L&YR-Klasse 7

L&YR-Klasse 7
L&YR Nr. 1400
Nummerierung: L&YR: 1392–1431
LMS: 10300–10339
Anzahl: 40
Hersteller: L&YR Horwich Works
Baujahr(e): 1899–1902
Ausmusterung: 1934
Bauart: 2’B1’ h2
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Länge: 18,26 m
Höhe: 4,06 m
Dienstmasse: 59,7 t (Lok)
Anfahrzugkraft: 73 kN
Treibraddurchmesser: 2210 mm
Laufraddurchmesser: 1067 mm
Steuerungsart: Joy
Zylinderanzahl: 2, innenliegend
Zylinderdurchmesser: 483 mm (19 in)
Kolbenhub: 660 mm (26 in)
Kesselüberdruck: 12,4 bar (180 psi)
Rostfläche: 2,42 m²
Strahlungsheizfläche: 16,3 m²
Rohrheizfläche: 154,6 m²
Verdampfungsheizfläche: 190,8 m²
Wasservorrat: 10,4 m³
Brennstoffvorrat: 5 t Kohle[1]
Bremse: Vakuumbremse
Zugheizung: Dampf
Steuerung: Joy
Besonderheiten: Spitznamen High-Flyers wegen des hochliegenden Kessels
Konstrukteur: John Aspinall

Die Klasse 7 der Lancashire and Yorkshire Railway war eine Baureihe von 40 AtlanticSchnellzuglokomotiven. Die zwischen 1899 und 1902 gebauten Maschinen wurden von John Aspinall entworfen und gehörten zu den frühesten britischen Lokomotiven der Achsfolge 2’B1’. Aufgrund ihres hochliegenden Kesselserhielten sie den Spitznamen High‑Flyers.

Geschichte

Lancashire and Yorkshire Railway

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts benötigte die L&YR leistungsfähigere Lokomotiven für ihre schnell wachsenden Fernverkehrsdienste. Aspinall orientierte sich dabei an den zeitgenössischen Entwicklungen anderer Bahngesellschaften, insbesondere an den Überlegungen seines früheren Kollegen Henry Ivatt bei der Great Northern Railway(GNR). Beide Ingenieure erachteten die Achsfolge 2’B1’ als geeignet, um größere Kessel und Feuerbüchsen unterzubringen. Es entstand ein Wettlauf zwischen den beiden Bahnen um die erste Atlantic-Lokomotive auf britischen Schienen, den die Great Northern gewann. Ein Jahr später brachte jedoch auch die L&YR mit der Klasse 7 eine bemerkenswerte Atlantic-Baureihe hervor.[2.1]

Zwischen 1899 und 1902 entstanden in zwei Serien insgesamt 40 Lokomotiven in den bahneigenen Horwich Works. Die ersten Maschinen wurden 1899 ausgeliefert, die zweite Serie folgte 1902.[3.1]

Die laufruhigen Lokomotiven waren für hohe Geschwindigkeiten ausgelegt. Es wurde berichtet, dass Lok Nr. 1392 im Jahr 1899 auf einer Probefahrt zwischen Liverpool und Southport mit einem Fünf-Wagen-Zug beinahe 100 mph (160 km/h) erreicht habe, was jedoch nicht unabhängig bestätigt wurde.

Die Klasse 7 wurde im hochwertigen Schnellzugdienst der L&YR auf den Strecken von Liverpool nach Southport und Manchester eingesetzt.

London, Midland and Scottish Railway

Nach dem Grouping von 1923 gingen alle 40 Lokomotiven an die London, Midland and Scottish Railway (LMS), die sie in die Leistungsklasse 2P einordnete. Die Ausmusterung begann 1926 und war 1934 abgeschlossen. Keine Lokomotive der Baureihe blieb erhalten.

Technik

Die Atlantic-Lokomotiven der Klasse 7 waren eine vergrößerte und verlängerte Version der 1891 von Aspinall entwickelten American-Lokomotiven der Klasse 3: Sie hatten einen hochliegenden, großen Kessel mit einer Belpaire-Feuerbüchse und waren somit wesentlich leistungsfähiger. Es handelte sich um den größten Dampflokomotivkessel in Großbritannien.

Aspinalls Atlantics blieben lange genug im Einsatz, um einen Überhitzer zu erhalten und die Innenlager der Nachlaufachse, die zu Überhitzung neigten, durch Außenlager zu ersetzen.

Commons: L&YR-Klasse 7 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. 4-4-2 Steam Locomotives in Great Britain: Lancashire & Yorkshire. In: steamlocomotive.com. Abgerufen am 12. Dezember 2025.
  2. O. S. (Oswald Stevens) Nock: The pocket encyclopaedia of British steam locomotives in colour. Blandford, London 1964, ISBN 978-0-7137-0350-4 (archive.org [abgerufen am 12. Dezember 2025]).
    1. S. 140
  3. LYR/LMS Aspinall "1400" Class 4-4-2. In: BRDatabase. Abgerufen am 16. November 2025 (englisch).
    1. Fleet