Kaete Augusti-Steinkamp
Kaete Augusti-Steinkamp (Geburtsname Kaete Steinkamp, auch Kaethe; * 29. September 1895 in Duisburg; † 1970 ebenda) war eine deutsche Malerin und Illustratorin.
Leben
Kaete Augusti-Steinkamp wurde am 29. September 1895 als Kaete Steinkamp im damals preußischen Duisburg geboren. Die Familie betrieb in der Stadt einen im Jahr 1851 vom Großvater Johann Albert Steinkamp gegründeten Kinderbuchverlag. Kaete wuchs als Tochter des Otto Steinkamp auf, der den Verlag im Jahr 1892 zusammen mit dem Bruder Rudolf übernommen hatte. Kaete besuchte die Räumlichkeiten der Verlagsanstalt regelmäßig auf und begann bereits als Kind, erste Illustrationen mit Themen aus dem Verlagsprogramm zu erstellen.[1] Sie blieb dem Verlag auch als Illustratorin weiter verbunden.
Nach dem Ende der Schulzeit nahm Kaete Steinkamp ein Studium an der Kunstgewerbeschule Düsseldorf auf. Hier lernte sie bei Prof. Aufsehser, der sie dazu ermunterte, Pflanzenmotive in ihre Zeichnungen und Illustrationen aufzunehmen. Anschließend folgte ein Studium an der Unterrichtsanstalt des Kunstgewerbemuseums zu Berlin. Besondere Bedeutung für die Ausbildung Steinkamps in Berlin hatten die Unterrichtseinheiten beim Maler und Grafiker Emil Orlik. Orlik machte Steinkamp schließlich zu seiner Meisterschülerin. Die Künstlerin vollendete ihre Studien an der Kunstgewerbeschule München, wo sie bei Heinrich Wölfflin lernte.
Mit dem Beginn des Ersten Weltkriegs kehrte Steinkamp als freischaffende Künstlerin nach Duisburg zurück. Sie wurde bereits in der Weimarer Republik Mitglied der Notgemeinschaft Duisburger Künstler, die sich später in den Duisburger Künstlerbund umbenannte. Nach ihrer Hochzeit nahm die Künstlerin den Doppelnamen Augusti-Steinkamp an. Im Jahr 1953 wurde Augusti-Steinkamp Teil der Gruppe 53. Mit ihren abstrakten Arbeiten schloss sich die Künstlerin im Jahr 1957 als Gründungsmitglied der Duisburger Sezession an. Kaete Augusti-Steinkamp starb im Jahr 1970 in ihrer Geburtsstadt Duisburg. 2017 wurde in Duisburg die Benennung einer Straße nach Augusti-Steinkamp diskutiert, bisher aber nicht umgesetzt.[2][3]
Werke (Auswahl)
Kaete Augusti-Steinkamp arbeitete vor allem als Malerin und Illustratorin. Sie erhielt ihre Ausbildung bei bedeutenden Vertretern des Jugendstils und wurde selbst später dem Rheinischen Expressionismus zugerechnet. Erste selbstständige Arbeiten schuf sie als Kinderbuchillustratorin. Auch später war sie immer wieder für den väterlichen Verlag tätig. Viele der hier entstandenen Arbeiten gingen während des Zweiten Weltkrieges verloren. Nach dem Krieg diversifizierte sich ihr Werk. Zu den Illustrationen traten nun Monotypien und Collagen, aber auch bildhauerische Arbeiten, mit denen sie Kunst-am-Bau-Wettbewerbe gewann. Ihre künstlerischen Arbeiten werden heute in der Duisburger DU-Art-Galerie präsentiert.[4][5]
Einzelausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen
- Leipzig
- Essen
- Düsseldorf
- Duisburg
- Aachen
- Köln (mit dem Deutschen Werkbund)
- Ludwigshafen
- Ankara (mit dem Deutschen Werkbund)
- Eindhoven
- Paris[6]
Literatur
- Christoph Brockhaus (Hg.): Seit Lehmbruck. Duisburger Künstlerportraits (= Duisburger Forschungen 54. Bd.). Mercator-Verlag, Duisburg 2008, ISBN 978-3-87463-407-6.
Weblinks
- Deutsche Biographie: Augusti-Steinkamp, Kaete
- Duisburger Sezession: Kaete Augusti-Steinkamp
Einzelnachweise
- ↑ Ulla Saal: Vergangen aber nicht vergessen, WAZ (2012), abgerufen am 22. November 2025.
- ↑ Doris Freer: Bibliographie zur Duisburger Frauengeschichte 2024, PDF-Datei, S. 20, abgerufen am 27. September 2025.
- ↑ Christoph Brockhaus (Hg.): Seit Lehmbruck. Duisburger Künstlerportraits (= Duisburger Forschungen 54. Bd.). Mercator-Verlag, Duisburg 2008, ISBN 978-3-87463-407-6. S. 302 f.
- ↑ Dennis Bechtel: Fast vergessene Kunstschätze, WAZ (2014), abgerufen am 22. November 2025.
- ↑ Christoph Brockhaus (Hg.): Seit Lehmbruck. Duisburger Künstlerportraits (= Duisburger Forschungen 54. Bd.). Mercator-Verlag, Duisburg 2008, ISBN 978-3-87463-407-6. S. 201.
- ↑ Ulrike Lubek: Vorlage 15/3148: Frauen aus dem Rheinland für die Benennung von Gebäuden und Räumen im LVR, 2025, PDF-Datei, S. 11, abgerufen am 22. November 2025.