Joseph Franz von Rosler
Joseph Franz von Rosler, später auch von Roßler (* 1730 in Großengottern; † 28. April 1808), war ein königlich-sächsischer Generalmajor der Kavallerie.
Leben und Werk
Von Rosler entstammte einer ursprünglich in Geldern angesessenen Adelsfamilie aus Thüringen. Er schlug ab 1746 eine Militärlaufbahn bei der Sächsischen Armee ein, als er im Alter von 16 Jahren als Kornett in die damals königlich-polnische und kurfürstlich-sächsische Armee eintrat.
1754 erhielt von Rosler sein Offizierspatent als Leutnant. Im April 1766 noch Premier-Lieutenant im damaligen Arnim'schen Kürassierregiment in der dortigen 3. Eskadron, die später in Kemberg stationiert war, wurde er am 19. Januar 1767 zum Rittmeister 2. Klasse befördert.[1] 1776 erhielt er im Kürassierregiment des Generals Carl Siegmund von Arnim noch seine Beförderung zum Major und wurde im gleichen Jahr zum Kavallerieregiment „Kurfürst Kürassiers“, mit den Standquartieren in Dippoldiswalde, Marienberg, Oederan und Frankenberg versetzt, wo er als Kommandeur eine Eskadron übernahm. Dieses Regiment stand zu dieser Zeit noch unter dem damaligen Oberst Karl August Christoph von Rex, der diese Einheit seit 1765 kommandierte. Am 30. März 1779 erhielt von Rosler dort seine Beförderung zum Oberstleutnant. Er war damit als ranghöchster Stabsoffizier dieses Truppenteils zugleich der stellvertretende Kommandeur.
Im Dezember 1786, nachdem der bisherige Kommandeur der sächsischen Karabiniers Oberst Christian August Graf von Bassewitz zum Generalmajor und Chef des Regiments ernannt wurde, wurde von Rosler – anfangs ad interim – neuer Kommandeur des Karabinierregiments mit den Standquartieren in Lützen, Pegau, Schkeuditz und Freyburg. In dieser Dienststellung wurde er am 24. Januar 1787 zum Oberst befördert. Von Rosler diente im Stab seiner Einheit in Pegau, wo auch die 2. Eskadron disloziert war. 1791 wurde er als Kommandeur zu seinem früheren Stammregiment „Kurfürst Kürassiers“ versetzt. Hier diente er im Stab in Oederan und wurde am 8. März 1792, in der Dienststellung als Regimentskommandeur zum Generalmajor befördert.
Am 10. Oktober 1793 ernannte der sächsische Kurfürst Kurfürst Friedrich August III. von Sachsen von Rosler zum neuen Chef des Chevauxlegers-Regiments des im gleichen Jahr beim Rheinfeldzug verstorbenen Generalmajors Constantin Prinz zu Sachsen-Weimar. Von Roslers Regiment war in Querfurt, Schafstädt, Sangerhausen und Eisleben stationiert. Er selbst weilte beim Stab in Querfurt. Im Feldzug von 1796, als die westlichen Grenzen des Kurfürstentums Sachsen verstärkt wurden, befehligte von Rosler im thüringischen Kreis neben seinem Chevauxlegers-Regiment noch 60 Husaren, vier Bataillone der sächsischen Infanterie und sechs Grenadierkompanien.
Am 17. Juli 1801 ging von Rosler auf eigenes Ersuchen unter Fortzahlung einer Pension und der Erlaubnis des Tragens der Generalsuniform in der Öffentlichkeit in den Ruhestand. Sein Nachfolger als Regimentschef der Chevauxlegers wurde der Generalmajor Georg Friedrich August von Polenz von der Garde du Corps, der knapp zwei Wochen später diese Dienststellung antrat.
Literatur
- Geschichte und gegenwaertiger Zustand der Kursaechsischen Armee, Digitalisierte Bände der SLUB, 1783 bis 1802.
- Georg von Schimpff: Geschichte des Kgl. Sächs. Garde-Reiter-Regiments. Im Auftrage des Regiments zusammengestellt, Dresden 1880, Digitalisat auf Google Books, S. 256f., 271, 285 u. 630.
- F. A. v. Göphardt: Göphardts alphabetisches Verzeichnis sächsischer Offiziere bis Mitte 1815. Dresden 1885.
Einzelnachweise
- ↑ Arnim Cuirassiers-Regiment (Kürassier-Regiment v. Arnim) in: Musterungslisten der kursächsischen Armee 1767, Digitalisat im Sächsischen Staatsarchiv, Hauptstaatsarchiv Dresden, 11241 Musterungslisten, Nr. 0680, S. 55.