Julia Suski
Julia Suski (* 6. März 1904 in San Francisco; † 20. September 1996 in Steilacoom, Washington) war eine US-amerikanische Künstlerin japanischer Abstammung, die der Nisei-Generation angehörte.[1] Julia Suski war Illustratorin der japanisch-amerikanischen Zeitung Rafu Shimpo. Louise, ihre jüngere Schwester, war die erste festangestellte Redakteurin der im Jahr 1926 neu eingerichteten englischsprachigen Rubrik der Zeitung Rafu Shimpo.
Leben
Julia Suski wurde 1905 in San Francisco als erste Tochter des aus der Präfektur Okayama stammenden Arztes Dr. Sakae Suski (auch bekannt als Peter M. Suski) geboren. Ihr Vater hatte als Jugendlicher in Missionsschulen Englisch gelernt, kurzzeitig bei Osaka Iron Works gearbeitet und anschließend in Tokio eine Ausbildung zum Fotografen begonnen. Mit 23 Jahren wanderte er in die Vereinigten Staaten aus, wo er zunächst in einem Fotostudio in San Francisco arbeitete. Julia Suski war das einzige Kind der Familie, das in den USA geboren wurde. Nach dem Erdbeben von 1906 zog die Familie nach Los Angeles, wo der Vater ein eigenes Fotostudio eröffnete. Aufgrund seines unzureichenden Einkommens begann er später ein Medizinstudium an der University of Southern California, welches er 1917 abschloss. Anschließend führte er eine Praxis in Little Tokyo.[1]
Julia Suski wuchs in Boyle Heights in Los Angeles auf. Sie besuchte die Los Angeles High School und immatrikulierte sich anschließend an der University of Southern California. Dort studierte sie zunächst Medizin, wandte sich dann jedoch der Musik und der Bildenden Kunst zu. Während ihrer Studienzeit war sie Herausgeberin des USC-Magazins Wampus und lieferte Illustrationen für Publikationen wie Life, Judge und College Comics. Julia Suski begann 1926 als regelmäßige Mitarbeiterin der japanisch-amerikanischen Zeitung Rafu Shimpo, für die sie über einen Zeitraum von mehr als drei Jahren nahezu täglich Zeichnungen und Comics veröffentlichte, die das Leben einer modernen Frau humoristisch darstellten. Zudem wird vermutet, dass sie die Autorin der Modekolumnen What Shall I Wear und Judie war, die ebenfalls Illustrationen enthielten. Parallel dazu arbeitete sie als Klavierlehrerin. Ab 1928 berichtete die Rafu Shimpo regelmäßig über ihre Tätigkeiten im Bereich der Musikerziehung.[1]
1933 heiratete Julia Suski den Künstler Bob Kuwahara, der zu dieser Zeit als Animator für die Walt Disney Studios arbeitete. Trauzeugin war die ebenfalls bei Disney tätige Künstlerin Gyo Fujikawa. Im Jahr 1942 wurde die Familie im Zuge der Internierung japanischstämmiger US-Bürger (gemäß der Executive Order 9066) zunächst in das Santa Anita Assembly Center und anschließend in das Heart Mountain War Relocation Center in Wyoming gebracht. Bob Kuwahara verließ das Lager vorzeitig, um in Chicago zu arbeiten; die Familie wurde erst 1945 wieder vereint. Nach dem Krieg zog die Familie nach Larchmont in New York, wo Bob Kuwahara seine Karriere als Animator fortsetzte und vor allem für die Figur Hashimoto-san (Hashimoto Mouse) bekannt wurde.[2] Julia Suski starb 1996 in Steilacoom, Washington.[1]
Literatur
- Gordon H. Chang, Mark Dean Johnson, Paul J. Karlstrom (Hrsg.): Asian American Art: A History, 1850–1970. Stanford University Press, Stanford 2008.
- Valerie Matsumoto: City Girls: The Nisei Social World in Los Angeles, 1920–1950. Oxford University Press, Oxford 2014.
Weblinks
- Densho Encyclopedia
- Valerie J. Matsumoto: City girls : the Nisei social world in Los Angeles, 1920–1950
Einzelnachweise
- ↑ a b c d Julia Suski | Densho Encyclopedia. Archiviert vom am 12. August 2025; abgerufen am 27. November 2025 (englisch).
- ↑ HASHIMOTO MOUSE 1962 PLAYLIST. Abgerufen am 27. November 2025 (deutsch).