Kent J. Carroll

Kent Jean Carroll (* 22. August 1926 in Newton, Jasper County, Iowa; † 11. August 2019 in Pinehurst, Moore County, North Carolina) war ein Vizeadmiral der United States Navy. Er war unter anderem Kommandeur des Military Sealift Command (MSC).

Er war ein Sohn von Lee Carroll und dessen Frau Mabel E. McCormick. Über das ROTC-Programm der University of Notre Dame gelangte er im Jahr 1946 in das Offizierskorps der United States Navy. In der amerikanischen Kriegsmarine durchlief er anschließend alle Offiziersränge bis zum Vizeadmiral.

In seinen ersten Jahren war Carroll auf verschiedenen Kriegsschiffen stationiert. Zwischenzeitlich absolvierte er die Naval Gunfire Liaison School in Little Creek in Virginia. Ab Juni 1949 besuchte er die U.S. Naval Submarine School in Groton in Connecticut, wo er zum U-Boot-Offizier ausgebildet wurde. Nach dem Ende dieser Schulung wurde er im Januar 1950 auf das U-Boot USS Caiman versetzt, das zur Pazifikflotte gehörte und im Koreakrieg eingesetzt war. Im April 1953 wurde er zur USS Sea Fox versetzt, einem weiteren im Pazifik eingesetzten U-Boot.

Zwischen November 1954 und Mai 1955 besuchte Kent Carroll die Naval Postgraduate School in Monterey in Kalifornien. Danach war er bis zum August 1957 Stabsoffizier in der Stabsabteilung für Personal im Marineministerium. Anschließend war er bis zum Juli 1959 Erster Offizier auf dem U-Boot USS Sea Poacher, das im Atlantik, im Mittelmeer und der Karibik operierte. Es folgte ein Studium am Naval War College in Newport in Rhode Island, das er im Juni 1960 erfolgreich beendete.

Als Nächstes erhielt er das Kommando über das U-Boot USS Sablefish, das unter anderem im Nordatlantik, der Karibik und in den Großen Seen operierte. Nach dem Ende dieses Auftrages wurde er im August 1962 zum Stab der U-Bootschule (Submarine School) versetzt, wo er bis zum Juni 1964 unterschiedliche Abteilungen leitete. Zwischen Juni 1964 und Juni 1965 absolvierte er das United States Army War College in Carlisle in Pennsylvania. Danach gehörte er bis August 1966 zum Stab der U-Boot-Streitkräfte der Atlantikflotte. Anschließend kommandierte er bis zum Juli 1967 das 2. U-Boot-Geschwader (Commander Submarine Flotilla Two). In der Folge erhielt er den Oberbefehl über die 81. U-Boot-Division (Submarine Division Eighty-One).

Zwischen August 1968 und August 1970 war Carroll Stabsoffizier im Marineministerium. Danach überwachte er die Fertigstellung des Kommandoschiffs für Amphibische Kriegführung USS Blue Ridge, dessen erster Kapitän er dann wurde. Diese Aufgabe erfüllte er bis zum Juli 1972. Danach kommandierte er bis zum Juni 1973 die 10. Amphibische Staffel (Commander Amphibious Squadron Ten). Zwischenzeitlich kommandierte er amerikanische und alliierte Einheiten am Suezkanal. Damals wurde der Kanal von Minen geräumt und wieder befahrbar gemacht. Danach war er bis zum Juni 1974 Stabschef der amphibischen Streitkräfte der Atlantikflotte (Chief of Staff to Commander Amphibious Force, US Atlantic Fleet). Danach kommandierte er die amerikanischen Marinestreitkräfte im Bereich um die Marianen. Dabei war er mit der Versorgung und Unterbringung von zehntausenden von Flüchtlingen aus dem früheren Südvietnam befasst, die nach dem Ende des Vietnamkriegs ihre Heimat verlassen hatten. Zwischen 1977 und 1981 gehörte er dem Stab der Joint Chiefs of Staff an. Im Jahr 1981 übernahm Kent Carroll als Nachfolger von Bruce Keener III das Kommando über das MSC. Dieses Amt bekleidete er bis zum Juli 1983, als er von William H. Rowden abgelöst wurde. Anschließend schied er aus dem aktiven Militärdienst aus.

Carroll verbrachte seinen Lebensabend in Pinehurst in North Carolina und nahm dort am gesellschaftlichen Leben teil. Unter anderem war er Präsident der lokalen Retired Officers Association und Vorstandsmitglied bei verschiedenen Organisationen wie z. B. des Country Club of North Carolina und des First Health Hospice. Er starb am 11. August 2019 und wurde auf dem amerikanischen Nationalfriedhof Arlington beigesetzt.

Orden und Auszeichnungen

Kent Carroll erhielt im Lauf seiner militärischen Laufbahn unter anderem folgende Auszeichnungen: