Georg Friedrich August von Polenz

Georg(e) Friedrich August von Polenz (* 17. Oktober 1741 in Neustädel bei Bautzen; † 19. Dezember 1815 in Leipzig[1]) war ein königlich-sächsischer Generalleutnant und Gouverneur von Leipzig.

Familie

Georg(e) Friedrich August von Polenz stammte aus dem Adelsgeschlecht von Polenz. Er entstammte dem Ast Neustädtel mit seinem Großvater Wolf Haubold von Polenz auf Ponickau, Pforchten und Sebitz (1668–1715).[2] Er war der Sohn des 1756 pensionierten kursächsischen Premierleutnants Christian Dietrich von Polenz (1705–1797) und dessen 1737 geheirateter Ehefrau Eleonora geb. von Lossa († 1787). Von Polenz hatte noch sechs Geschwister, u. a. den kursächsischen Kreiskommissar Gottlob Wilhelm Ferdinand von Polenz (1748–1805).

Von Polenz heiratete am 26. Dezember 1783 in Hohenprießnitz die Gräfin Johanne Christina Luise von Hohenthal aus dem Hause Dölkau[3] (* 30. November 1765; † 28. März 1840), Schwester des königlich-sächsischen Amtshauptmannes Carl Ludwig August von Hohenthal (1769–1826). Von Polenz' Witwe heiratete am 24. März 1820 den Grafen Johann Heinrich Joseph Georg von Flemming († 7. November 1830).[4]

Leben und Werk

Von Polenz begann seine Militärlaufbahn als Kornett und schlug ab 1760 eine Karriere bei der kursächsischen Armee ein, war zunächst Premierlieutenant in der Karabiniers-Garde der sächsischen Kavallerie und nahm aktiv am Siebenjährigen Krieg bis 1763 teil.

1772 zum Rittmeister befördert, erhielt von Polenz am 12. Februar 1781 seine Beförderung zum Stabsoffizier im Rang eines Majors. Er diente 1783 im Chevaulegers-Regiment des Generalmajors Christian Wilibald von Goldacker. Dort befehligte er eine der vier Eskadronen, die in den Standquartieren in Querfurt, Schafstädt, Sangerhausen und Artern stationiert waren. Am 27. November 1788 wurde von Polenz unter gleichzeitiger Beförderung zum Oberstleutnant der Kavallerie zum Chevaulegers-Regiment des Generalleutnants Johann Gustav Freiherr von Sacken versetzt. In diesem Dienstrang war er auch stellvertretender Kommandeur des Obersten Christian Wilhelm von Dieskau.

Nach dem Tod seines Regimentschefs von Sacken wurde von Polenz am 18. Februar 1790 kurfürstlicher Generaladjutant des sächsischen Kurfürsten Friedrich August III., „der Gerechte“. Von Polenz war damit einer von drei Generaladjutanten. In dieser Dienststellung verblieb von Polenz bis Anfang 1795. im gleichen Jahr wurde er nach dem Tod des Generalleutnants Johann Ernst von Posern neuer Kommandeur der Garde du Corps, das in Dresden stationiert war, anfangs weiter im Rang eines Obersts der Kavallerie. Damit befehligte er das Garderegiment in der sächsischen Residenzstadt mit 428 Mann und 369 Pferden, unterteilt in vier Eskadronen in insgesamt acht Kompanien. Am 19. Februar 1800 wurde von Polenz in seiner Dienststellung als Regimentskommandeur der sächsischen Garde du Corps zum Generalmajor befördert.

Am 30. Juli 1801 erhielt von Polenz das Chevaulegerregiment des pensionierten Generalmajors Joseph Franz von Rosler als neuer Regimentschef. Kurfürst Friedrich August von Sachsen ließ ihn in dieser Dienststellung am 23. Juli 1804, einen Tag nach Wilhelm von Low, zum Generalleutnant befördern. Fortan durfte er auch den Ehrentitel Exzellenz führen. 1806 kommandierte von Polenz die leichten Truppen der Generals von Zezschwitz. Nach der Schlacht bei Preußisch Eylau am 7./8. Februar 1807 erhielt er von Kaiser Napoleon Bonaparte den Orden der französischen Ehrenlegion. Im Sommer desgleichen Jahren erhielt von Polenz vom sächsischen König Friedrich August I. „...wegen rühmlichen Verhaltens bei der Belagerung von Danzig 1807 als Commandant über einen Teil der Armee“ den höchsten militärischen Orden des Königreiches Sachsen, den Militär-St.-Heinrichs-Orden im Rang des Kommandeurkreuzes.[5] Am 20. Februar 1810 wurde von Polenz vom sächsischen König zum Gouverneur der Stadt Leipzig ernannt. Seine Dienststellung als Regimentschef der Chevauxlegers wurde damit vakant. Das Regiment wurde aber bis 1813 noch als Chevaulegerregiment von Polenz in den Ranglisten der sächsischen Armee geführt.

Von Polenz starb am 19. Dezember 1815 im 75. Lebensjahr und wurde am 23. Dezember beigesetzt.[6] Die Dienststellung als Gouverneur von Leipzig blieb nach dem Tod von Polenz bis 1830 unbesetzt und wurde danach abgeschafft.

Ehrungen

  • 1807: Ritterkreuz der französischen Ehrenlegion
  • 3. Juli 1807: Kommandeurskreuz des königlich-sächsischen Militär-St.-Heinrichs-Ordens

Literatur

  • Geschichte und gegenwaertiger Zustand der Kursaechsischen Armee, Digitalisierte Bände der SLUB, 1783 bis 1802.
  • Stamm- und Rang-Liste der Chur-Sächsischen Armee, Digitalisierte Bände der SLUB, 1803 bis 1806.
  • Stamm- und Rang-Liste der Königl.-Sächsischen Armee, Digitalisierte Bände der SLUB, 1807 bis 1815.
  • F. A. v. Göphardt: Göphardts alphabetisches Verzeichnis sächsischer Offiziere bis Mitte 1815. Dresden 1885.
  • Georg von Schimpff: Geschichte des kgl. sächs. Garde-Reiter-Regiments. Wilhelm Baensch, Dresden 1880, S. 285.

Einzelnachweise

  1. Leipziger Zeitung, Nr. 251, Leipzig, Sonnabend, den 23. Dezember 1815, S. 2964. Todesanzeige
  2. Justus Perthes (Hrsg.): Gothaisches genealogisches Taschenbuch der adeligen Häuser, Gotha 1904, 5. Jahrgang, Digitalisat der Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf, S. 613.
  3. von Polenz Family Site auf MyHeritage, Anmeldung erforderlich.
  4. (Gothaisches) Genealogisches Taschenbuch der deutschen gräflichen Häuser auf das Jahr 1838, Elfter Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1837, S. 245.
  5. Georg Richter: Der Königlich Sächsische Militär-St. Heinrichs-Orden, 1736–1918, Ein Ehrenblatt der sächsischen Armee, Göppingen 1937, S. 37.
  6. Kronos. Genealogisch-historisches Jahrbuch für 1821, Johann Friedrich Gleditsch, Leipzig 1821, S. 186.