Innerhalb der Gemeindegrenzen standen insgesamt 61 bewohnte Wohnhäuser an zwei verschiedenen Wohnplätzen:[11]

  1. Elisabethsthal
  2. Kroßnow

Um 1935 hatte Kroßnow unter anderem einen Gasthof, einen Gemischtwarenladen, eine Mühle und eine Schmiede.[12]

Bis 1945 bildete Kroßnow eine Landgemeinde im Landkreis Bütow im Regierungsbezirk Köslin der preußischen Provinz Pommern des Deutschen Reichs. Kroßnow war dem Amtsbezirk Meddersin zugeordnet. Das Standesamt befand sich in Meddersin.

Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges wurde die Region im März 1945 durch die Roten Armee besetzt. Nach Kriegsende wurde Kroßnow zusammen mit ganz Hinterpommern von der Sowjetunion der Volksrepublik Polen zur Verwaltung überlassen. Die einheimischen Dorfbewohner wurden in der Folgezeit von der polnischen Administration aus Kroßnow vertrieben. Der Ortsname Kroßnow wurde zu „Krosnowo“ polonisiert.

Demographie

Bevölkerungsentwicklung bis 1945
Jahr Einwohner Anmerkungen
1782 Dorf, mit einem Freischulzen-Hof, zehn Bauernhöfen, einem Kossäten, einem Schulmeister, einem Schmied, einem Freischulzen-Katen und zwanzig Feuerstellen (Haushaltungen), eingepfarrt zu Borntuchen[5]
1818 140 Dorf und Mühle, königliche Besitzung, zum Kirchspiel Bütow gehörig[13]
1825 150 Dorf, mit der Försterei Camenz und einer Wassermühle[14]
1852 376 Dorf[15]
1864 445 am 3. Dezember, Gemeindebezirk[16]
1867 442 am 3. Dezember, Landgemeinde[17]
1871 438 am 1. Dezember, Landgemeinde, sämtlich Evangelische[17]
1885 463 am 1. Dezember, Landgemeinde, sämtlich Evangelische[18]
1895 391 am 2. Dezember, Landgemeinde, sämtlich Evangelische[19]
1910 420 am 1. Dezember[20]
1925 393 Landgemeinde, in 75 Haushaltungen, darunter 379 Evangelische und elf Katholiken[11]
1933 361 [21]
1939 246 [21]

Kirche

Kirchspiel bis 1945

In Kroßnow stellten evangelische Christen die Bevölkerungsmehrheit. Diese waren nach Borntuchen eingepfarrt.

Das katholische Kirchspiel war in Bütow.

Polnisches Kirchspiel seit 1945

Die seit 1945 und Vertreibung der einheimischen Dorfbewohner anwesende polnische Einwohnerschaft gehört mit seltenen Ausnahmen der Römisch-katholischen Kirche in Polen an.

Das polnische evangelische Kirchspiel ist in Bütow.

Literatur

  • Kroßnow, Dorf, am Stolpe-Fluss, Kreis Bütow, Provinz Pommern. In: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Kroßnow (meyersgaz.org).
  • Ludwig Wilhelm Brüggemann: Ausführliche Beschreibung des gegenwärtigen Zustandes des Königl. Preußischen Herzogtums Vor- und Hinterpommern. Teil II, Band 2, Stettin 1784, S. 1056, Ziffer (13) (Google Books).
Commons: Krosnowo – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten

  1. Reinhold Cramer: Geschichte der Lande Lauenburg und Bütow, Zweiter Teil: Urkundenbuch, Königsberg 1858, S. 194–286 (Google Books).
  2. Robert Klempin und Gustav Kratz: Matrikeln und Verzeichnisse der Pommerschen Ritterschaft vom XIV bis in das XIX Jahrhundert. Berlin 1863, S. 259 (Google Books).
  3. Gustav Hey: Die slavischen Siedelungen im Königreich Sachsen mit Erklärung ihrer Namen, Baensch, Dresden 1893, S. 254 (Google Books).
  4. Reinhold Cramer: Geschichte der Lande Lauenburg und Bütow, E. J. Dalkowski, Königsberg 1858, Band 1: Die Geschichte, Anhang S. 29, Nr. 19 (Google Books).
  5. a b Ludwig Wilhelm Brüggemann: Ausführliche Beschreibung des gegenwärtigen Zustandes des Königl. Preußischen Herzogtums Vor- und Hinterpommern. Teil II, Band 2, Stettin 1784, S. 1056, Ziffer (13) (Google Books).
  6. Ludwig Wilhelm Brüggemann: Ausführliche Beschreibung des gegenwärtigen Zustandes des Königl. Preußischen Herzogtums Vor- und Hinterpommern. Teil II, Band 2, Stettin 1784, S. 1063, Ziffer (7) (Google Books)
  7. Amts-Blatt der Königlichen Regierung zu Cöslin, No. 31, Cöslin, 2. August 1826, S. 253, Bekanntmachung 207 (Google Books).
  8. Hermann Gribel: Statistik des Bütower Kreises, Druck von B. Lilienthal, Bütow 1858, S. 40, Ziffer 9 (Google Books).
  9. Amts-Blatt der Königlichen Regierung zu Cöslin, Stück 17, Cöslin, 29. April 1875, S. 126, Ziffer 168 (Google Books)
  10. Königlich Preußisches Statistisches Landesamt: Gemeindelexikon über den Viehstand und den Obstbau für den Preußischen Staat, Heft 4: Provinz Pommern, Berlin 1915, 2. Regierungsbezirk Köslin, 27. Kreis Bütow, S. 138–139, Ziffer 25 (Google Books).
  11. a b Die Gemeinde Kroßnow im ehemaligen Kreis Bütow in Pommern (Gunthard Stübs und Pommersche Forschungsgemeinschaft, 2011)
  12. Klockhausʼ Kaufmännisches Handels- und Gewerbe-Adressbuch des Deutschen Reichs, Band 1 A, Berlin 1935, S. 1059 (Google Books).
  13. Alexander August Mützell und Leopold Krug: Neues topographisch-statistisch-geographisches Wörterbuch des preußischen Staats, Band 3: Kr–O, Halle 1822, S. 21, Ziffer 5430 (Google Books).
  14. Friedrich von Restorff: Topographische Beschreibung der Provinz Pommern mit einer statistischen Uebersicht, Nicolaische Buchhandlung, Berlin und Stettin 1827, S. 286, Ziffer 11 (Google Books).
  15. Topographisch-statistisches Handbuch des Preußischen Staats (Kraatz, Hrsg.). Berlin 1856, S. 696 (Google Books).
  16. Königliches Finanzministerium: Die Ergebnisse der Grund- und Gebäudesteuerveranlagung im Regierungsbezirk Köslin, 2. Kreis Bütow, Berlin 1966, S. 2–9, Ziffer 27 (Google Books).
  17. a b Königl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Die Gemeinden und Gutsbezirke der Provinz Pommern und ihre Bevölkerung. Nach den Urmaterialien der allgemeinen Volkszählung vom 1. December 1871 bearbeitet und zusammengestellt. Berlin 1874, Regierungsbezirk Köslin, XII. Kreis Bütow, S. 174–175, Ziffer 15 (Google Books).
  18. Königliches statistisches Bureau: Gemeindelexikon für das Königreich Preußen. Auf Grund der Materialien der Volkszählung vom 1. Dezember 1885 und anderer amtlicher Quellen, IV. Provinz Pommern, Berlin 1888, Regierungsbezirk Köslin, 25. Kreis Bütow, S. 192–193, Ziffer 25 (Google Books).
  19. Königliches Statistisches Bureau (Hrsg.): Gemeindelexikon für das Königreich Preußen. Auf Grund der Materialien der Volkszählung vom 2. Dezember 1895 und anderer amtlicher Quellen. Band IV: Provinz Pommern, Berlin 1898, 2. Regierungsbezirk Köslin, 25. Kreis Bütow, S. 198–199, Ziffer 43 (Google Books).
  20. Kroßnow, Dorf, am Stolpe-Fluss, Kreis Bütow, Provinz Pommern. In: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Kroßnow (meyersgaz.org).
  21. a b Michael Rademacher: Provinz Pommern – Landkreis Bütow. Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006. In: eirenicon.com.