Louise Suski

Louise J. Suski (* 27. Juni 1905 in San Francisco, Kalifornien; † 5. Juni 2003 in Cerritos, Kalifornien) war eine US-amerikanische Journalistin japanischer Herkunft und die erste englischsprachige Chefredakteurin der in Los Angeles erscheinenden Tageszeitung Rafu Shimpo. Sie zählte zu den prägenden Nisei-Journalistinnen der Vorkriegszeit und war später auch am Herausgeben von Lagerzeitungen während der Internierung japanischstämmiger US-Bürger beteiligt.[1]

Leben

Louise Suski wurde 1905 in San Francisco als zweite Tochter des aus der Präfektur Okayama stammenden Arztes Dr. Sakae Suski (auch bekannt als Peter M. Suski) geboren. Ihr Vater war 1898 in die USA ausgewandert, hatte zunächst als Fotograf in San Francisco gearbeitet und war nach dem Erdbeben von 1906 nach Los Angeles gezogen. Dort eröffnete er ein Fotoretuschierstudio und engagierte sich ab 1908 in der historischen Dokumentation der japanischen Einwanderergemeinschaft. Später arbeitete er als Arzt und war persönlicher Arzt und Vertrauter von Henry Toyosaku Komai, dem Verleger des Rafu Shimpo. Es gab insgesamt sieben Kinder in der Familie Suski: Julia, Louise, Flora, Clara, Margaret, Joe und Elmer. Die älteste Schwester Julia war als Künstlerin für den Rafu Shimpo tätig. Louise Suski engagierte sich in kirchlichen und jugendkulturellen Vereinigungen der Nisei, darunter in der Maryknoll-Kirche sowie in Mädchen- und YWCA-Clubs. Sie besuchte die Los Angeles High School und begann anschließend ein Studium an der University of California, Los Angeles, mit dem Ziel, Kindergärtnerin zu werden.[1]

Journalistische Tätigkeit

1926 wurde Louise Suski von Verleger Komai als erste festangestellte Redakteurin für die neu eingerichtete englischsprachige Rubrik der Zeitung Rafu Shimpo engagiert. Die erste Viertelseite in englischer Sprache erschien am 21. Februar 1926, zu diesem Zeitpunkt war die Zeitung das größte japanischsprachige Medium in der Region Los Angeles. Nach der Inbetriebnahme einer neuen Goss-Rotationspresse im Jahr 1932 wurde die englische Ausgabe täglich publiziert. Sie informierte die jüngere Nisei-Leserschaft über lokale, nationale und internationale Ereignisse und bot zugleich Inhalte zu Japan. Louise Suski verfasste regelmäßig sprachwissenschaftliche Beiträge für die englische Sektion. Sie war insbesondere für die Berichterstattung über Frauensport zuständig. Ab 1933 arbeitete sie mit dem Journalisten George Nakamoto als Co-Redakteurin zusammen, 1936 kam Togo Tanaka als weiterer Redakteur hinzu.[2]

Internierung und Heart Mountain Sentinel

Nach dem Angriff auf Pearl Harbor und dem Erlass von Executive Order 9066 wurde der Verleger Komai verhaftet, woraufhin die Zeitung Rafu Shimpo am 4. April 1942 ihr Erscheinen einstellte. Die Familie Suski wurde in das Internierungslager Heart Mountain im US-Bundesstaat Wyoming gebracht. Dort arbeitete Louise Suski für die Lagerzeitung Heart Mountain Sentinel, die von Bill Hosokawa herausgegeben wurde. Unter den rund ein Dutzend Mitarbeitenden befanden sich einige professionelle Journalisten, darunter Haruo Imura und Louise Suski selbst. Die Zeitung entwickelte sich zu einem achtseitigen Tabloid und erschien bis zur Schließung des Lagers; die letzte Ausgabe datiert vom 28. Juli 1945.[2]

Nachkriegszeit

Nach Kriegsende zog Louise Suski nach Chicago. Sie arbeitete dort als Journalistin für verschiedene japanisch-amerikanische Publikationen und berichtete über das Leben von Nisei in Chicago und Milwaukee. Eine ihrer Arbeitsstellen war die General Mailing and Sales Company, die einem Nisei gehörte. Zudem war sie für das Japanese American Evacuation and Resettlement Study (JERS)-Projekt tätig, wo sie Dokumente, Briefe, Tagebücher, Fotografien und sozialwissenschaftliche Berichte sammelte. Weiterhin war sie Redaktionsmitglied des Magazins Scene, das von Togo Tanaka herausgegeben wurde, sowie des Shikago Shimpo (Chicago Courier). 1978 kehrte Louise Suski nach Los Angeles zurück und lebte bis zu ihrem Tod im Haushalt ihres Bruders Joe in Cerritos. Sie starb dort im Jahr 2003 im Alter von 98 Jahren.[2]

Literatur

  • Valerie J. Matsumoto: City Girls: The Nisei Social World in Los Angeles, 1920–1950. Oxford University Press, New York 2014.
  • Peter Suski: My Fifty Years in America. Los Angeles 1960.

Einzelnachweise

  1. a b Louise Suski. Abgerufen am 19. November 2025.
  2. a b c THROUGH THE FIRE: Louise Suski. 23. April 2013, abgerufen am 19. November 2025.