Carl Siegmund von Arnim
Carl Siegmund von Arnim, auch Carl Sigismund von Arnim, normiert auch Karl Siegmund von Arnim und Karl Sigismund von Arnim (* 29. April 1700[1] in Neusorge; † 7. August 1773 in Dresden),[2] war ein sächsischer Landtagsabgeordneter, schriftsässiger Rittergutsbesitzer, kaiserlich-russischer Generalleutnant, zuletzt königlich-polnischer und kursächsischer General der Kavallerie en Chef.
Familie
Carl Siegmund von Arnim entstammte dem weit verzweigten Adelsgeschlecht von Arnim. Sein Großvater war der kursächsische Kammerherr, Geheim- und Kriegsrat sowie Generalleutnant Wolff Christoph von Arnim auf Pretzsch (1607–1668).
Von Arnim war der zweite Sohn des kurfürstlich-sächsischen Kammerherren Wolf Christoph von Arnim auf Neusorge (1660–1727) und dessen Ehefrau Johanne Christiane geb. von Minckwitz († 1737). Von Arnims Vater war einer der drei Brüder und Besitzer des Rittergutes Pretzsch an der Elbe, neben Johann Christian und Johann George von Arnim, die am 11. März 1689 in einem Tauschkontrakt mit dem sächsischen Kurfürsten Johann Georg III. ihr Rittergut gegen die damals kursächsischen Güter Waldau, Neusorge und Planitz erhielten. Von Arnims Vater bekam Neusorge. Von Arnim hatte noch drei Geschwister, u. a.:
- Christoph Ehrenreich von Arnim (1697–1745), kursächsischer Kammerherr und
- Christiana Elisabeth von Arnim (1699–1783) ⚭ Reichsgraf Heinrich von Bünau auf Dahlen (1697–1762), kaiserlicher und königlicher Geheimer Rat und Statthalter des Herzogtums Sachsen-Eisenach.
Von Arnim war zweimal verheiratet. In zweiter Ehe heiratete er am 25. November 1746 Charlotte Henriette geb. Gräfin von Hoym aus dem Haus Droyßig (* 21. November 1726 in Dresden; † 23. Februar 1766 ebenda), die wie er in der Dresdner Frauenkirche begraben wurde. Sie war die Tochter des Grafen Ludwig Gebhard von Hoym[3] und hinterließ eine Armenstiftung in Höhe von jährlich 25 Talern, die alljährlich an ihrem Geburts- und Sterbetag unter den Armen des Rittergutes Neusorge ausgezahlt wurden.
Leben und Karriere
Von Arnim Erb-, Lehn- und Gerichtsherr auf Neusorge. Zum Rittergut gehörten die Dörfer Zschöppichen, Krumbach, Schönborn, Biensdorf, Altmittweida, Frankenau, Oberthalheim und Erlau. Als am 9. Juli 1745 auf seinem Rittergut ein Feuer durch Blitzschlag entstand, dem fast alle 1737 neu erbauten Gebäude des Gutes zum Opfer fielen, ließ er noch im gleichen Jahr den Anfang für das heute noch erhaltene Schloss Neusorge erbauen. Der Bau wurde im Siebenjährigen Krieg von 1756 bis 1763, an dem von Arnim als General teilnahm, unterbrochen und erst 1768 beendet. Den vollständigen inneren Ausbau des herrschaftlichen Gebäudes konnte von Arnim nicht mehr erleben. Da schon von Arnims Vater den Gedanken hatte, auf dem Rittergut auch eine Kapelle zu errichten, setzte von Arnim dies im Frühling 1749 um. Bereits im August desgleichen Jahres wurde die Kapelle auf dem Rittergut Neusorge eingeweiht. Durch ein Oberkonsistorial-Reskript vom 19. April 1763 war es dem General von Arnim auf sein Ansuchen erlaubt worden, bei den Sonn- und Festtagspredigten auch andere Geistliche außerhalb von Mittweida predigen lassen zu dürfen.
Von Arnim war 1750 Gesandter des Kurfürstentums Sachsen am kaiserlich-russischen Hof in Petersburg, als die Kaiserin Elisabeth nach längerer Abwesenheit Anfang desgleichen Jahres wieder dorthin zurückgekehrt war. Dort war er an einer „Déclaration secrète“ des Kurfürstentums Sachsen beteiligt, die Friedrich August II. in lateinischer Sprache, in einer Urkunde vom 12. Dezember 1750 abgefasst hatte und die nur vom sächsischen Kurfürsten, aber von keinem sächsischen Minister unterzeichnet war. Von Arnim wurde im Sommer 1751 als Diplomat wieder abberufen, erhielt aber am 1. Januar 1755 durch die russische Kaiserin den damals höchsten russischen Orden, den Orden des Heiligen Apostels Andreas (St.-Andreas-Orden). Damit wurden seine Verdienste zur Vermeidung eines Krieges als Sachsens Unterhändler gewürdigt.
Von Arnim war seit seiner Bestallung am 31. März 1746 General der Kavallerie und Chef über das nach ihm benannte sächsische Kürassierregiment. Er kommandierte bei der Belagerung bei Pirna 1756 den rechten Flügel der sächsischen Kavallerie. Am 15. September 1756 traf er als Unterhändler des sächsischen Kurfürsten den preußischen König Friedrich II. in einer denkwürdigen Unterredung. Mit ihm verhandelte von Arnim auch am 15. Oktober desgleichen Jahres.[4] 1765 ist von Arnim als General der Kavallerie im kurfürstlich-sächsischen Hof- und Staatskalender verzeichnet.[5] 1767 diente der spätere Generalmajor Joseph Franz von Rosler im Arnim'schen Kürassierregiment als Secondé-Rittmeister.[6]
Als Vertreter der Allgemeinen Ritterschaft nahm von Arnim an den Landtagen 1746 und 1749 in Dresden teil. Dort wurde von Arnim nach seinem Tod in der Dresdner Frauenkirche beigesetzt.
Auszeichnungen (Auswahl)
- Ritterkreuz des kaiserlich-russischen Ordens des Heiligen Apostels Andreas (St.-Andreas-Orden).
Trivia
Von 1726 ist ein monumentaler Stammbaum mit 127 handgemalten Wappen der sechs Vorfahrengenerationen von Arnim erhalten. Das Dokument wurde unterzeichnet und besiegelt u. a. von Heinrich von Bünau und Johann Adolph von Loß, beide königlich-polnische und kursächsische Wirkliche Geheime Räte. Der Stammbaum listet die Familienzweige von Hoym, von Minckwitz und von Holtzendorff auf und stammte vom Schloss Döben bei Leipzig, welches bis 1783 von der Familie von Arnim bewohnt wurde.[7]
1757 porträtierte Adam Friedrich Oeser mit zwei Ölgemälden von Arnim und seine Ehefrau. Diese wurden 1946 in einer Schlossbergungsaktion im Schloss Dahlen aus dem dortigen Speisezimmer geborgen, 1948 an die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden gingen und 1996/97 an die privaten Eigentümer zurückgegeben wurden.[8]
Literatur
- Adolph Christian Kretzschmar: Nachrichten aus der alten und neuen Zeit, welche die Stadt Mittweyda betreffen und den Bewohnern derselben, so wie zum Theil auch der umliegenden Gegend denkwürdig sind, ..., Band 1, Mittweida 1841, Digitalisat auf Google Books, S. 151ff.
- Geheimnisse des Sächsischen Cabinets. Ende 1745 bis Ende 1756. Archivarische Vorstudien für die Geschichte des siebenjährigen Krieges, Band 1, Stuttgart 1866, Digitalisat auf Google Books, S. 82f. u. 208ff.
- Josef Matzerath: Aspekte sächsischer Landtagsgeschichte (Personen) – Die Mitglieder der (kur-)sächsischen Landstände (1694–1749). Dresden 2015, S. 63 f. (Digitalisat)
Einzelnachweise
- ↑ Nach Niederschriften von Adolph Christian Kretzschmar am 13. April 1700, nach anderen Angaben am 17. April 1700 geboren.
- ↑ Edouard-Marie Oettinger: Moniteur des dates, contenant un million de renseignements biographiques, généalogiques et historiques, Bände 1–6, Dresden 1866, Digitalisat auf Google Books, S. 35.
- ↑ Die Weltkunst, Band 77, Ausgaben 13–14, 2007, Snippet-Ansicht auf Google Books, S. 99.
- ↑ Geheimnisse des Sächsischen Cabinets. Ende 1745 bis Ende 1756. Archivarische Vorstudien für die Geschichte des siebenjährigen Krieges, Band 1, Stuttgart 1866, Digitalisat auf Google Books, S. 84ff.
- ↑ Churfürstl. Sächsischer Hof-, Civil- und Militair-Staat 1765, Digitalisat auf Hathi Trust, S. 167.
- ↑ Arnim Cuirassiers-Regiment (Kürassier-Regiment v. Arnim) in: Musterungslisten der kursächsischen Armee 1767, Digitalisat im Sächsischen Staatsarchiv, Hauptstaatsarchiv Dresden, 11241 Musterungslisten, Nr. 0680, S. 8 u. 55.
- ↑ Monumentaler Stammbaum mit 127 handgemalten Wappen., Datensatz auf www.lot-art.com.
- ↑ Carl Sigismund von Arnim (1700–1773) in: Thomas Friedrich: Das Porträtwerk Adam Friedrich Oesers (1717–1799), Weimar 2005, Leseprobe auf Google Books, S. 158.