Krakauer Zitadelle
Die Krakauer Zitadelle (polnisch Cytadela Kraków oder Cytadela Twierdzy Kraków) ist eine Zitadelle auf dem Krakauer Wawelhügel aus dem 19. Jahrhundert.
Beschreibung
Nachdem Krakau 1846 an die Habsburger Monarchie gekommen war, begannen die Österreicher damit, die Stadt als Festung auszubauen. Franz Joseph I. fasste bereits im Frühjahr 1850 einen entsprechenden Beschluss. Als erstes wurde der Wawel befestigt und zu einer modernen Zitadelle ausgebaut. Hierbei wurde teilweise die alte gotische Mauer aus der Zeit Kasimir IV. Andreas mit ihren Wehrtürmen (Adelsturm, Frauenturm und Tęczyński-Turm) sowie die barocken Wehranlagen aus der Zeit von August dem Starken abgetragen und durch neue Schutzmauern und Bastionen ersetzt. Die bestehenden Tore (Unteres Tor, Tor bei der Kurza Stopka und Tor beim Senatorenturm) wurden ausgebaut und neue Tore in die Mauern geschlagen (Bernhardinertor). Auf dem Wawel wurde eine Kaserne mit Lazarett eingerichtet. In den Administrationsgebäuden des Schlosses befand sich die Verwaltung der gesamten Festung Krakau. Das österreichische Militär verließ den Wawel in den Jahren von 1905 bis 1911. Während des Zweiten Weltkriegs zog Hans Frank auf den Wawel, von dem er das Generalgouvernement regierte. In die ehemalige Österreichische Kaserne wurde die Waffen-SS einquartiert. 1945 überstand der Wawel einen sowjetischen Luftangriff, einige Bomben trafen jedoch das Lazarett sowie ein Irrgänger eine Kapelle der Wawel-Kathedrale. Die SS verbrannt im Südflügel des Lazaretts das Archiv des Generalgouvernement, der Feuer fing, ausbrannte und zuletzt teilweise einstürzte. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde er abgetragen.
Literatur
- Zbigniew Pianowski: Wawel obronny. Zarys przemian fortyfikacji grodu i zamku krakowskiego w. IX-XIX. Band. 8. Kraków: 1991, Serie: Biblioteka Wawelska.
- Jacek Purchla Jak powstał nowoczesny Kraków. Studia nad rozwojem budowlanym miasta w okresie autonomii galicyjskiej (Biblioteka Krakowska nr 120), Wydawnictwo Literackie, Kraków 1979, ISBN 83-08-00148-3
- Piotr Stępień. Fortyfikacje Wawelu jako problem konserwatorski (Architektura Krakowa – dzieje, badania, odnowa). „Czasopismo Techniczne”. z.9-A/2003, 2003. Kraków. ISSN 0011-4561
Weblinks
Koordinaten: 50° 3′ 15″ N, 19° 56′ 7″ O